Civilization 7 gespielt: So radikal sind die Änderungen!

Special Viktor Eippert
Civilization 7 gespielt: So radikal sind die Änderungen!

Wir haben über 150 Runden einer Partie in Civ 7 gespielt. In unserer XXL-Vorschau verraten wir euch, wie Entwickler Firaxis im neuen Rundenstrategiespiel beinahe alles auf den Kopf stellt und dennoch seinen Wurzeln treu bleibt.

Dieses Konzept räumt ein Problem aus vergangenen Teilen endlich aus: Denn bisher konnten wir die Stärken unserer Zivilisation meist nur während eines vergleichsweise kleinen Zeitfensters im Spiel wirklich ausschöpfen. Rom war in der Antike gut, Ungarn im Mittelalter und so weiter. Doch auf der anderen Seite verwässert das die Identität unseres Volkes. Es hatte schließlich immer seinen Reiz, mit Rom bis in die Zukunft zu überdauern oder Kanada schon in der Antike zu führen. Bereits Humankind setze bei den Völkern auf so ein dynamisches System wie Civ 7 nun und viele Spieler störten sich daran. Das wird also nicht bei allen auf Gegenliebe stoßen.

Etwas Abhilfe schafft hier, dass man seinen Anführer losgelöst von der Zivilisation zu Spielstart auswählt und über die komplette Partie hinweg beibehält. Auch hier gibt es historisch naheliegende Optionen, doch wer will, kann völlig frei mischen. Eine interessante Idee ist dabei, dass unser Anführer im Verlauf des Spiels sogar mit Fähigkeiten verbessert werden kann, abhängig davon, welche Schwerpunkte wir setzen. Wer viel forscht, bildet mit der Zeit einen Akademiker aus, während Kriegstreiber einen potenten Strategen erhalten.

Eine neutrale Nation Quelle: Firaxis Games / 2k Games Laut den Entwicklern sollen die Zeitalterwechsel wichtige Schlüsselpunkte in Civ 7 sein, die von spannenden Entscheidungen flankiert werden. Selbst beurteilen können wir den Impact bisher nicht, da unsere Anspielsession zwar mehrere Stunden ging, wir uns aber nur in der Antike austoben durften.

Zeitlose Angelegenheit

Einen Vorgeschmack auf die langfristigen Auswirkungen haben wir aber in der Stadtplanung bekommen. Denn manche Gebäude sind in der Bauliste als "zeitlos" markiert. Solche Gebäude wie der Kornspeicher oder Weltwunder behalten ihre Funktion und Nachbarschaftsboni nämlich über alle Zeiten hinweg bei.

Andere Gebäude wie Amphitheater oder Schreine sind nur in der Antike wichtig und verlieren später an Bedeutung. Entsprechend baut man seine Städte dieses Mal fortlaufend um, um sich an die neuen Bedürfnisse der Einwohner anzupassen. Dadurch ergibt sich in Civ 7 ein viel organischeres Stadtbild - sowohl spielerisch als auch grafisch.

Die gerade erwähnten Bedürfnisse wurden übrigens wieder vereinfacht und kehren in Form der globalen Zufriedenheit aus Teil 5 zurück. Die erhöhen wir durch Ranschaffen von Luxusgütern, den Aufbau von Gebäuden oder den Einsatz bestimmter Politik-Karten. Mit denen basteln wir erneut unsere Regierung zusammen, um uns ideal den Gegebenheiten anzupassen.

Spannend fanden wir beim Anspielen und dem anschließenden Austausch mit anderen Teilnehmern auf dem Event, wie unterschiedlich man bei der Strategie vorgehen kann. Wir entschieden uns bei Spielstart für den Anführer Ashoka und das historisch dazu passende Volk der Maurya, die im heutigen Indien vorherrschend waren. Mit dieser Kombination hatten wir starke Vorteile auf Zufriedenheit und Nahrung .

Der Anführer Ashoka Quelle: Firaxis Games / 2k Games Bis Ende der Anspielsession hatten wir einen Überschuss von über 200 Zufriedenheit, wodurch wir regelmäßig Feierlichkeiten hatten. Die geben uns nicht nur einen wählbaren zeitbegrenzten Bonus, wir erhalten dadurch auch dauerhaft zusätzliche Plätze für Politikkarten. Und mit denen haben wir wiederrum Aspekte unseres Reiches auf Vordermann gebracht, die uns besonders wichtig waren.

Andere Spieler setzten beim Probespielen dagegen mit Augustus und Rom auf eine robuste Produktion oder ein starkes Handelsnetzwerk mit Kriegerkönigin Amina und dem Volk der Aksum. Durch die Kombination aus Anführern und Völkern, sowie den Wechseln im Verlauf der Partie erahnen wir schon jetzt ein sehr hohes Potenzial in Civ 7 für Dynamik und Wiederspielwert.

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