Dante's Inferno im Gamezone-Test

Test Cubefanatiker

Aufs derbste inszeniert und wahrlich infernalisch metzeln wir uns mit Dante die neun Kreise der Hölle hinab.

Das Hauptwerk eines italienischen Dichters aus dem 14. Jahrhundert als Schnetzelspiel? Schade, dass wir nie erfahren werden, was Dante Alighieri wohl zu dieser Adaption seiner "Divina Commedia" (Göttliche Komödie) sagen würde. Aber heutzutage, wo jeder
(un-)mögliche Stoff, der halbwegs geeignet und populär genug ist, schnell zu einem qualitativ oftmals mäßigen Videospiel verwurstet wird, muss man dankbar sein, dass sich ein Hersteller wie EA einem solch anspruchsvollem Klassiker annimmt. Und Ubisofts Assassin's Creed hat ja vorgemacht, wie man durch ein tolles Spiel mit viel Liebe zum historischen Detail in Kunst und Kultur einer vergangenen Epoche eintauchen kann. Ob den Entwicklern von Visceral Games (Dead Space) mit Dante's Inferno ähnliches auch gelingt?

Dante's Inferno Dante's Inferno Wie in Inferno, dem ersten Teil der Göttlichen Komödie, reist Dante in Begleitung des römischen Dichters Vergil durch die neun Kreise der Hölle. Der erste ist der Limbus, in dem sich die Seelen befinden, die ohne eigenes Verschulden vom Himmel ausgeschlossen sind. In den restlichen Kreisen schmoren die Sünder für die Vergehen Wollust, Gefräßigkeit, Gier, Zorn, Ketzerei, Gewalt, Betrug und Verrat. Dantes literarisches Werk ist aber nicht nur der Aufhänger für das Setting des Spiels. Die Entwickler haben sich nämlich ausführlich mit der Vorlage beschäftigt und jede Menge Zitate eingebaut. So trifft Dante in den einzelnen Abschnitten regelmäßig auf seinen Begleiter Vergil, der die passenden Verse aus der Göttlichen Komödie parat hat. Auch zahlreiche weitere Figuren, die in der Göttlichen Komödie vorkommen, tauchen im Spiel auf. Königin Kleopatra zum Beispiel ist passenderweise Endgegnerin des Wollust-Kreises. Etwas abgewandelt zur Vorlage haben die Entwickler jedoch die Vorgeschichte des Spiels: Dante kommt als ehemaliger Kreuzritter zurück in seine Heimat und findet seine Geliebte Beatrice ermordet vor. Um ihre von Luzifer entführte Seele zu finden und wiedergutzumachen, dass er seine Geliebte einst mit einer Sklavin betrog, begibt er sich auf seinen Höllenritt.

Videoreview zu Dante's Inferno mit Game TV

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Höllisches Gemetzel

Dante's Inferno Dante's Inferno Wer bereits irgendeinen Bericht zu diesem Spiel gelesen hat, wird es vermutlich schon bereits wissen: Wenn man God of War kennt, dann weiß man auch ziemlich genau, wie sich Dante's Inferno spielt. Ihr benötigt einen flinken Daumen und schnetzelt euch fast genauso wie Kratos durch die Gegnerhorden. Euch stehen normale und starke Angriffe sowie Sprünge zur Verfügung, die zu einer Fülle an toll anzuschauenden Komboangriffen kombiniert werden können. Dantes Waffe ist eine übergroße Sense, die er im ersten EndBosskampf dem Tod persönlich entreißt. Außerdem kann er blocken, ausweichen und die Höllenkreaturen mit Kreuzen aus der Distanz und mit im Laufe des Spiels erlernten magischen Angriffen attackieren. Gegen die noch recht einfallslos designten Standardgegner habt Ihr am Anfang Zeit, euch mit der Steuerung und den Angriffsmöglichkeiten vertraut zu machen. Und genau dann, wenn es langsam öde wird, die immer gleichen Feindeshorden niederzumetzeln, treten Dante nicht nur immer hässlicher und aufwendiger gestaltete, sondern auch größere und stärkere Kreaturen entgegen. Spielt ihr nicht gerade auf dem leichtesten der vier Schwierigkeitsgrade, habt ihr ohne geschicktes Blocken und Ausweichen bald keine Chance mehr. Bis zum Ende des Spiels erweitert sich die Palette von euren höllischen Widersachern in jedem Abschnitt, sodass trotz fast ununterbrochenem Button-Smashing beim Kämpfen kaum Langeweile aufkommt. So bekommt es Dante unter anderem mit besonders großen und zähen gehörnten Monstern, im Gefräßigkeitskreis mit außerordentlich fetten Ungetümen, mit Riesenvögeln, die Feuerbälle schleudern, oder aus der Erde hervorschießenden Würmern zu tun.

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