Dragon Age: Inquisition: Dragon Age Inquisition im Test: Das etwas andere Bioware-RPG

Test Alexander Schneider
Dragon Age: Inquisition im Test (14)
Quelle: PC Games

Wer nach den ersten Teilen der Dragon-Age-Serie nur einen ganz typischen Nachfolger erwartet hat, liegt falsch. Dragon Age: Inquisition ist anders als seine Vorgänger. Wir haben drei Fans und RPG-Spieler rangelassen und überprüft, ob "anders" auch "gut" bedeutet.

Schon bevor ich das Ende von Dragon Age 2 erlebt habe, war ich unglaublich heiß auf den dritten Teil der Reihe. Damals wusste noch niemand, was es letztendlich werden würde. Nach dem mehr oder weniger offenen Ende des Abenteuers rund um den Champion von Kirkwall war der Drang nach neuem Material natürlich noch höher. Auch aufgrund der harschen Kritik, die der Nachfolger von Origins von allen Seiten einstecken musste. Nun ist Dragon Age: Inquisition endlich erschienen und ich habe schon viele Stunden in das Abenteuer investiert. Was ich dazu sagen kann? Es ist auf jeden Fall anders als ich erwartet habe. Das ist gut und auch ein bisschen schlecht zugleich.

Was bisher geschah...

Dragon Age: Inquisition im Test (2) Quelle: Computec Dragon Age: Inquisition im Test (2) Das dritte Abenteuer der Saga baut auf die Vorgänger auf, vor allem auf die Ereignisse die der Champion von Kirkwall und der Magier Anders im zweiten Teil ins Rollen brachten. Der Magier verübte ein tödliches Attentat auf Elthina, die Oberste Klerikerin der örtlichen Kirche. Er sprengte das Gotteshaus von Kirkwall mit einer magischen Bombe in die Luft. Seitdem herrscht offener Krieg. Die Templer haben sich von der Kirche losgesagt und kämpfen in ganz Ferelden und Orlais gegen die Magier. Als letzten Ausweg aus diesem Debakel rief die Göttliche Justinia V, oberste Leiterin der Kirche, ein Konklave ein, um eine friedlichen Lösung zu finden. Ich bin auch vor Ort. Natürlich verläuft die Versammlung nicht nach Plan. Ein Unbekannter sabotiert das Treffen im Tempel und das Gebäude sowie alle Anwesenden werden in einer gigantischen Explosion vernichtet. Alle, bis auf mich.

Hier setzt die Story von Inquisition an. Bevor ich mich ins Abenteuer stürze, erstelle ich ein virtuelles Alter Ego. Der neue Charakter-Editor ist der umfangreichste den Bioware je zur Verfügung gestellt hat. Millimetergenau stelle ich Details im Gesicht ein. Die Möglichkeiten sind schier endlos und beim Blick auf die Uhr stelle ich fest: Ich habe fast eine Stunde im Editor herumgespielt. Natürlich geht es auch viel schneller.

Die Welt retten, was sonst?!

Dragon Age: Inquisition im Test (1) Quelle: Imgur Dragon Age: Inquisition im Test (1) Ich überlebe also den verheerenden Anschlag, der ein riesiges Loch ins Nichts reißt. Kenner der Serie wissen: Das Nichts ist das Reich von Dämonen und Geistern. Der sogenannte Schleier trennt die irdische Welt davon. Das alles ist Pustekuchen in Inquisition. Durch dieses riesige Loch strömen nun zahlreiche Monster in die Welt und überall entstehen neue Risse. Ich fühle mich total überrumpelt und etwas an Sonys Killzone: Shadow Fall erinnert. Vom kleinen Jungen zum Supersoldaten in 30 Sekunden werde ich ähnlich schnell vom Gefangenen zum Soldaten. Der Einstieg in dieses wahrlich epische Abenteuer ist viel zu schnell gezeichnet. Vor allem für Neulinge wäre etwas mehr Hintergrundwissen zu Anfang hilfreich. Den Aufhänger habe ich so schon in unzähligen Rollenspielen gesehen. Die Welt muss gerettet werden. Diesmal verpasst Bioware aber einen eleganten Einstieg in die Geschichte. Das haben sie in Origins viel besser aufgebaut und selbst die Rückblende in Teil 2 war eine elegantere Lösung. Nicht falsch verstehen, der Start in dieses Epos ist noch erträglich, aber das wer, wie und warum klären die Autoren in Rekordzeit. Und zwar unzureichend. Später wird nochmal darauf eingegangen, aber ein Rollenspiel, das mich über viele Stunden hinweg fesseln will, muss mir schon einen spannenderen Einstieg bieten. Das kann Bioware besser.

Die ersten Schritte der Inquisition

Dragon Age: Inquisition im Test (4) Quelle: EA Dragon Age: Inquisition im Test (4) Als Inquisitor habe ich eine besondere Fähigkeit: Ich kann die Risse im Schleier schließen. Um das größte der Löcher zu schließen, brauche ich aber erst einmal genug Power. Zum Glück hat mich das Schicksal in die Hände einer fähigen Gruppe fallen lassen, die mir bei der Verwirklichung meiner Ziele zur Seite steht. Meine Spionagemeister Leliana und den Truppenführer Cullen kenne ich aus den Vorgängern. Die Diplomatin und Botschafterin Josephine komplettiert mein Beratertrio. Dieses Dreiergespann ist vor allem dann wichtig, wenn ich im Kriegsrat Aufträge verteile. Dort schalte ich nicht nur neue Gebiete frei, sondern schicke meine Berater auch auf kleine Missionen. Diese Aufträge laufen in Realzeit ab und variieren von einfachen Ressourcen-Sammlungen bis hin zur Rekrutierung neuer Verbündeter. Kurze Aufträge sind in 10 Minuten erledigt, es gibt aber auch besondere Missionen, die bis zu vier Stunden oder mehr in Anspruch nehmen. Höre ich auf zu spielen, läuft die Auftragszeit trotzdem weiter. Das finde ich sehr gut und haucht dem Spiel etwas Realismus ein. Meine Waschmaschine stoppt schließlich auch nicht, nur weil ich das Badezimmer verlasse. Meistens ist es egal, wen ich mit einem Auftrag betraue, das Ergebnis ist in der Regel positiv.

Im Kriegsraum schalte ich außerdem wichtige, für die Handlung relevante Missionen frei. Die hätte ich fast schon wieder aus den Augen verloren, da ich mich immer in den Nebenmissionen verliere. Skyrim lässt grüßen. In den Vorgängern wurden die Kontrahenten meinem Level meist angepasst, die vorgegeben Charakter-Stufen in Inquisition gefallen mir aber sehr gut. So kann ich mich auch mal an Gegnern versuchen, die zwei oder drei Stufen über mir sind. Und wenn ich die dann plätte, stellt sich ein umso größeres Erfolgsgefühl ein.

Mit dem gigantischen Erfolg von The Elder Scrolls V: Skyrim hat Bethesda einen Stein ins Rollen gebracht. Das Epos hat bis dato über 20 Millionen Exemplare durchverkauft. Dass zukünftige Titel von diesem Erfolg etwas abhaben wollen, war abzusehen. Bioware hat sich einige Aspekte des Vorbilds herausgepickt und übernommen. So richtig bewusst wird mir das, wenn ich das erste Mal die Hinterlande betrete: Atemberaubend! Auch nach über sechs Stunden Spielzeit habe ich noch nicht alles in diesem Gebiet gesehen. Noch schlimmer: Es gibt zehn solcher Areale, alle ähnlich groß und mit Aufträgen gespickt. Schon kurz nach meiner Ankunft quillt das Questlog über. So mag ich das. Jedes Gebiet wird spannender und schöner als das Vorherige. Ob ich nun mit meiner Truppe durch die Wälder der Hinterlande reise, die verregnete Sturmküste erkunde oder in der Wüstenoase Dämonen jage: Abwechslung wird groß geschrieben. Das ewig gleiche Levelrecycling des Vorgängers ist schnell vergessen. Jedes Gebiet schäumt über mit Inhalten. Höhlen, alte Tempel, Missionen - will ich alles erledigen, kann ich locker 100 Stunden investieren. Schon in den ersten Stunden wird mir klar: Hier habe ich es mit einem Zeitfresser zu tun.

Das Ziel aus den Augen verloren?

Dragon Age: Inquisition im Test (3) Quelle: EA Dragon Age: Inquisition im Test (3) Das Ende der Welt muss ich nicht alleine abwenden. Im Spielverlauf lerne ich eine Reihe von Begleitern kennen. Von diesen hat jeder einen eigenen Grund meine Inquisition zu unterstützen: Die Magierin Vivienne will beispielsweise die Zirkel der Magier wiederherstellen, Cole hingegen einfach will nur das tun, was er am besten kann: helfen. Im Lauf der Zeit entwickelt sich eine eigene Dynamik unter den Charakteren. Vor allem gegensätzliche Figuren wie Vivienne und Sera sorgen bisweilen für hitzige Gespräche. In manche kann ich mich einmischen. Aber Vorsicht, ein falscher Kommentar und schon ziehe ich mir den Zorn eines Begleiters zu! Im Lager kann ich private Gespräche mit meinen Begleitern führen. So erfahre ich mehr über ihre Hintergründe und kann optionale Quests abstauben. Zugegeben, ein paar der Charaktere wirken blass oder zu generisch. Biowares Figuren hatten früher mehr Ecken und Kanten. Ich vergesse aber auch nicht, dass eine Leliana jetzt zum dritten Mal dabei ist, während der Graue Wächter Blackwall in Inquisition debütiert. Es ist also kein Wunder, wenn eine neue Figur nicht ganz so vielseitig wirkt.

Was Dragon Age 2 an Umfang fehlte macht Inquisition allein mit dem ersten Areal schon wieder gut. Es ist nicht nur das größte Spiel im Dragon-Age-Universum, alle Areale zusammen genommen schlägt es sogar Skyrim. Die schiere Größe birgt aber auch ein Problem: Die massive Welt, zusammen mit den zahlreichen Aufträgen und der Erkundungsfreiheit, geht stellenweise zu Lasten der Geschichte. Nach fast 30 Stunden Spielzeit wird mir bewusst, dass ich noch ganz am Anfang der eigentlichen Handlung stehe. Die hab ich schon wieder total vergessen! Mach dies und das, rekrutiere hier und da, schließe Risse und bekämpfe die Rebellen. Die Aufgabenflut ist gigantisch und begräbt auch gerne mal den Auftrag unter sich, der mich ursprünglich in eine Region geführt hat. Zwar gelingt es Bioware in der Regel immer einen Zusammenhang herzustellen, aber im Vergleich zu den Vorgängern fehlt es der Handlung etwas an Biss. Ich bin es nicht gewohnt dass mich Bioware beim Spielen die Geschichte so leicht vergessen lässt. Zumindest nach dem rasanten Einstieg verliert das Epos etwas an Fahrt. Aber keine Sorge, vor allem das letzte Drittel nimmt ordentlich an Fahrt auf.

Ausrüsten, basteln und verzaubern - das volle Programm!

Dragon Age: Inquisition im Test (7) Quelle: PC Games Dragon Age: Inquisition im Test (7) Eine der größten Schwächen von Dragon Age 2 ist die stark beschnittene Party-Verwaltung. Bis auf ein paar Accessoires und Waffen kann ich die Truppe kaum individualisieren. Den Aufschrei der Community damals nahm sich Bioware zu Herzen und lässt mir nun nahezu freie Hand. Neben zahlreichen Accessoires lege ich jedem Begleiter eine Rüstung an. Es gibt aber nicht nur komplette Rüstungen, sondern auch einzelne Komponenten, die ich individuell zusammenführen kann. Alles, was ich dafür brauche, sind die benötigten Ressourcen oder Einzelteile. So lege ich fest, ob die Magierrobe die Barriere verstärkt, bestimmte Resistenzen fördert oder Attribute erhöht. Dasselbe Prinzip wende ich auch bei den Waffen an.

Abgerundet wird das Crafting von sogenannten Runen. Die kenne ich schon aus den Vorgängern und können sowohl bei Rüstungen als auch Waffen eingesetzt werden. Die Verwendung einer Rune will gut überlegt sein, denn während ich Rüstungsteile jederzeit voneinander trennen kann, geht eine Rune kaputt, wenn ich sie durch eine andere ersetze oder entferne. Super: Fehlschläge gibt es praktisch nicht, Material wird somit nicht verschwendet. Das gefällt mir sehr gut und hält meinen Blutdruck niedrig. Es gibt schließlich nichts Ärgerlicheres, als mühsam Rohstoffe zu sammeln und am Ende mit einer nicht verwendbaren Rüstung dazustehen. Allerdings kann man nicht mehr benötigte Ausrüstung nur verkaufen. Die Option, die überflüssigen Teile zu verwerten, um wenigstens noch ein paar Ressourcen zurück zu erhalten, gibt es nicht. Das wäre nicht weiter komisch, wenn es nicht genau diese Möglichkeit im Mehrspieler-Modus geben würde. Warum also fehlt das in der Kampagne? Das ergibt absolut keinen Sinn.

Bei einer vollen Truppe verschlingt die Schmiede verdammt viel Zeit. Aufgrund der eher unübersichtlichen Menüführung kann schon mal locker eine Stunde für die individuelle Ausrüstung meines Teams verstreichen. Leider kann ich nicht alle Upgrades über ein Menü erstellen und einsetzen, sondern muss von einer Arbeitsstation zur nächsten gehen. Das ist einfach nur umständlich aufgebaut und verschlingt viel zu viel meiner kostbaren Zeit. Ein übersichtliches Menü kriegen sie schon seit Dragon Age 2 nicht mehr auf die Reihe.

Alles super?

Dragon Age: Inquisition im Test (8) Quelle: Imgur Dragon Age: Inquisition im Test (8) Leider ist in Inquisition nicht alles perfekt. Die Welt ist riesig und es gibt verdammt viel zu tun, das bestreite ich nicht. Der Titel wird aber vom gleichen Problem wie seinerzeit Mass Effect 3 gegeißelt: Nichts Geringeres als das Ende der Welt steht bevor. Thedas wird von zahlreichen Kriegen erschüttert, Risse öffnen sich und Dämonen strömen in die Welt. Und was mache ich als Inquisitor? Ich suche nach Holzvorräten und bringe Blumen an das Grab einer verstorbenen Frau?! Die Flüchtlinge haben nichts zu essen und damit sie nicht verhungern, soll ich losziehen und Tiere jagen? Was soll das? Ich dachte ich bin der Anführer einer Streitmacht und nicht die Haushaltshilfe? Warum bittet mich der Elf Hustensaft für seine kranke Gattin zu holen? Ich verstehe schon, dass man das Spiel auch irgendwie mit Inhalten befüllen muss, aber hätte man das nicht eleganter lösen können? Diese ewigen Dienstbotengänge passen nicht zu der Idee eines Anführers. Solche Aufträge delegiert man an Untergebene. Ein anderes Problem sind die Bewohner von Thedas. Die letzten Bioware-Spiele hatten allesamt mit starren Figuren zu kämpfen, Besserung ist nicht wirklich in Sicht. Es gibt ein paar Personen, die ihre regelmäßigen Bahnen ziehen, aber The Elder Scrolls IV: Oblivion hat es schon 2006 geschafft, den Bewohnern in Form einer Routine Leben einzuhauchen.

Betrete ich den Marktplatz von Val Royeaux, stehen die Anwohner etwa wie ein besonders mobiles Stillleben auf einem Fleck. Da bricht die Fassade von Atmosphäre. Die Kaiserstadt von Orlais ist vieles, interessant aber auf keinen Fall. Inquisition hat die schönsten, abwechslungsreichsten und größten Areale, die ich seit Jahren gesehen habe. An der Sturmküste dem beeindruckenden Wellengang zuschauen oder in den Hinterlanden die Natur beobachten ist einfach toll. Val Royeaux ist nur ein schlechter Witz. Ohne Zweifel kann ich sagen, dass das wohl eines der miesesten Gebiete ist, die Bioware je erschaffen hat. Selbst Kirkwall aus Dragon Age 2 ist lebendiger und hat wesentlich mehr Abwechslung zu bieten. Auf die Idee, dass hier das Schicksal einer ganzen Nation gelenkt wird, komme ich nicht. Glücklicherweise bietet das Rollenspiel in den verbleibenden Gegenden genug Abwechslung, sodass ich nur für wenige Quests in dieser grässlichen Stadt einkehren muss.

Dragon Age: Inquisition im Test (9) Quelle: Bioware Dragon Age: Inquisition im Test (9) Nachdem viele Spiele in letzter Zeit in einem sehr unfertigen Zustand auf den Markt geworfen wurden, zählt Dragon Age glücklicherweise zu den positiveren Beispielen. Inquisition läuft auf allen Plattformen sehr gut. Es gibt ein paar Macken, an denen noch gefeilt werden muss, allerdings sind sie in Anbetracht des massiven Umfangs verschmerzbar. Meine Begleiter leiden ab und zu unter hölzernen Animationen, laufen im Kreis oder bleiben an einem Felsen hängen. Das Spiel zerschneidet mir in ganz seltenen Fällen kurzzeitig das Bild und manchmal gibt es kleine Aussetzer bei der Bildrate, bei ca. 50 Stunden Spielzeit kann ich diese Zwischenfälle aber an einer Hand abzählen. Ich habe mich daran nicht wirklich gestört. Und für diese Schnitzer belohnt mich das Spiel mit einer ordentlichen Weitsicht, sodass ich meinen Blick über die schönen Gebiete gleiten lassen kann. Die Ladezeiten halten sich in Grenzen. Und an der Optik kann ich nicht viel meckern. Die Landschaften sind wunderschön, die Charakter-Modelle sehr detailliert. Klar, die Grafik ist nicht High-End, bei einem Rollenspiel und einem Titel dieses Umfangs erwartet das aber auch niemand. Die Wassereffekte - Stichwort Sturmküste - sind beeindruckend und Regen perlt von Felswänden ab. Allerdings waren die Entwickler an manchen Stellen mit dem Glanzeffekt übertrieben großzügig.

Ein nicht unwesentlicher Bestandteil ist das Kampfsystem. Inquisition versucht alle positiven Aspekte seiner Vorfahren in sich aufzunehmen. Das gelingt sehr gut. Die Kampfgeschwindigkeit ist etwas langsamer als in Dragon Age 2. Auf meiner Schnellwahl platziere ich nach Belieben bis zu acht Angriffsarten. Ob ich das Spiel eher bedacht oder auf Action orientiert angehe, bleibt mir selbst überlassen. Strategen greifen auf das Taktik-Menü zurück. Aktiviere ich dieses, pausiert das Spiel und ich weise meinem Team einzeln diverse Aufgaben zu. Per Knopfdruck spule ich die Auseinandersetzung vor und verteile neue Kommandos. Ich kann die Ansicht auch jederzeit verlassen und wieder direkt ins Getümmel einsteigen. Allerdings hat der pausierte Kampfmodus noch einen weiteren Vorteil: Wähle ich mit dem Cursor einen Feind an, bekomme ich gleich alle Resistenzen und Zustandsveränderungen angezeigt. Um das Abenteuer zu bestehen, ist dieser Modus aber nicht nötig. Falls im Getümmel die Übersicht doch mal verloren geht, ist die Iso-Ansicht ganz praktisch. In Innenarealen oder Gebieten, in denen hohe Strukturen wie Bäume in der Nähe, sind kämpft die Iso-Perspektive aber mit der Übersicht. So strategisch wie es angepriesen wurde, fühlt es sich in der Praxis nicht an.

Der "Mass Effekt"

Dragon Age: Inquisition im Test (11) Quelle: Bioware Dragon Age: Inquisition im Test (11) Mehrspieler-Modus in Mass Effect?! Schlecht, furchtbar, das geht gar nicht! Am Ende war es dann doch ganz cool und spaßig. Mehrspieler-Modus in Dragon Age?! Schlecht, furchtbar, das geht gar nicht! Und siehe da: Vorab meckern lohnt sich, denn so mies wie befürchtet ist der Online-Modus gar nicht. Das Spielprinzip ähnelt dem Sci-Fi-Kollegen, allerdings mit einem großen Vorteil: Kampagne und Online-Modus sind strikt voneinander getrennt. Es gibt je drei Klassen - Magier, Krieger und Schurke. Diese sind nochmal auf drei Unterklassen verteilt. Zusammen mit drei Mitspielern kämpfe ich mich durch eines von drei Arealen und muss fünf Abschnitte überstehen. In der zweiten und vierten Mission gilt es, zusätzliche Aufträge zu erfüllen, um extra Gold zu verdienen. Am Ende eines Durchgangs, egal ob erfolgreich oder nicht, regnet es Erfahrungspunkte und Gold.

Das investiere ich im Online-Store in Ausrüstungskisten. Falls ich nicht geduldig bin, kann ich mir auch gegen reales Geld solche Kisten kaufen. Einen wirklichen Vorteil erhalte ich dadurch aber nicht. Die Inhalte der Truhen sind sowieso per Zufallsprinzip zusammengewürfelt. Nicht verwendbare Ausrüstung kann ich im Handwerks-Menü verwerten, um Ressourcen für meine Verbesserungen zu erhalten. Lustig, denn diese Option fehlt im Einzelspieler-Modus. Da es insgesamt nur drei verschiedene Levels gibt, stellt sich schnell ein Sättigungsgefühl im Online-Modus ein. Für ein paar Runden zwischendurch ist der Modus durchaus brauchbar. Bioware plant den Modus mit kostenlosen Updates in Form von neuen Karten aktuell zu halten. Spaß macht das auf jeden Fall. War er nötig? Nein. Dragon Age hat vorher ohne Mehrspieler-Modus funktioniert und tut es auch jetzt noch. Aber irgendwie muss man ja den ganzen Online-Wahn bedienen.

Die Dragon Age Keep

Dragon Age: Inquisition im Test (12) Quelle: Bioware Dragon Age: Inquisition im Test (12) Inquisition liegt eine massive Hintergrundgeschichte zu Grunde. Wenn ihr, so wie ich, zu den Spielern erster Stunde gehört, dann habt ihr sicherlich eine ganze Reihe an Spielständen mit abgeschlossenen Handlungen aus Dragon Age: Origins und Teil 2. Zu Beginn von Inquisition importiere ich - Online Anbindung vorausgesetzt - einen meiner vorgefertigten Speicherstände. Alternativ nehme ich eine von drei vorgegebenen Hintergrundgeschichten oder bastle mir im Schnelldurchlauf eine neue Handlungsgrundlage in der Dragon Age Keep zusammen. In Inquisition werden über 200 Entscheidungen aus den beiden Vorgängern berücksichtigt. Dank der Keep kann ich all diese Entscheidungen nochmal anschauen und bei Bedarf anpassen. Besonders cool: Bei so vielen Entscheidungen kann es durchaus mal zu Logikfehlern im System kommen. Die Keep sortiert diese aus und informiert mich, wenn es einen Konflikt im Programmcode gibt. Mir besonders wichtige Ereignisse markiere ich, damit das Programm diese nicht für Änderungen freigibt.

Erstes Mal Dragon Age? Kein Problem! Einfach in die Keep einloggen und ihr könnt auch ohne Import basteln. Es ist egal, auf welchem System ihr vorher gespielt habt. Dank der Dragon Age Keep verwende ich die Spielstände auf dem System meiner Wahl. Ist das Pflicht? Nein, die Keep ist komplett freiwillig und vor allem dann interessant, wenn man die alten sowie neuen Entscheidungen aus Inquisition für zukünftige Dragon Age-Spiele festhalten will. Ich finde das System total super, so gibt mir Bioware die Möglichkeit "meine eigene Welt" in das neue Spiel zu übertragen. Das individualisiert mein Spielerlebnis noch einmal ganz besonders.

Meinungen

Wertung zu Dragon Age: Inquisition (PS3)

Wertung:

8.5 /10

Wertung zu Dragon Age: Inquisition (X360)

Wertung:

8.5 /10

Wertung zu Dragon Age: Inquisition (XBO)

Wertung:

8.5 /10

Wertung zu Dragon Age: Inquisition (PS4)

Wertung:

8.5 /10
Pro & Contra
Riesige, wunderschöne und abwechslungsreiche SpielweltZahlreiche Aufträge und Missionen für locker 100 SpielstundenSkyhold-Festung beeindruckende Basis...´Hervorragende englische und gute, deutsche SprachausgabeViele bekannte Gesichter der Vorgänger mit an BordKriegsrat mit zahlreichen MissionenUmfangreiche Individualisierungsmöglichkeiten von Waffen und Rüstungen für das gesamte TeamKurzweiliger, spaßiger Mehrspieler-Modus (strikt vom Einzelspieler-Modus getrennt)
Auch Inquisition ist irgendwann zu Endekleine, technische Patzer (aufploppende Figuren, Gefolgsleute bleiben oft hängen oder führen komische Animationen aus)… deren Größe aber auch viel Zeit in Anspruch nimmt um dortige Missionen und Vorbereitungen durchzuführenMenüführung teilweise sehr unübersichtlich (Ausrüstung, Codex)Val Royeaux einzige Stadt, langweiligstes Areal im gesamten SpielViele, starre Spielfiguren, vor allem in Val Royeauxviel zu überhasteter Einstieg in die HandlungIm Einzelspieler-Modus keine Möglichkeit der Rüstungs-VerwertungKeine wirkliche Option ein böser Inquisitor zu sein
Fazit

Biowares Mammut-RPG Dragon Age: Inquisition ist anders als seine Vorgänger, entwickelt mit der Zeit aber richtig Tiefgang!

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