Dante's Inferno im Gamezone-Test

Test Cubefanatiker

Aufs derbste inszeniert und wahrlich infernalisch metzeln wir uns mit Dante die neun Kreise der Hölle hinab.

Inszenierung: blanker Wahnsinn

Dante's Inferno Dante's Inferno Die Bezeichnung "höllisch" trifft die Gegner, das Setting und die Atmosphäre des Spiels wirklich perfekt. Ganz besonders gelungen ist die Inszenierung. In den Zwischensequenzen wird das Spielerauge nicht nur mit großartigen Rendersequenzen, sondern auch mit jeder Menge von Profis hervorragend animierten Comicvideos verwöhnt, in denen man unter anderem mehr über Dantes Vergangenheit als Kreuzritter und über die Sünden der Bösewichte erfährt (zum Release des Titels erscheint übrigens auch ein Animefilm zum Spiel). Im Gameplay selbst werden Action und Spannung von den Entwicklern großgeschrieben. So muss Dante beispielsweise in letzter Sekunde von in die Tiefe stürzenden Plattformen springen oder über einem Becken mit aufsteigender, kochend heißer Lava alle Höllenwesen vom Schirm fegen, bevor er in der Glut verbrennt. Technisch liefert Dante's Inferno auch kaum Grund zum Meckern. Die Grafik mit ihrer abgefahren düsteren Architektur der Hölle kann sich sehen lassen und das Spielgeschehen läuft konstant flüssig. Die vorgegebene Kamera sorgt dabei zu jedem Zeitpunkt dafür, dass die Action perfekt in Szene gesetzt wird.

Dante's Inferno Dante's Inferno Besonders der Sound leistet seinen Beitrag zur Atmosphäre. Schaurige Musik und die fast ununterbrochen ertönenden gequälten Schreie der Verdammten - genau so stellt man sich die Hölle vor! Allerdings treiben es die Entwickler mit mancher Darstellung schon fast bis zur Geschmacklosigkeit. Die Gewalt in den Kämpfen selbst ist zwar für das Genre nicht außergewöhnlich exzessiv. Selbstverständlich ist es aber nicht, dass Dante's Inferno in Deutschland völlig ungeschnitten erscheint. Denn das Spiel geizt nicht mit provokanten und heftigen Szenen, die nichts für zarte Gemüter sind. Da wäre zum Beispiel der Wollust-Abschnitt, in dem jede Menge nackter Haut vorkommt. Im Gegensatz zu den Amerikanern, denen sexuell anstößige Inhalte in Spielen gar nicht gefallen, übermäßige Brutalität dafür aber relativ egal ist, sind blanke Brüste in Deutschland weniger ein Problem. Der Endkampf gegen die überdimensional große Kleopatra, aus deren blanken Brüsten kleine ungetaufte Babys hervorkommen, die Dante mit Klingenarmen ans Leder wollen, dürfte jedoch auch hierzulande dem einen oder anderen zu weit gehen. Auch die vielen blutigen Animesequenzen könnten auf so manchen verstörend wirken. Abgesehen davon muss man Kritikpunkte an diesem Spiel aber schon mit der Lupe suchen. Die Kämpfe spielen sich vielleicht einen Tick weniger flüssig als in God of War, die Düsternis der Hölle ist auf die Dauer etwas eintönig, das dauernde Button-Smashing selbst beim Öffnen von Behältern nervt und die Rätsel- und Sprungeinlagen bieten nichts Neues und wirken etwas aufgesetzt. Nichtsdestotrotz legt Dante's Inferno gerade in Sachen Technik und Inszenierung die Latte für den im März erscheinenden Konkurrenten aus dem Hause Sony schon ziemlich hoch.

Meinung

Wertung zu Dante's Inferno (X360)

Wertung:

8.8 /10
Pro & Contra
KampfactionEndbosse (!)höllische Atmosphärestarke VideosequenzenEinbau von Zitaten aus der Göttlichen Komödiegute Synchronisierunghervorragende Technik und PräsentationSpieler steht vor der Entscheidung zu erlösen oder zu bestrafenmotivierendes Seelen- und ReliquiensammelnFreischalten neuer Kombos und FähigkeitenGegner aus blanken Brüsten
Steuerung und Quick-Time-Events abgekupfertKämpfe nicht ganz so geschmeidig wie bei GoWnur eine WaffeRätsel- und Sprungeinlagen unterbrechen SpielflussDaumenüberanstrengungGegner aus Brüsten
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