Aufs derbste inszeniert und wahrlich infernalisch metzeln wir uns mit Dante die neun Kreise der Hölle hinab.
Dante's Inferno
Ein besonderes Schmankerl sind die riesengroßen berittenen Kreaturen. Habt ihr diesen durch Hiebe mit der Sense genügend Schaden zugefügt, könnt ihr durch Drücken des rechten Triggers ein Quick-Time-Event starten - auch hier lässt God of War grüßen. Schafft ihr es, in der nun folgenden Sequenz die eingeblendeten Buttons rechtzeitig zu drücken, schwingt sich Dante auf den Rücken des Monsters und der Spieler übernimmt eine bestimmte Zeit lang dessen Kontrolle. Jetzt ist es eine wahre Freude, die nun im Gegensatz zu euch winzigen Gegner mit euren riesigen Fäusten und Füßen, denen ihr kurz zuvor noch selber ausweichen musstet, niederzustampfen. Insgesamt sind die Anzahl und das Design der vielen unterschiedlichen Gegnertypen auf jeden Fall schon erhaben. Aber nochmal einen drauf setzen die Entwickler mit den an Schaurigkeit und Größe kaum zu überbietenden EndLevelbossen. Um diese Riesen zu besiegen braucht Dante eine bestimmte Taktik oder muss seine Umgebung ausnutzen. Beim Finish ist dann meistens wieder ein Quick-Time-Event zu meistern. Einer der ersten von vielen Höhepunkten ist der Kampf gegen König Minos: Dante spießt dessen Zunge am Ende in einer spektakulären Sequenz an einem spitzen Zahnrad auf und dreht dann... heftig, aber einfach der Wahnsinn!
Rätsel- und sprunghafte Abwechslung
Dante's Inferno
Um im Spiel voranzukommen, müssen meistens alle Gegner vom Schirm gefegt werden. Doch sind es nicht immer Kampfkünste, die gefragt sind. Denn wie kaum ein Protagonist eines Videospiels bleibt auch Dante von gelegentlichen Schalter- und Verschieberätseln nicht verschont. Zwar ist hier manchmal ein wenig Nachdenken gefragt, eure grauen Zellen werden aber nicht übermäßig in Anspruch genommen. Daneben gibt es auch einige Sprung-Passagen, die für Abwechslung sorgen. Dante klettert und schwingt sich an Seilen oder mit seiner zur Kette umfunktionierten Sense über Abgründe und muss aufpassen, nicht von Feuerfontänen erwischt zu werden. Meistens ist schlicht und einfach richtiges Timing gefragt. Es gibt zwar einige knifflige Stellen, dafür sind die Rücksetzpunkte aber so fair gewählt, dass Frust so gut wie ausgeschlossen ist. Ein kleines Manko mit den Rücksetzpunkten gibt es jedoch: Passiert ihr einen Checkpoint, bei dem kein Gesundheitsbrunnen ist, um Dantes Lebensenergie aufzufrischen, und habt nur noch sehr wenig Lebensenergie, kann es sein, dass ihr ein Problem habt, wenn nun viele Gegner auf euch einstürmen. Denn auch der Stand eurer Gesundheitsleiste wird am Checkpont abgespeichert. Zum Glück könnt ihr auch während des Spiels im Menü die Schwierigkeit ändern. Trotzdem ist die Verteilung der Gesundheitsbrunnen nicht ganz optimal.
Naht die Erlösung?
Dante's Inferno
Dante kann Gegner und die in der Hölle schmorenden historischen Figuren, auf die er immer wieder trifft, nicht nur niedermetzeln, sondern sich auch entscheiden, ob er sie bestrafen oder erlösen will. Drückt ihr den Button für die Bestrafung, erhaltet ihr Unheiligkeitspunkte, bei einer Erlösung gibt es Heiligkeitspunkte. Je nachdem, welche Punkte ihr sammelt, hat das nicht nur Auswirkungen auf das Ende des Spiels, es werden auch unterschiedliche neue Fähigkeiten freigeschaltet, welche ihr mit gesammelten Seelen erwerben könnt. Erreicht ihr eine neue Unheiligkeitsstufe sind neue verheerende Komboangriffe verfügbar, klettert ihr dagegen in der Heiligkeit nach oben, könnt ihr beispielsweise Dantes Gesundheits- oder Magieleiste erweitern. Es kommt da ganz auf eure Vorlieben beim Verbessern eures Protagonisten an, ob ihr eher der Bestrafer(?) oder Erlöser seid. Außerdem erhaltet ihr im Spielverlauf sogenannte Reliquien. Damit können verschiedene Fähigkeiten nach euren Wünschen gesteigert werden. Die Anzahl der ausrüstbaren Reliquien ist anfangs auf zwei beschränkt, kann aber erweitert werden. Die Auflevelmöglichkeiten eurer Spielfigur sind jedenfalls motivierend und lassen sogar so manches Actionrollenspiel vor Neid erblassen.
