Bier, Bitches, Anabolika und Aliens lassen den ehrwürdigen Duke nach dreizehn langen Jahren wieder auferstehen.
One Man, One Gun and a whole lot of victims
Duke Nukem Forever
Nachdem der Duke sich seinen Frust nun nach 13 Jahren endlich von der Seele reden konnte heiße ich euch herzlich Willkommen zum Review zu Duke Nukem Forever. 2K Games, das Entwicklerstudio das die Fortsetzung in Kooperation mit Randy Pitchford in Angriff genommen hat bleibt der damals eingeschlagenen Richtung treu. Der Duke ist immer noch ein sprücheklopfender Actionheld mit Weltansichten aus vergangener Zeit und der größten Fresse der Videospielgeschichte. Serientypisch wird das Geschehen aus der Ego-Perspektive betrachtet und mitgestaltet. Vor der Nase habt ihr dabei alles, was ihr auch nur ansatzweise irgendwo finden könnt. Das Arsenal reicht dabei von der herkömmlichen Handfeuerwaffe, über die Schrotflinte, Raketenwerfer und natürlich den Devastator (Dukes Lieblingsspielzeug: Ein Doppelraketenwerfer). Aber auch die Waffen der Alienfraktion können euch im Kampf hilfreich sein. Diese sind meist Abwandlungen der Menschenwaffen in anderem Design und mit Laserprojektilen. Abgerundet wird das Portfolio von Rohrgranaten, Haftminen mit Bewegungssensor, dem Holo-Duke und ganz besonderen und daher sehr seltenen Kanonen, wie der Gefrierkanone oder dem Schrumpfstrahl. Allerdings stößt das Waffenarsenal in Sachen Vielfalt bald an seine Grenzen - Der Duke scheint wohl nicht mehr Waffen für notwendig zu halten. Zudem bekommt ihr nicht allzu selten Zugriff auf ein richtig dickes Geschütz mit dessen Hilfe ihr alles vom Himmel ballert was dort nach Meinung des Dukes nicht hingehört. Allerdings ist der Einsatz dieser Prachtstücke durchaus von taktischer Natur, schließlich überhitzt eine solche Riesenwumme sehr schnell und will daher ab und an mal abkühlen.
Quelle: Gearbox Software/Facebook
Duke Nukem Forever
Was sich euch auf Seiten der Aliens in den Weg stellt ist durchaus abwechslungsreich. Zwar gibt es eine gewisse Anzahl an Basisgegnern, die euch im Laufe des Spiels immer wieder über den Weg laufen, allerdings gibt es auch Gegner die nur in vereinzelten Passagen des Spiels einen Auftritt haben. Euch ist das als Duke natürlich völlig egal, denn was da nun stirbt ist wurscht, Hauptsache ist dass es überhaupt stirbt. Die Areale in denen das Spiel seinen Lauf nimmt können doch einige Facetten von Las Vegas zeigen. Starten wir das Spiel beispielsweise in Dukes Hotel befinden wir uns wenig später schon in einer Sportarena, nur um dann in schwindelerregenden Höhen herumzuturnen. Dabei laufen die Level meist äußerst linear und stark gescriptet ab. Wie man es von früher eben kennt: Sind nicht alle Gegner erledigt, kann auch nicht der nächste Raum betreten werden. Erst wenn alle Aliens von uns zerlegt wurden, bekommen wir einen schönen E-Gitarren-Akkord zu hören und wissen, dass wir zumindest diese Passage gemeistert haben. Im Dukes Burger werden wir sogar heimtückisch von den Aliens geschrumpft und sind nicht größer als eine Actionfigur. Es hat dann schon einen gewissen Charme sich hinter herumliegenden Pappbechern Deckung zu suchen und den Duke dann nach getaner Arbeit seine Sprüche mit der Stimme eines Chipmunks klopfen zu hören. Allerdings seht ihr euch dann nicht nur Gegnern auf Augenhöhe gegenüber, sondern auch nicht geschrumpften Drecksäcken.
Duke Nukem Forever
Aufgelockert wird der Shooter-Alltag des Mannes mit Vorliebe zum roten Muskelshirt durch teilweise witzige Rennsequenzen, die zwar in der Handhabung nicht immer voll überzeugen, jedoch ein nettes Gimmick für zwischendurch sind und einigen Physikrätseln die ab und an ein wenig Gehirnschmalz fordern - vielleicht auch deswegen, weil wir Spieler heutzutage solche Rätsel nicht mehr lösen müssen. Neben großen Kalibern stehen dem Duke auch noch andere wichtige Sachen zur Verfügung: Sein Ego, Bier und Anabolika. Das Ego steht für Dukes Lebensanzeige. Diese leert sich selbstverständlich wenn er getroffen wird. Steckt er zu viele Treffer ein färbt sich der Bildschirm sukzessive rot und ihr müsst euch eine Deckung suchen um euch wieder zu erholen. Natürlich ist das Ego des Duke stets steigerungsfähig. Und das geschieht durch besonders männliche Aktionen wie Gewichte stemmen, Boxsäcke zu schlagen, in ne Kloschüssel zu schiffen, sich im Spiegel selbst zu bewundern oder einfach nur ein Tittenheft zu durchstöbern. Wer schnell wieder volles Ego braucht, schießt den Gegnern so in die Beine, dass sie zusammensacken und ihr sie auf Knopfdruck mit einem beherzten Tritt enthaupten könnt - Na, wenn das nicht gut für Duke's Ego ist, dann wissen wir auch nicht weiter.
Duke Nukem Forever
Bier und Anabolika haben eine ganz andere Wirkung auf den Mann, der laut herrschender Meinung 600kg beim Bankdrücken schafft. Nimmt der Duke Bier zu sich, macht es ihn für kurze Zeit weniger anfällig für gegnerische Treffer und verschafft euch so einen kurzzeitigen Vorteil wenn ihr mal in der Klemme stecken solltet. Anabolika lässt den Duke zum Rocky-Verschnitt mutieren. Mit einem gelb eingefärbten Aggro-Effekt legt ihr die Waffen beiseite und geht mit den Fäusten auf die Außerirdischen los. Diese zerbersten dann wiederum nach einem Faustschlag in tausend Teile und dienen als fleischige Raumdekoration. Allerdings sind diese Goodies bei einer Alien-Invasion natürlich knappe Rohstoffe und sollten daher dem Duke nur in äußersten Notfällen verabreicht werden. Einen Ego-Boost verschaffen dem Duke die zahlreichen Endgegner des Spiels. Meist handelt es sich um abstrus aussehende und Haushohe Übergegner gegen die der Duke nur einen Modus kennt: Töten! Mit etwas Strategie aber vor allem einer gehörigen Menge explosiver Munition wird den verschissenen Aliens der Gar aus gemacht. Stilecht zeigt der Duke zum Abschied noch den Index-Finger und geht dann weiterschlachten.
