Auch auf der PSP ist der Titel optisch ansprechend, tonal überragend und bietet ein stimmiges Gameplay.
Rätsel- und sprunghafte Abwechslung
Um im Spiel voranzukommen, müssen meistens alle Gegner vom Schirm gefegt werden. Doch sind es nicht immer Kampfkünste, die gefragt sind. Denn wie kaum ein Protagonist eines Videospiels bleibt auch Dante von gelegentlichen Schalter- und Verschieberätseln nicht verschont. Zwar ist hier manchmal ein wenig Nachdenken gefragt, eure grauen Zellen werden aber nicht übermäßig in Anspruch genommen. Daneben gibt es auch einige Sprung-Passagen, die für Abwechslung sorgen. Dante klettert und schwingt sich an Seilen oder mit seiner zur Kette umfunktionierten Sense über Abgründe und muss aufpassen, nicht von Feuerfontänen erwischt zu werden. Meistens ist schlicht und einfach richtiges Timing gefragt. Es gibt zwar einige knifflige Stellen, dafür sind die Rücksetzpunkte aber so fair gewählt, dass Frust so gut wie ausgeschlossen ist. Ein kleines Manko mit den Rücksetzpunkten gibt es jedoch: Passiert ihr einen Checkpoint, bei dem kein Gesundheitsbrunnen ist, um Dantes Lebensenergie aufzufrischen, und habt nur noch sehr wenig Lebensenergie, kann es sein, dass ihr ein Problem habt, wenn nun viele Gegner auf euch einstürmen. Denn auch der Stand eurer Gesundheitsleiste wird am Checkpont abgespeichert. Zum Glück könnt ihr auch während des Spiels im Menü die Schwierigkeit ändern. Trotzdem ist die Verteilung der Gesundheitsbrunnen nicht ganz optimal.
Naht die Erlösung?
Dante's Inferno
Dante kann Gegner und die in der Hölle schmorenden historischen Figuren, auf die er immer wieder trifft, nicht nur niedermetzeln, sondern sich auch entscheiden, ob er sie bestrafen oder erlösen will. Drückt ihr den Button für die Bestrafung, erhaltet ihr Unheiligkeitspunkte, bei einer Erlösung gibt es Heiligkeitspunkte. Je nachdem, welche Punkte ihr sammelt, hat das nicht nur Auswirkungen auf das Ende des Spiels, es werden auch unterschiedliche neue Fähigkeiten freigeschaltet, welche ihr mit gesammelten Seelen erwerben könnt. Erreicht ihr eine neue Unheiligkeitsstufe sind neue verheerende Komboangriffe verfügbar, klettert ihr dagegen in der Heiligkeit nach oben, könnt ihr beispielsweise Dantes Gesundheits- oder Magieleiste erweitern. Es kommt da ganz auf eure Vorlieben beim Verbessern eures Protagonisten an, ob ihr eher der Bestrafer oder Erlöser seid. Im Spielverlauf leider nicht vorhanden sind die sogenannten Reliquien aus den Ausgaben der Heimkonsolen. Das Sammlerherz muss sich Unterwegs leider nur mit den Judas-Münzen zufrieden geben.
Inszenierung: blanker Wahnsinn
Die bombastische Inszenierung der HD-Konsolen wurde auch in der mobilen Version äußerst authentisch umgesetzt. Der so viel gerühmte Soundtrack kreiert in Kombination mit der sehr ansehnlichen Grafik eine emotionsgeladene Atmosphäre welche eure Sinne betört und gleichermaßen strapaziert. Etwas unsauber wirken gerade wegen dieser stimmungsvollen Umsetzung die vielen Ladepausen und der nicht reibungslose Übergang zwischen Rendersequenz und Ingame-Material. Dies kommt umso häufiger vor, da euch die Entwickler an manchen Stellen Arbeit abnehmen, welche die Zocker daheim vor dem großen Screen noch selbst verrichten mussten.
