Special statt Test: Buntes Allerlei zu Diablo 3

Special Sandro Odak

Wir wollten Diablo 3 ausführlich und ganz normal testen, doch dank Fehler 37 und Co. haben wir das in der Kürze der Zeit einfach nicht hinbekommen. Gamezone-Autor Andreas Peter hat aus dem Test daher kurzerhand ein Leser-Special gemacht und beantwortet darin Fragen zu Blizzards Action-RPG.

Pünktlich einen Tag vor dem Start der Spieleserver bekam der Autor dieses Artikels sein Testmuster von Diablo 3 in die Hand gedrückt. Zeitgenau zum Start der Spieleserver holte sich der Autor dieses Artikels eine zünftige Frühjahrsgrippe, die ihn zehn Tage zuverlässig hinderte, das Spiel vernünftig ausprobieren zu können. So schlimm die Grippe? So schlimm die Grippe. Er war in dieser Zeit sogar zu schwach, sich über das RTL2-Nachmittagsprogramm aufzuregen, mit dem er sich fiebernd auf der Couch berieseln lies. Das Fieber machte das RTL2-Erlebnis übrigens nicht besser. Und er war sogar zu schwach, die Fernbedienung zu heben, und den Fernseher abzuschalten. Zum halten eines Gamepads oder einer Maus fehlte jede Energie - wirklich tragisch, nach über zehn Jahren sehnsüchtigem warten auf den Nachfolger des fantastischen Diablo 2.

Zwei Wochen zogen ins Land, der Autor erholte sich, und prompt wurde er von der Redaktion berechtigterweise angemahnt, doch endlich, endlich, das Diablo 3 Review anzuliefern. Sämtliche andere Publikationen des bekannten Universums, von klassischer Printpresse, flotten Onlineseiten, überheblichen Hipster-Blogs bis zum Mitgliedermagazin des Großhesseloher Kleingärtner- und Kaninchenzüchtervereins haben bereits umfangreichste Artikel herausgegeben, nur alleine GameZone fehlt noch mit einem Review.

Aber wisst ihr was? So wird es bleiben. Das Leben ist zu kurz, um jetzt noch den dreitausendsten Test zum Thema herauszuhauen, den sowieso niemand mehr lesen mag. Wir werden Euch stattdessen mit einem bunten Potpurri an Fakten und Antworten auf Eure konkreten Fragen aus dem GameZone-Forum unterhalten, und hoffen, Ihr könnt noch die eine oder andere neue Information herausziehen, die vielleicht in der Fantastilliarde von anderen Berichten zu Diablo 3 nicht beinhaltet waren.

Den ausführlichen Videotest von unseren Kollegen bei PC Games haben wir euch in Videoform unter diesen Zeilen angehämgt. Den achtseitigen Artikel dazu findet ihr hier: PC Games - Diablo 3 Review

Und nun zu den Leserbriefen.

User A. aus B. frägt: "War Diablo das erste Spiel seiner Art? Hat Blizzard das Genre wirklich erfunden?"

Special statt Test: Buntes Allerlei zu Diablo 3 Quelle: buffed Diese Frage lässt sich von einem alten Grufti wie dem Autor einfach beantworten - ich war damals nämlich live dabei, als wir 1996 in kurzen Hosen durch meterhohen Schnee zum Spieleladen unseres Vertrauen stapften, um unser Exemplar von Diablo 1 zu kaufen. Nein, Blizzard hat's eigentlich nicht erfunden - wie immer haben sie es aber verstanden, erpropte Spielideen zu adaptieren, das Gameplay fantastisch aufzupolieren und das Endergebnis als zeitlosen Klassiker in der Spielekultur zu installieren. Genauergesagt führt Diablo zwei Klassiker zusammen. Zum einen hätten wir da den Spielhallenklassiker Gauntlet aus der Mitte der Achtziger Jahre. Sagenhafte vier Spieler gleichzeitig konnten sich an die Joysticks hängen und dabei vier verschiedene Heldenklassen durch hunderte aneinanderhängende 2D-Labyrinthe steuern. Es gab Thor, den Krieger mit der Axt, Merlin den Zauberer, der Feuerbälle werfen konnte, Thyra, die Walküre mit Schwert und Schild, sowie Questor, den grün gewandeten Elfen mit seinem Bogen. Mit diesen Figuren schnetzelte man sich durch endlose Monsterhorden, sammelte Schätze, die den Highscore in die Höhe trieben, heilte seine Lebenskraft mit Zaubertränken und Essen und schnappte sich Schlüssel, um im Spiel weiterzukommen. Der Automat war ein grosser Erfolg und wurde für auch für ziemlich jede Heimkonsolen- oder Homecomputerplattform umgesetzt.

Was Gauntlet im Vergleich zu Diablo aber noch nicht bot, waren das Rollenspiel-Charaktergerüst und die verschiedenen Waffen- und Skillklassen. Die adaptierte Blizzard von Nethack, einem Zeichensatz-only Rollenspiel, ebenfalls aus den Achtzigern. Hier "hackt" man sich ebenfalls durch zufallsgenerierte Dungeons, auf der Suche nach einem sagenhaften Amulett. Hinter der kargen Zeichenwüste von Grafik steckte ein ausgesprochen komplexes Gameplay mit hunderten von Waffen, Zaubersprüchen, Fähigkeiten und sogar schon Begleitern. Bis heute hat die Spieleklasse der sogenannten "rougelikes", wie Nethack-ähnliche Games genannt werden, online wie offline eine große Fangemeinde.

Special statt Test: Buntes Allerlei zu Diablo 3 Quelle: buffed Die Spielefirma Condor, damals flott aufgekauft von Blizzard und in "Blizzard North" umbenannt, beschloss die beiden Klassiker in einem Spiel zu vereinen - ursprünglich wie Nethack als rundenbasierendes Dungeon-Rollenspiel. Erfreulicherweise kam aus dem Hauptquartier der Befehl, einen Echtzeittitel daraus zu machen und den Multiplayer zu betonen - also mehr Wert auf die Features vom Urahnen Gauntlet zu legen.

Der Rest ist moderne Videospielegeschichte - der Erfolg lies nicht lange auf sich warten. Erstens war das suchterzeugende Blizzard-Gameplay ein Garant für blitzschnelle und erfolgreiche Mund-zu-Mund Propaganda im frühen Internet, zweitens wurde das Game genau in die Rollenspielflaute der Neunziger geboren, so dass sogar Meckerfritzen vom Schlage "Diablo ist gar kein echtes Rollenspiel" zuschlugen und Blizzard Traumverkäufe bescherten.

  1. Seite 1 Diablo 3: Wieso kein Test? / Die Geschichte von Diablo
  2. Seite 2 Diablo 3: Was hat es mit dem Onlinezwang auf sich? / Ist das noch ein RPG?
  3. Seite 3 Diablo 3: Hardwareanforderungen / Echtgeld-Auktionshaus / Fazit
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