Disciples: Domination im Test - Kämpfe sind endlich herausfordernd

Test Matthias Dammes
Disciples: Domination im Test - Kämpfe sind endlich herausfordernd
Quelle: Kalypso Media

Unser Test zu Disciples: Domination liefert alle Stärken und Schwächen im Überblick. Darunter die gestiegene Herausforderung als auch die technischen Mängel.

Mehr Herausforderung

Insgesamt klingt das alles aber ziemlich vertraut und spielt sich sehr ähnlich wie im Vorgänger. Allerdings haben die Entwickler einen der größten Schwachpunkte von Liberation behoben. Denn trotz recht ansprechender taktischer Tiefe war dieser schlecht gebalanced und am Ende viel zu leicht. Um dem zu begegnen, wurde das allgemeine Balancing überarbeitet. So fühlt sich schon der normale Schwierigkeitsgrad deutlich fordernder an als der Vorgänger.

Und ja, richtig gehört, es gibt diesmal Schwierigkeitsgrade. Von Story bis Brutal lassen sich vier Stufen der Herausforderung einstellen. Wer noch mehr Kontrolle über die Schwierigkeit haben möchte, kann sich verschiedene Bereiche wie Gegnerschaden, kritische Trefferchance der Feinde und die eigene Heilung durch unverbrauchte Aktionspunkte individuell anpassen. Eine sehr löbliche Verbesserung, mit der auch Taktikveteranen endlich gefordert werden.

Allerdings haben die Entwickler bei der Überarbeitung des Balancings die ganze Rohstoffwirtschaft ein wenig vergessen. Zwar haben wir durch die Beschwerden im Thronraum eine neue Möglichkeit, viele Rohstoffe auszugeben, aber wer fleißig alle produzierenden Gebäude in der Spielwelt einnimmt, hat spätestens in der zweiten Hälfte des Spiels kaum noch Engpässe zu bewältigen. So sahen wir uns auch diesmal nie genötigt, am Marktplatz in unserer Hauptstadt Rohstoffe einzukaufen.

Mit jedem Stufenaufstieg verteilen wir Punkte in Talentbäumen. Diese sind von der zu Beginn des Spiels gewählten Klasse abhängig. Quelle: PC Games Mit jedem Stufenaufstieg verteilen wir Punkte in Talentbäumen. Diese sind von der zu Beginn des Spiels gewählten Klasse abhängig.

Hexenkönigin oder Göttliche Regentin

Ein wenig geschraubt wurde auch an der Charakterentwicklung unserer Heldin Avyanna. Die Königin entwickeln wir im Verlauf des Spiels wie einen richtigen Rollenspielcharakter. Durch Stufenaufstiege verdienen wir uns Skillpunkte, die wir in verschiedene Talentbäume investieren. Auch diesmal wählen wir wieder aus vier verschiedenen Klassen aus. Diesmal jedoch gleich zu Beginn des Spiels, da jede Klasse ihren eigenen Spielstil mit eigenen Talentbäumen verkörpert.

Die Kriegsherrin ist auf Nahkampf ausgelegt und kann zu einem Klingenmeister oder Bollwerk entwickelt werden. Als Hexenkönigin ist Avyanna eine Meisterin der dunklen Künste und kann zum Beispiel Untote heraufbeschwören. So wirkt sich die Klassenwahl auf die Angriffsfähigkeiten aus, aber auch auf die zusätzlichen Zaubersprüche der Protagonistin. Sehr löblich: Wir sind zu keinem Zeitpunkt festgelegt. Über das Skillmenü können wir jederzeit bequem unsere Punkte zurücksetzen und eine der anderen Klassen wählen.

Avyanna kann mit einer Vielzahl von Items ausgerüstet werden, die ihre Werte erhöhen. Legendäre Gegenstände bieten zusätzliche Boni. Quelle: PC Games Avyanna kann mit einer Vielzahl von Items ausgerüstet werden, die ihre Werte erhöhen. Legendäre Gegenstände bieten zusätzliche Boni. Neben den Talentbäumen verbessern wir unsere Heldin auch über diverse Ausrüstungsgegenstände. Die gibt es genretypisch in verschiedenen Seltenheitsstufen. Je wertvoller, umso besser die Werte. Auf legendären Items finden wir neben den Charakterwerten noch spannende passive Boni, die eine noch gezieltere Ausrichtung auf einen Spielstil erlauben. Für einen weiteren Boost lassen sich alle Ausrüstungsgegenstände in der Schmiede noch in fünf Stufen aufwerten, was die Werte des Items deutlich steigert.

Technisch durchwachsen

Einen recht gemischten Eindruck hinterließ die Technik des Spiels. Grafisch gibt Domination ein ordentliches Bild ab und gehört im Genre eher zu den hübscheren Vertretern. Der schicke Stil des Vorgängers wurde beibehalten und gerade bei der liebevollen und detailreichen Darstellung der einzelnen Gebiete verfeinert. Das lief bei uns im Test auf einem Mittelklasse-Rechner mit einer RTX 3090 auch sehr ordentlich. Bei nativer 4K-Auflösung hielt das Spiel die meiste Zeit stabile 60 FPS. Lediglich in einigen wenigen Bereichen konnten wir deutliche Einbrüche feststellen.

Auf dem PC schwächelt die Performance nur in einigen wenigen Gebieten wie dieser städtischen Umgebung. Quelle: PC Games Auf dem PC schwächelt die Performance nur in einigen wenigen Gebieten wie dieser städtischen Umgebung. Nicht ganz so rund läuft es dagegen auf der PS5. Zum einen ist das Bild nicht ganz so scharf, wird also vermutlich nicht mit nativen 4K gerendert. Zum anderen kann die Texturqualität an einigen Stellen nicht mit dem PC mithalten. Hinzu kommt, dass die Framerate beim Reisen durch die Oberwelt zu wünschen übriglässt. Läuft es kurz nach Spielstart noch relativ flüssig, nimmt die Framerate in der Spielwelt mit andauernder Session spürbar ab. Auf Dungeons und die Schlachtfelder wirkt sich das allerdings nicht aus.

Ansonsten bleibt uns noch zu erwähnen, dass auch in Domination rund die Hälfte des Spiels nicht vertont ist. Gerade bei Gesprächen mit unseren Gefährten fanden wir das sehr schade. In einigen der wenigen Cutscenes hatten wir zudem das Gefühl, dass der Sound schlecht abgemischt ist. Hinzu kommen ein paar unschöne Bugs. So hingen wir manchmal im Thronraum-Bildschirm fest, woraus wir uns erst nach einer Weile durch wildes Button-drücken befreien konnten. Soundeffekte kommen gerne mal ins Stottern.

Fazit und Wertung

So steht sich Disciples: Domination am Ende vor allem selbst im Weg und vermittelt den Eindruck, dass man zwar an einigen Stellen einen Schritt vorwärts gemacht hat, dies jedoch durch Rückschritte an anderen Stellen wieder ausgeglichen wird. Ein schlechtes Spiel ist es deswegen nicht, aber es reicht eben auch nicht, um sich in irgendeiner Weise hervorzuheben. An eine Genre-Größe wie Heroes of Might and Magic kommt es, gerade in Sachen Komplexität, ohnehin nicht ran. Wer aber den Vorgänger schon sehr gerne gespielt hat, wird auch hier wieder voll auf seine Kosten kommen. Die Entwickler hätten sich aber durchaus ein wenig mehr Weiterentwicklung zutrauen dürfen.

Meinung

Wertung zu Disciples: Domination (PC)

Wertung:

7.0 /10

Wertung zu Disciples: Domination (PS5)

Wertung:

7.0 /10
Fazit

Disciples: Domination bietet fordernde Taktikkämpfe und sinnvolle Verbesserungen, bleibt technisch durchwachsen und spielerisch nah am Vorgänger – gut für Fans, aber mit wenig Mut zur Weiterentwicklung.

Disciples: Domination wird von Artefacts Studio entwickelt und von Kalypso Entertainment vertrieben. Das Strategie-Rollenspiel erscheint am 12. Februar 2026 für PC, Playstation 5 und Xbox Series S/X. Transparenzhinweis: Für diese Review wurde von Publisher Kalypso eine Releasefassung von Disciples: Domination zur Verfügung gestellt.

  1. Seite 1 Story, Spielwelt
  2. Seite 2 Thronraum, Taktische Schlachten
  3. Seite 3 Schwierigkeit, Charakterentwicklung, Fazit, Wertung
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