FIFA 10 im Gamezone-Test

Test Thomas Pfnür

Schön, dass die PSP-Version im Umfang den Ablegern für PC bzw. PS2 kaum nachsteht und eine sehr realistische Grafik bietet.

FIFA 10 ist: Individuelle Taktik? Ja. Direktes Gameplay? Nein

Das 360°-Dribbling-System gibt es auch bei der PC-Version, allerdings fühlt es sich hier bei weitem nicht so stimmig, nicht so intuitiv an. Trotzdem muss man dem Ableger für den heimischen Rechner durchaus zugestehen, dass sich spielerisch im Vergleich zum letzten Jahr etwas getan hat. Sicher die Ausrichtung des Gameplays ist auch heuer immer noch zu actionlastig und kommt an dieses "Next-Gen"-Spielgefühl nicht annähernd heran, aber zumindest wurden in der aktuellen Version einige Schritte in die richtige Richtung gemacht. Ein deutlich verbessertes Kollisionssystem, etwas realistischer inszenierte Zweikämpfe und einige neue Optionen bei den Aktionsmöglichkeiten führen dazu, dass man den Titel auf PC mittlerweile schon deutlich mehr als "spielbar" bezeichnen kann. Spielbar sind übrigens auch die Versionen für PS2 und PSP, allerdings haben beide ein ganz entscheidendes Problem. Das Gameplay ist fast absolut identisch zum Vorgänger. Aber eben nur fast, ein paar Neuerungen, die sich zwar nicht so gravierend auf der spielerischen Ebene auswirken, trotzdem aber erwähnt werden sollten, gibt es dann doch.

FIFA 10 FIFA 10 Erstmals Einzug in die Versionen für PS2 und PSP - übrigens auch auf den PC - hielt heuer das Feature der schnellen Einwürfe, Freistöße und Ecken. Nun ist es möglich, ohne große Zeitverzögerung nach einem Foul sofort den eventuell unterbrochenen Angriff fortzuführen. Ebenfalls einem Tuning unterzogen wurde der Bereich Taktik. "FIFA 10" bietet euch die Möglichkeit aus mittlerweile mehr als 26 individuellen Teamstilen auszuwählen und so praktisch auf jede Aktion des Gegners einigermaßen sinnvoll zu reagieren. Aber nicht nur das. Die PC-Variante kann sogar mit dem komplett neuen Feature "Erstellens eines eigenen Teamstils" aufwarten. Aus diversen Optionen könnt ihr hier eure ganz persönliche Taktik basteln, testen und schlussendlich speichern. Auch ganz nett, mehr aber auch schon nicht, ist, dass vor jedem Spielen jetzt ein ausführlicher Scout-Bericht aufgerufen wird. So erfahrt ihr praktisch ohne Umwege alles was ihr in punkto Spielstärke, Spielausrichtung und Spieltaktik über euren nächsten Gegner wissen müsst.

Und trotz all der Neuerungen man merkt schon deutlich, welchen Stellenwert, im negativen Sinn, diese Versionen von "FIFA 10" beim Publisher haben. Während man das bei den Varianten für PS2 und PSP, zum einen wegen dem Alter der Konsole, zum anderen wegen den einfach vorhandenen Grenzen der Hardware, durchaus noch nachvollziehen kann, Electronic Arts also hier weniger Vorwürfe machen will bzw. kann, sieht dies beim Ableger für den PC schon ganz anders aus. Man hat es einfach langsam satt, dass selbiger immer noch in punkto Spielbarkeit und Gameplay den beiden "Next-Gen"-Umsetzungen um einiges hinter herhinkt. Die Möglichkeiten, vor allem was Machbarkeit usw. anbelangt, wären hier ja gegeben, nur sie werden nicht genutzt. Auch wenn man heuer deutlich den guten Willen sehen kann, das allein genügt nicht mehr. Die Reihe muss sich endlich auch auf dem PC in einem starken spielerischen Gewand zeigen.

FIFA 10 ist: Actiongeladenes Spielerlebnis und "Strike it"

FIFA 10 FIFA 10 Hatten wir nicht gerade schon das actiongeladene Spielerlebnis auf PC, PS2 und PSP? Auf der Wii wird natürlich genau dieselbe spielerische Ausrichtung angeboten. Hier allerdings mit dem Hintergedanken ein ganz anderes Klientel anzusprechen. Und dies gelingt auch sehr gut. Wenn man sich mit Remote und Nunchuck vor den heimischen Fernseher begibt, dann will man vor allem eines: Spaß. Und diesen Spaß bietet "FIFA 10" auf der Wii wieder in vollem Ausmaß. Durch die hohe Spielgeschwindigkeit, die präzise Bewegungssteuerung von Schüssen und Pässen und durch die sich anpassende KI der CPU-Gesteuerten Gegnerschaft werdet ihr nicht nur teilweise heftig ins Schwitzen kommen, nein es macht vor allem auch, auf neudeutsch, extremen Fun. Allerdings war das auch schon beim Vorgänger so.

Aber halt, eine Neuerung gibt es dann doch. War euch die bisherige Ausführung von Elfmetern, Freistößen und Eckbällen zu langweilig? Fehlte euch hier einfach der obligatorische "Wii-Spaß"? Die neuen "Strike it"-Standardsituationen sorgen für Abhilfe. In einer Art Duell, irgendwie erinnert das Ganze sogar an ein Quicktime-Event speziell für die Remote, werden hierbei sämtliche Standardsituationen zwischen dir und deinem Gegner ausgetragen. Wer die Anweisungen auf dem Bildschirm präziser befolgt, hat gewonnen und erzielt so einen Treffer bzw. verhindert selbigen. Nettes Gimmick, dass nicht nur das Spielgeschehen deutlich auflockert, sondern, gerade bei einem Match gegen Freunde, auch richtig Laune ins heimische Wohnzimmer bringt. Bei aller guten Laune muss aber auch hier ganz deutlich und vor allem kritisch angemerkt werden, dass die spielerische Weiterentwicklung auf der Wii nur sehr marginal, für viele sogar kaum auffällig, ausgefallen ist. Dieser rote Faden des geringen Unterschieds zum Vorgänger zieht sich hier ebenso deutlich durch, wie auf einigen anderen Plattformen.

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