Crysis 2 im Gamezone-Test

Test Sandro Odak

Crysis 2 ist da und es ist geil! Wir haben das German Wunderkind auf Herz und Nieren getestet. Ob es unsere Erwartungen erfüllt?

Mehr als nur eine schicke Technikdemo?

Crysis 2 Quelle: EA Crysis 2 Von Crysis sagte man damals, das Spiel sei nicht mehr, als eine mehrstündige Techdemo gewesen, um die CryEngine zu verkaufen. Crysis 2 hat sich davon definitiv entfernt. Es bietet eine interessante Kampagne, mehrere Multiplayer-Modi und eine anständige Spielzeit. Was sich nicht geändert hat: Crysis 2 sieht einfach super aus. Innen- und Außenlevel wechseln sich ständig ab und bieten dadurch ein Höchstmaß an Abwechslung. Wunderschön: Die Übergänge von dunklen Passagen ins lichtgeflutete Freie. Das muss man den Herren lassen, mit Ausleuchtung, Schatten und wunderhübschen Weichzeichnern und Effekten kennt man sich im Hause Crytek eben aus.

Crysis 2 Quelle: EA Crysis 2 Natürlich hat Crysis 2 auch einen 3D-Modus, der sich stereoskopisch aber zurückhält. Lediglich Waffe und HUD-Elemente werden um eine Ebene nach vorn gezogen, das Spiel an sich bleibt erfreulicherweise flach. Das schont die Augen. Erstmals erlaubt die CryEngine 3 auch Konsolenports von Crysis. Diese sind erstaunlich gut gelungen. Vor allem die Xbox 360-Fassung hat uns in ihren Bann gezogen, sie hat im Vergleich mit der PS3 noch schärfere Konturen und insgesamt eine detailreichere Umgebung. Dafür punktet die PS3 mit satteren Farben. Dennoch findet man in beiden Fassungen leichte Framedrops, wenn man die Kamera zu schnell dreht. Wir konnten die Versionen direkt vergleichen und haben auch Video- und Bildmaterial dazu.

Crysis 2: PS3 & Xbox 360 im Videovergleich

Was uns negativ auffiel

Crysis 2 Quelle: EA Crysis 2 So geil die Grafik von Crysis 2 auch ist, sie hat ihre Macken. Und die fallen uns häufig auf. Auf Xbox 360 sieht man häufig, trotz Installation auf der Festplatte, das Nachladen von Details. Das ist zwar unschön, stört aber wenigstens den Spielfluss nicht. Viel ärgerlicher sind etwa schwebende Objekte und Gegner, Leichen und Feinde, die in Wänden stecken oder durch Wände laufen oder noch schlimmer schießen können und Fehlplatzierungen auf der Map. Dafür, dass Crysis 2 die CryEngine 3 nach außen hin repräsentieren soll, sind es einfach zu viele Fehler dieser Art, weshalb wir den Konsolenversionen jeweils einen Punkt in der Grafikwertung abziehen. Am PC waren solcherlei Probleme zwar auch vereinzelt zu beobachten, aber in wesentlich geringerem Ausmaß.

Crysis 2 Crysis 2 Allen Versionen gemein ist die relativ dümmliche KI - auch schon Kritikpunkt des ersten Crysis. Zwar agieren Feinde schlau und dynamisch auf sich anpassende Situationen, auf weite Entfernungen aber reagieren sie teils gar nicht. Vor allem die Ceph-Aliens sind im Nahkampf schwer zu verfolgen: Sie können sprinten und haben einen ähnlich hohen Sprung, wie der Protagonist drauf. Einfach auf den nächsten Turm fliehen ist bei ihnen nicht. Entdeckt man sie aber früh und bearbeitet sie mit einem Scharfschützengewehr, dann passiert es gerne mal, dass sie einfach reglos stehen bleiben oder sich nur umdrehen, statt in Deckung zu gehen - obwohl sie unter Beschuss sind. Schade, dass man diesen Fehler in der KI noch immer nicht hat ausmerzen können.

Crysis 2 Quelle: EA Crysis 2 Ansonsten arbeitet Crysis 2 mit vielen versteckten Triggern und Skripten. Diese wirken häufig dynamisch, schaut man jedoch genauer hin, offenbaren sich Fehler. Etwa, wenn ein Helikopter hinter dem nächsten Hochhaus schon reglos in der Luft schwebt, dessen Rotor sich erst zu drehen beginnt, wenn einige Schritte weiter eine Zwischensequenz startet. Ab und an kommt es auch vor, dass Trigger nicht ausgelöst werden. Das ist nervig, weil man im Prinzip nie weiß, wohin man zurückrennen muss. Zu allzu großen Spielunterbrechungen kam es dabei aber nicht.

Crysis 2 Quelle: EA Crysis 2 Wenn man aber schon das negative an KI und Missionsverlauf erwähnt, dann darf man auch die positiven Punkte nicht vergessen. Je nachdem, wie man ein Problem angeht, ist der Verlauf einer Mission immer unterschiedlich. Gegner reagieren unterschiedlich und je nachdem, ob man entdeckt wird oder nicht, rufen sie auch mal Luftunterstützung. Sprich: Man kann sein Ziel einfach erfüllen, indem man sich anschleicht und leise Feinde aus dem Weg schafft, oder man macht es auf die brachiale, laute Weise, muss dann aber gegebenenfalls mit Ceph-Gleitern oder C.E.L.L. Angriffshelikoptern klarkommen. Ein und die selbe Mission kann man so auf mehrere Weisen lösen - das gefällt uns!

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