Dragon Age: Origins im Gamezone-Test

Test Galathor

Dragon Age ist eine Blüte, die sich langsam öffnen muss. Ist sie aber mal offen, kann sie einen für Stunden und Tage fesseln.

Dragon Age: Origins Dragon Age: Origins Mal gilt es beispielsweise eine vermisste Ehefrau in einem nahe gelegenen Wald zu finden , mal sollt ihr für die örtliche Miliz Unholde aus der Taverne der Stadt verscheuchen. Und obwohl diese Aufgaben in ihrer Inszenierung und Aufarbeitung nicht an die der Haupthandlung heranreichen, so erzählen sie doch alle ihre eigenen Geschichten und verlangen von euch mitunter ebenfalls Entscheidungen. Denn würdet ihr eine sorgfältig bearbeitete Robe wirklich dem Besitzer zurückgeben, sobald ihr sie gefunden habt, oder sie doch lieber für den privaten Nutzen in eurem Inventar bewahren?
Durch gefundene Notizen, Hinweise von Bürgern oder alte Ruinen offenbaren sich unter anderem auch Quests, die Entdeckern die nötigen Anhaltspunkte geben. Da wird über verbliebene Schätze im Gebirge gesprochen, über ein Ritual zum Erlernen neuer Fähigkeiten an einem mysteriösen Ort geschrieben und mit anonymen Briefen auf geheime Gruppierungen hingewiesen. Sehr schön!

Dragon Age: Origins Dragon Age: Origins Apropos Inventar: Dieses kann im Laufe des Spiels vergrößert werden und teilt die Gegenstände in Waffen, Rüstung, Tränke usw. auf - wollt ihr euren Charakter ausrüsten, so erfolgt dies per einfacher Auswahl, auch das Vergleichen von Objekten derselben Art sind möglich, praktisch und nötig - denn in der Welt lassen Gegner Gegenstände und Ausrüstung liegen und auch Kisten, Truhen und Schutthaufen wollen schließlich ihrer Wertgegenstände beraubt werden.

Dragon Age: Origins Dragon Age: Origins Beim Stichwort Rauben sei hier milde ausgedrückt eine mittlere Katastrophe unterstellt: Denn sind alle Fähigkeiten, wie das Aufstellen von Fallen und das Aufknacken von Schlössern der Einfachheit halber automatisiert, so darf in einem Rollenspiel das Stehlen bei Beobachtung und Auffallen nicht ohne Folgen bleiben. Genau das tut es in Dragon Age: Origins aber und so könnt ihr eine direkt vor euch stehende Person berauben, die auch bei Fehlschlag keinerlei glaubwürdige Reaktion zeigt. Die Person wird zur charakterlosen Truhe, die solange bearbeitet werden kann, bis sie ohne Reaktion aufbricht. Man kann es umschreiben, in einem Wort gefasst trifft "Designschnitzer" die Situation allerdings noch am ehesten.

Charaktere mit Tiefe

Und das ist schade, denn ansonsten sind gerade die Personen in Dragon Age: Origins das starke Plus. Jeder einzelne wurde vertont, allesamt mit sehr guten Synchronsprechern. Zwar wiederholen sich die Sprecher ab und an, dies fällt bei der Anzahl von unterschiedlichen Charakteren jedoch wenig auf. Wenn es um die Besetzung geht, hätten zudem einige Persönlichkeiten andere Stimmlagen benötigt - aber das sind Kleinigkeiten und fallen nicht wirklich ins Gewicht.

Dragon Age: Origins Dragon Age: Origins Im direkten Dialog wechselt die Kamera zwischen Brust- und Kopfhöhe und zwischen euch und der angesprochenen Person. Wer Mass Effect gespielt hat, wird sich gleich heimisch fühlen, denn auch die Gesten und Mimiken scheinen vertraut, obgleich der Detailgrad nicht ganz an dieselbe Klasse heranreicht. Innerhalb des Gesprächs wählt ihr je nach Gesprächsverlauf aus einer unterschiedlichen Anzahl von Antwortmöglichkeiten, die jeweils eine etwaige Richtung vorgeben, und könnt - sofern ihr das Attribut Klugheit fördert - auch durch die Fähigkeiten des Überredens oder Einschüchterns Erfolge erzielen. Schade: Eure eigene Spielfigur ist leider stumm, eure ausgewählten Zeilen werden also nicht gesprochen. Ist kein Beinbruch, kann jedoch die Atmosphäre stören. Dennoch sind die Gespräche qualitativ allesamt sehr hochwertig, fehlerfrei formuliert und inhaltlich wertvoll, wenn bisweilen auch etwas ausschweifend, vielleicht sogar zu penibler aufgearbeitet. Wer jedoch voll und ganz in das Universum von Dragon Age: Origins abtauchen will, dem gibt das Spiel reichlich Chancen dazu.

Dragon Age: Origins Dragon Age: Origins Überhaupt ist die Komplexität des Spiels kaum zu greifen. Dutzende verschiedene Völker ruhen auf dem Fundament eigener Geschichten und Traditionen, unzählige Kodex-Einträge informieren euch über die Kreaturen, Charaktere und Hintergründe innerhalb Fereldens und der Austausch mit den Bewohnern in den Ortschaften stellt einen sowieso grundlegenden Pfeiler dar. Oder kurz formuliert: An Lesestoff wird nicht gespart und der Umfang hat es in sich. Wenn man nach 30 gespielten Stunden innerhalb einer vorhandenen Statistik einsieht, dass erst 34% des Spiels abgeschlossen wurden, dann blickt man wohlwollend auf das, was noch kommt und wird sich bewusst, dass die Entwickler ihre Aussage über bis zu 100 Spielstunden durchaus berechtigt getätigt haben. Wer allerdings nur der Hauptstory folgt, der kann und wird nicht mehr als 50 Stunden benötigen.

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