Wir waren als Drachentöter und -ritter in Rivellon unterwegs und waren besonders von der Vertonung des RPGs begeistert!
Divinity 2: Ego Draconis
Gelungen ist den Mannen von Larian Studios hingegen das Klassensystem, dass nun nicht mehr ganz so statisch und klassisch aufgebaut ist, wie in vielen anderen Spielen des Genres. Das offene Entwicklungssystem war es auch, das schon die Vorgänger von Divinity II von der Konkurrenz abhob, der Technologiebaum bietet diesmal insgesamt 61 aktive sowie passive Fähigkeiten, unterteilt in Priester-, Magier-, Krieger-, Waldläufer, Drachentöter- sowie Drachenfertigkeitsklassen. Statt sich von vornherein auf eine dieser Klassen festzulegen, kann der Spieler ganz individuell seinen eigenen Charakter formen und Skills kombinieren - je nach Lust und Laune also einen Krieger ausbilden, der, durch Priesterfähigkeiten erweitert, auch heilen kann. Unsere Attribute als Mensch haben allerdings keinen Einfluss auf unsere Drachengestalt. Für diese gibt es im Spiel einen komplett eigenen Fähigkeitenzweig, welcher nur darauf wartet von uns aufgebaut zu werden.
Ein Abenteuer voller Möglichkeiten und Konsequenzen
Divinity 2: Ego Draconis
Vollkommen rollenspieluntypisch: Wenn uns in einem fortgeschrittenen Stadium des Abenteuers das Aussehen des Protagonisten nicht mehr zusagt, können wir die Optik unseres Alter-Ego jederzeit bei einem Illusionisten anpassen. So recht auf Wiedererkennungswert und Tiefgang legt es Divinity also nicht an. Als Drachentöter können wir nicht nur starke Magie gegen unsere Widersacher einsetzen sondern erhalten auch die Gabe des Gedankenlesens. Diese können wir fortan so oft wir wollen in Gesprächen einsetzen. Viele Bewohner Rivellons haben Geheimnisse und oftmals verschaffen wir uns einen entscheidenden Vorteil für eine Quest, wenn wir in die geistige Privatsphäre der Leute eindringen. Doch Vorsicht, Gedanken lesen ist nicht umsonst. Der Preis dafür ist sogar vergleichsweise hoch, denn das Eindringen in die Köpfe von Anderen kostet Erfahrungspunkte. Ein bereits erreichtes Level können wir zwar nicht wieder verlieren, sollten wir aber zu viele Erfahrungspunkte verbrauchen, räumt uns das Spiel einen "XP-Kredit" ein. Dumm nur, wenn man, wie wir beim ersten Versuch, gleich zu Beginn jedem versucht in den Kopf zu schauen, egal ob kleinem Bürger (mit ca 30 XP pro Person relativ günstig) oder großen Stadtbossen (mit 1500 XP schon ganz schön teuer!) und so mit zigtausend Erfahrungspunkten im Minus ist. Das Ergebnis war vernichtend: Schon bald sind so ziemlich alle Gegner im Startgebiet tot, der nächstgelegene Abschnitt aber viel zu hoch für unseren Level. Neustart - willkommen in Rivellon... Again!
Divinity 2: Ego Draconis
Dafür zeigte uns dieser Neustart, dass fast jede Entscheidung, welche wir treffen, weitreichende Folgen hat. In Divinity II können wir Quests wie üblich auch ablehnen, dies kann aber zu einem späteren Zeitpunkt von Vorteil sein. Wenn wir beispielsweise einem Soldaten nicht dabei helfen, eine Horde Goblins zu bekämpfen, zieht dieser alleine los. Später finden wir ihn vielleicht in verwahrlostem Zustand in einer Höhle wieder, in welcher er von den Monstern gefangen gehalten wird. Auch dieses mal können wir entscheiden, ob wir ihm helfen oder ihn sterben lassen und dann sein Hab und Gut an uns nehmen. Je nachdem, welche Entscheidung wir treffen, kommen wir auch an unterschiedliche Gegenstände oder Belohnungen.
Divinity 2: Ego Draconis
Da wir in Divinity II natürlich nicht alle Konflikte durch fundierte Gespräche und Rumstochern im Gedankengut anderer lösen können, haben die Entwickler auch ein durchdachtes Kampfsystem in das Spiel integriert. Die Kämpfe werden in Echtzeit ausgetragen und je nachdem wie wir unseren Charakter gewichten, können wir starke Magieangriffe oder komplexe Schlag-Kombos einsetzen, um unser gegenüber in die Knie zu zwingen. Zwar bleibt einem auch der Weg des Waldläufers, also das Töten mithilfe von Pfeil und Bogen, das Zielsystem Divinitys macht dies aber so gut wie unmöglich: Statt selbst Gegner auszuwählen oder gar mit der Maus zu zielen, markiert der PC von selbst den Gegner an. Sind die Feindscharen nun ein paar Meter weit weg oder in einer Gruppe gebündelt, fällt das Zielen auf eine Person schon mal schwer oder ist gar komplett unmöglich.
Divinity 2: Ego Draconis
Wenn wir in der Gestalt eines Drachen kämpfen, so finden die Auseinandersetzungen natürlich in der Luft statt. In die Gestalt wechselt man ganz einfach, indem man beispielsweise von einer Klippe springt und dann die Drachenfertigkeit aktiviert - keine Panik übrigens, wenn man mal vergisst sich zu verwandeln: Aufgrund äußerst mysteriöser Umstände kann unser Charakter nämlich kilometertief fallen, ohne sich wehzutun... Doch auch bestimmte Bereiche von Rivellon wurden durch die Bewohner vor uns geschützt und mit einem riesigen Schutzschild umgeben. Um diese zu deaktivieren müssen wir Festungen angreifen, welche natürlich mit von fliegenden Dämonen bewacht werden. Dabei treten wir nicht selten gegen zahlenmäßig überlegene Truppen an. Geschicktes Vorgehen ist gefragt, die Kämpfe sollen nicht nur darauf basieren stupide auf einen Gegner einzuschlagen. Um aber überhaupt erst die Gestalt des Drachen anzunehmen, benötigen wir den Drachenstein, welchen wir im Drachenturm finden können.
