Eriksholm: The Stolen Dream entpuppt sich im Test als ein Indie-Geheimtipp mit Herz und Seele

Test Matthias Dammes
Eriksholm: The Stolen Dream entpuppt sich im Test als ein Indie-Geheimtipp mit Herz und Seele
Quelle: Nordcurrent Labs

Eriksholm: The Stolen Dream hat uns schon vor Release begeistert und bestätigt nun im Test die guten Eindrücke. Ein hervorragender Indie-Geheimtipp.

In diesem Jahr machen gleich eine ganze Reihe von Indie-Spielen auf sich aufmerksam, die das Monopol der Triple-A-Industrie auf hochwertige Produktionsqualität und Grafikdarstellung durchbrechen. Vor einigen Monaten begeisterte Clair Obscur: Expedition 33 die Spielewelt. Erst kürzlich haben wir über das bevorstehende Echoes of the End berichtet.

Und auch das gerade erschienene Eriksholm: The Stolen Dream (jetzt kaufen 39,99 € ) schlägt in diese Kerbe. Das narrative Stealth-Abenteuer kommt von einem kleinen schwedischen Studio. Im Test nehmen wir unter die Lupe, ob die Erzählung halten kann, was sie verspricht, und vor welche Herausforderungen uns das Schleich-Gameplay stellt.

Hervorragende Geschichte

Auf den ersten Blick sieht Eriksholm: The Stolen Dream in seinem Gameplay wie ein typisches Echtzeit-Taktikspiel aus. Wer aber mit der Erwartung an das Spiel herangeht, hier ein neues Commandos oder Shadow Tactics vorzufinden, wird mit dem Titel vermutlich nicht glücklich. Verglichen mit diesen Genregrößen spielt sich Eriksholm längst nicht so komplex. Dafür legt das Spiel viel mehr Wert auf seine Charaktere, die Erzählung und die atmosphärisch hervorragend gestaltete Spielwelt.

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Im Zentrum der Handlung steht Hanna. Die junge Frau lebt mit ihrem Bruder Hermann in der namensgebenden Stadt Eriksholm und ist gerade von der grassierenden Krankheit der Herzpocken genesen. Als Hermann nicht von der Arbeit zurückkehrt und stattdessen Polizisten vor ihrer Tür stehen, macht sie sich auf die Suche nach ihrem Bruder.

Es entspinnt sich eine hervorragend erzählte Geschichte über die täglichen Herausforderungen der einfachen Leute und die unterdrückenden Machenschaften eines korrupten Regierungsapparats. Hinzu kommt auch ein sehr spannender zwischenmenschlicher Konflikt zwischen Hanna und der zweiten Hauptfigur Alva, der uns sehr gut gefallen hat. Die daraus entstehende Story hielt zwar keine sonderlichen Überraschungen parat, aber hat uns bis zum befriedigenden Ende sehr gut unterhalten.

Die Story wird unter anderem in hervorragend inszenierten Zwischensequenzen erzählt. Quelle: River End Games Die Story wird unter anderem in hervorragend inszenierten Zwischensequenzen erzählt. Einen großen Teil trägt dazu auch die erstklassige Präsentation bei. Die aufwendig produzierten Zwischensequenzen brauchen sich hinter großen Triple-A-Produktionen nicht zu verstecken. Dank Motion-Capturing und toller Kostümarbeit gelingt es den Cutscenes, die emotionalen Momente der Handlung zu transportieren. Aber auch die Dialoge direkt in der Spielgrafik sind hervorragend geschrieben.

Liebevolle Spielwelt

Zum erzählerischen Gesamtpaket trägt auch die atmosphärische Spielwelt bei. Die schicken Umgebungen wurden genau wie die Zwischensequenzen in der Unreal Engine 5 realisiert. Die Stadt Eriksholm präsentiert sich in einem interessanten historischen Stil, der mit leichten Elementen von Whale- und Steampunk auch ein wenig an Dishonored erinnert. Mit der frei bewegbaren Kamera können wir uns jeden Winkel und jedes Detail anschauen.

Die hübsch gestaltete Spielwelt strotz nur so vor Details. Quelle: PC Games Die hübsch gestaltete Spielwelt strotz nur so vor Details. Und Details gibt es verdammt viele. Egal ob Arbeiterviertel, düstere Mine oder Prachtbezirk der High-Society, schon allein die Darstellung der Spielwelt erzählt uns viel über die Welt und ihre Bewohner. Die Levels bieten also sehr viel fürs Auge und das auch noch sehr flüssig. Wenn wir die Kamera losgelöst von den Charakteren über den aktuellen Spielabschnitt fliegen lassen, ist das ein absolut geschmeidiges Erlebnis.

So macht es Spaß, sich gründlich umzuschauen. Das ist nicht nur nötig, um die nächsten Gameplay-Schritte zu planen. In der Spielwelt gibt zusätzlich noch ein paar versteckte Notizen und Sammelobjekte zu finden. Die sind nicht direkt nötig, um die Geschichte zu verstehen, geben uns aber sehr schöne zusätzliche Einblicke in die Welt von Eriksholm.

Spannendes, aber lineares Gameplay

Im Verlauf des Spiels bewegen wir uns mit ingesamt drei verschiedenen Figuren durch die Levels. Zu Hanna und der bereits erwähnten Alva gesellt sich im letzten Drittel des Spiels noch der kräftige Arbeiter Sebastian. Alle drei verfügen über sehr unterschiedliche Fähigkeiten.

Hanna kann durch Lüftungsschächte kriechen und Gegner mit einem Betäubungspfeil schlafen schicken. Alva klettert über Regenrinnen auf die Dächer von Eriksholm und nutzt ihre Steinschleuder, um für Ablenkung zu sorgen und Lichtquellen auszuknipsen. Sebastian kann schließlich schwimmend neue Bereich der Karte erreichen und Gegner von Hinten per Würgegriff ausschalten.

Um diese beiden Wachen auszuschalten, müssen alle drei Charaktere zusammenarbeiten. Quelle: PC Games Um diese beiden Wachen auszuschalten, müssen alle drei Charaktere zusammenarbeiten. Zum überschaubaren Arsenal an Fähigkeiten kommen dann noch verschiedene Umgebungselemente wie Metalloberflächen, Tauben, verschiedene Lärmquellen, stärkere Gegner und Lichtquellen auf dunklen Karten, die für ordentlich vielfältige Puzzles sorgen. Das Stealth-Gameplay besteht nämlich im Grunde nur aus einer Aneinanderreihung von Umgebungsrätseln, bei denen wir die Skills unserer Charaktere auf bestimmte Weise kombinieren müssen, um zum Ziel zu gelangen.

Das ist angenehm zugänglich und wird im Spielverlauf dennoch immer fordernder. Werden wir entdeckt, gibt es sofort ein Game Over und wir dürfen es nochmal versuchen. Zum Glück sind die Checkpoints meist sehr fair gesetzt. Gerade im letzten Drittel des Spiels haben wir immer wieder Herausforderungen gehabt, die wir mehrfach versuchen mussten. Das wurde jedoch nie frustrierend. Stattdessen freuten wir uns immer, wenn sich der erleuchtende Heureka-Moment eingestellt hat.

Der gesamte Spielverlauf ist strikt linear gehalten. Alternative Lösungswege gibt es für die verschiedenen Herausforderungen also nicht. Einen wirklichen Widerspielwert hat das Spiel daher nicht.

Fazit

Trotzdem können wir das liebevoll gestaltete Abenteuer von Hanna und ihren Freunden nur empfehlen. Denn das was die Entwickler mit ihrem Debütwerk erreichen wollten, haben sie eindrucksvoll vollendet. Die acht Kapitel des Spiels beschäftigen je nach Spielweise rund zehn bis zwölf Stunden. Die sind reichlich gefüllt mit einer emotionalen Erzählung und spannenden Stealth-Knobeleien.

Damit reiht sich Eriksholm: The Stolen Dream erfolgreich in die Reihe der ambitionierten Indie-Spiele ein, die in diesem Jahr unter Beweis stellen, dass man nicht immer Hundertschaften an Entwicklern für hochwertig produzierte Spielerlebnisse benötigt.

Wertung zu Eriksholm: The Stolen Dream (PS5)

Wertung:

8.0 /10
Fazit

Eine gelungene Indie-Perle mit zwar recht linearem Gameplay, aber einer toll präsentierten Story und einer hübschen Spielwelt.

Meinung

Eriksholm: The Stolen Dream wird von River End Games entwickelt und von Nordcurrent Labs vertrieben. Das Spiel erscheint zum Preis von circa 40 Euro auf PC, Playstation 5 und Xbox Series S/X. Transparenzhinweis: Für die Erstellung dieses Beitrags wurde die Releasefassung vun Publisher Nordcurrent Labs zur Verfügung gestellt.

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