Crysis 2 im Gamezone-Test

Test Sandro Odak

Crysis 2 ist da und es ist geil! Wir haben das German Wunderkind auf Herz und Nieren getestet. Ob es unsere Erwartungen erfüllt?

Unsichtbar, superschnell und kugelsicher - der Nanosuit 2

Crysis 2 Crysis 2 Seit dem Vorgänger sind einige Jahre ins Land gezogen, genug Zeit also, um den Nanosuit etwas aufzupäppeln. Grundlegend hat er zwar nicht mehr Funktionen bekommen, dafür ist er in der Handhabung aber sehr viel einfacher geworden. Wir erinnern uns: Früher mussten Fähigkeiten mit dem mittleren Mausbutton noch einzeln ausgewählt werden, wer einen weiten Sprung machen wollte, musste erst sprinten und dann Sprung aktivieren. Das war damals schon unnötig kompliziert und musste für die Konsolenfassungen geändert werden. Im Prinzip kennt der Anzug nun nur noch drei aktivierbare Fähigkeiten: Transparenz, Kugelschutz und Sprint. Die ersten beiden liegen dabei auf den Schultertasten, das Rennen wird mit Druck auf den Linken Stick aktiviert. Wer besonders hoch oder weit springen will, hält die Taste einfach länger gedrückt, gleiches gilt für besonders feste Schläge und Tritte.

Dazu kann man den Anzug im Verlauf der Kampagne noch mit Zusatzfertigkeiten ausstatten. Sammelt man genug Alien-Katalysator auf, bringt man dem Anzug bei, anrauschende Kugeln zu markieren oder die Gehwege von Gegnern farblich zu markieren. Ziemlich praktisch, will man schleichen. In vier Kategorien kann man sich dabei entscheiden und jeweils drei Fähigkeiten kaufen. Von diesen drei kann aber nur eine pro Kategorie aktiv sein.

Crysis 2 Quelle: EA Crysis 2 Zusammen mit dem enorm umfangreichen Waffenmodifikator ergeben sich wirklich viele Möglichkeiten, einem Feind zu begegnen. In Echtzeit kann man nämlich jederzeit sein Gewehr umfunktionieren, zumindest falls man die passende Wumme schon mal in der Hand hielt. So lässt sich binnen Sekunden aus einer Schallgedämpften Maschinenpistole mit Laserzielpunkt eine Knarre mit Schrotflintenaufsatz umbauen, die vor allem auf kurze Distanzen tödlich ist. Obwohl es nur eine kleine Auswahl an sammelbaren Waffen gibt - durch viele Dutzend Umbaumöglichkeiten kommt schnell Sammelfieber auf.

Parkourlauf durch die Stadt

Crysis 2 Quelle: EA Crysis 2 Crytek setzt in Crysis 2 erneut auf sehr ausschweifende, weite Landschaften, die meist offen zugänglich sind. Wer will, kann im Park herumstreunen oder Hochhäuser erkunden. Damit man sich nicht in einer zu offenen Welt verliert, führt einen das Spiel am roten Faden entlang; trotz vieler Möglichkeiten und Wege, gibt es nur ein primäres Ziel. Schade: An solchen Stellen, in denen das Spiel einen an die Hand nimmt, fühlt man sich manchmal schon ein wenig wie im Schlauch, insgesamt aber haben die Entwickler eine gute Balance gefunden zwischen linearem Story-Fortschritt und einer offenen Welt.

Crysis 2 Crysis 2 Um sich fortzubewegen, beherrscht Alcatraz übrigens den Parkourlauf. In einem Level etwa muss man über die Dächer der Stadt hinweghuschen und auch sonst ist das Feature gut implementiert. Oft findet man alternative Wege oder auch sekundäre Ziele, wenn man ein wenig in der Umgebung umherkraxelt. Praktisch: Mit dem Nano-Visor lassen sich solche Punkte auf der Map leicht anzeigen. Von einem Verschlag aus sieht man etwa, dass vor einem eine Horde Aliens sind. Man kann sie nun frontal angreifen und auf das beste hoffen. Lässt man sich aber Zeit, um eine Taktik auszuarbeiten, findet man schnell einen Kletterweg zur Flanke, dort ein Scharfschützengewehr und kann die Feinde dann aus dem Hinterhalt kaltmachen.

Das einzige Nanosuitfeature, das wirklich extrem selten gebraucht wurde, waren Schläge und Tritte. In Trailer zuvor als innovative Killmöglichkeit gepriesen, setzt man sie nur an seltenen Skripts ein oder wenn man das Achievments oder Trophies freischalten will wie "Töte drei Söldner mit dem Donut-Schild".

Atmosphäre schlägt Story

Crysis 2 Quelle: EA Crysis 2 Wie eingangs erwähnt, versprüht Crysis 2 einen Weltuntergangs-Charme, der einen das komplette Spiel lang verfolgt. Alles ist brüchig, fällt auseinander oder wird von Aliens oder Söldnern in Beschlag genommen. Die Leidtragenden sind die Zivilisten. Und das scheint leider viel zu selten durch. Momente, in denen Passanten um Hilfe oder Gnade winseln sind es, die ein Mitfühlen ermöglichen. Man stelle sich vor: Sie sind alle eingeschlossen in New York und verwickelt in einen Krieg zwischen Armee, C.E.L.L. und Aliens. Zwei oder drei solcher leidenschaftlicher Momente, in denen Alcatraz heldengleich die Zivilbevölkerung schützen will, haben wir erlebt, ansonsten aber spielt sich Crysis komplett gefühlskalt. Passanten gibt es auf den Straßen zwar, aber sie wirken teilnahmslos und haben im Prinzip keine spielmechanischen Rollen. Schade, immerhin hat Homefront erst vor wenigen Tagen gezeigt, wie man Empathie für oder gegen eine Sache aufbaut.

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