Dragon Age ist eine Blüte, die sich langsam öffnen muss. Ist sie aber mal offen, kann sie einen für Stunden und Tage fesseln.
Dragon Age: Origins
Viel drin ist im Einstieg übrigens auch nicht. Denn die ersten Stunden lassen euch nur in einem begrenzten Gebiet agieren, das Kampfsystem nur erahnen und die Entscheidungen zeigen noch nicht die Wirkung, die sie auf die Schnelle auch nicht erzielen können. Erst wenn ihr die Türschwelle nach draußen, in die Hauptstory, überquert, entfaltet sich Dragon Age: Origins. Die junge Knospe fängt an sich zu öffnen und die dunkle Brut kommt immer näher..
Ihr werdet von Duncan, einem grauen Wächter, angeheuert, dem König von Ferelden in einer Schlacht gegen die dunkle Brut beizustehen - und werdet selbst zu einem grauen Wächter, einer Gruppe unabhängiger Krieger, die in der Vergangenheit das Unheil erfolgreich bekämpften und sich einen Namen gemacht haben. Die glorreiche Zeit ist jedoch unlängst Geschichte, nur noch wenige existieren. Wie, weshalb und warum wird euch später erklärt und auch was es letztlich mit der dunklen Brut auf sich hat, wird aufgedeckt.
Herr der Ringe lässt grüßen
Dragon Age: Origins
Die jetzige Schlacht, der ihr gegenübersteht, erinnert allerdings ebenfalls frappierend an Herr der Ringe. Nicht nur die Tatsache, dass das eher mittelalterliche Setting mit Elfen und Zwergen ohnehin eine ähnliche Atmosphäre aufbaut, sorgt für einen faden Beigeschmack, sondern gerade die besagte Situation ist in ihrer Inszenierung mit der Schlacht um Helms Klamm vergleichbar. Keine Frage: Sie ist einwandfrei inszeniert und überhaupt bietet Dragon Age: Origins besonders in solchen Zwischensequenzen cineastische Imposanz, doch wenn später auch noch sprechende und sich bewegende Bäume auftauchen wird hier der Eindruck deutlich, dass die Entwickler die Peter Jackson Filme ziemlich oft gesehen haben müssen. Das muss nicht zwangsläufig ein Makel sein, spricht aber nicht unbedingt für den gestalterischen Einfallsreichtum.
Dragon Age: Origins
Nach der Schlacht wird eines klar: Um gegen die aufkommende Dunkelheit bestehen zu können, müssen sich die Völker zusammenschließen und gemeinsam gegen das Böse vorgehen. Und wer soll die diplomatischen Vorgänge einleiten und koordinieren? Natürlich ihr, und von diesem Moment an entfaltet sich Dragon Age: Origins endlich ganz. Die Knospe zeigt ihr Inneres, ihre ganze Schönheit, ihr Herz. Von nun an könnt ihr tun und lassen, was ihr wollt, könnt frei entscheiden, wohin ihr als erstes wandert oder inwiefern ihr euch in der Spielwelt verhaltet. Euch erwartet allerdings keine offene Welt alá The Elders Scrolls: Oblivion oder Gothic 3 - stattdessen wird eine Weltkarte aufgeklappt, auf der ihr euer Reiseziel auswählt. Auf dem "Weg" dahin kann es allerdings zufallsbedingt vorkommen, dass ihr von Räubern überfallen werdet, klebrige Spinnen euch den Weg versperren oder bisweilen auch Charaktere gefunden werden, die Aufgaben für euch in der Hinterhand haben.
Die Nebensache wird zur Hauptsache
Denn ihr folgt nicht nur der Hauptquest, sondern könnt euch auch einer Vielzahl anderer Aufgaben widmen - immerhin haben die Bewohner teils für sich wichtigere Probleme, die gelöst werden müssen. Später erwarten euch auch spezielle Gilden, wie etwa die Gemeinschaft der Magier oder die Krähen, eine Gruppe von Meuchelmördern, die eure Dienste benötigen.
