Schön, dass die PSP-Version im Umfang den Ablegern für PC bzw. PS2 kaum nachsteht und eine sehr realistische Grafik bietet.
FIFA 10 ist: Enormes Lizenzpaket, viele Modis, aber wenig Neues
FIFA 10
Bereits im Vorfeld des Releases war klar: Auf Xbox360 und PS3 wird es keine großen Änderungen in punkto Umfang geben. Das Lizenzpaket ist praktisch identisch zum Vorjahr. Immer noch werden euch mehr als 25 Ligen - mit Originalteams, teilweise aktuellen Rostern und ein paar Originalspielstätten - und unzählige Nationalmannschaften - 2009 erstmals auch mit den Niederlanden - angeboten. Mittlerweile sollte wohl praktisch jeder sein Lieblingsteam finden. Ach ja, eine deutsche dritte Liga gibt es übrigens auch in "FIFA 10" wieder nicht. Nichts desto trotz ist der Titel natürlich das übliche Lizenzmonster, an welchem sich die Konkurrenz wahrscheinlich noch Jahre die Zähne ausbeißen wird.
Ein ähnliches Bild auch in Bezug auf die Spielvarianten, denn auch hier gibt sich das Spiel gewohnt umfangreich. Allerdings werdet ihr beim ersten Durchklicken des Menüs sofort feststellen, dass das Meiste bereits im Vorgänger enthalten war und somit auch bereits bekannt ist. Das Meiste, aber eben nicht alles. Ein neuer Punkt ist "Virtua Pro". Hinter dieser Bezeichnung versteckt sich die Möglichkeit, sich selbst ins Spiel einzubringen. Per "Game Face", bereits hinlänglich aus "Tiger Woods PGA Tour" bekannt, könnt ihr ein Bild von Euch auf einen virtuellen Körper mergen und so frei nach dem Motto "Mittendrin statt nur dabei" sämtliche Matches, z. B. im Modus "Be a Pro" oder online im "10-vs-10", genießen. Und vor allem, mittlerweile ist die Technik auch schon so ausgereift, dass man sich auch wirklich wieder erkennt, wenn man so über den Platz spurtet. Trotzdem, mehr als ein nettes Beiwerk ist das Ganze nicht.
FIFA 10
Ebenfalls nur Beiwerk, schon allein wegen dem Zusatz "kostenpflichtig", ist der neue Modus "My Live Season" bzw. "Live Season 2.0". Neuer Modi stimmt jetzt aber nicht ganz, denn natürlich gab es auch schon in "FIFA 09" ein ähnliches Feature, allerdings war selbiges darauf beschränkt aktuelle Daten der Spieler aus ein paar wenigen Ligen herunter zu laden und somit immer den realen Stand im Spiel zur Verfügung zu haben. Heuer wurde dieses Feature nochmals etwas aufgebohrt. Neben den mittlerweile wöchentlichen Kaderupdates, kann man nun auch Spiele seiner Lieblingsmannschaft direkt nachspielen - und so virtuell ins reale Geschehen eingreifen. Aber es bleibt dabei, alles irgendwie nicht besonders weltbewegend. Da ist es doch schon deutlich interessanter, dass "FIFA 10" endlich einen vollwertigen Trainingsmodus bietet, in welchem man nicht nur Schüsse üben kann, sondern eben auch das Passspiel, die Standardsituationen oder die Verteidigungsaktionen perfektionieren kann.
Bisher hatten wir nur Änderungen, die man sofort anhand eines Menüpunktes erkennen konnte, jetzt kommen wir zu Erweiterungen, die teilweise ziemlich versteckt sind und eigentlich erst über eine gewisse Spielzeit auch wirklich auffallen. Gemeint sind hier im speziellen die Verbesserungen des Managermodus. Authentischer soll dieser dadurch werden, mehr Realismus versprühen und den Spieler noch mehr ins Geschehen hineinziehen - zumindest, wenn man nach den Aussagen des Publishers geht. Und tatsächlich, innerhalb dieser Spielvariante hat sich sogar wirklich etwas getan. Zum einen ganz leicht optisch, zum anderen aber schon deutlich mehr spielerisch. Dies beginnt bei der sehr informativen Übersicht innerhalb der persönlichen Zentrale, geht weiter über die sofort spürbaren Logikänderungen beim Ermitteln der Spielergebnisse und endet bei deutlich schwerer zu tätigenden Spielertransfers. Ganz nebenbei wurde auch noch das Finanzsystem überarbeitet und orientiert sich jetzt ein wenig am erfolgsbasierten Ablauf des Konkurrenten "Pro Evolution Soccer". Kurz um: Es ist deutlich schwieriger geworden, einen mittelmäßigen Verein aus einer unterklassigen Liga zur entsprechenden Landesmeisterschaft zu führen. Aber was soll's, ihr habt ja ganze 15 Jahre Zeit.
FIFA 10 ist: "Be a Pro: Club & Country" und die russische Premjer-Liga
FIFA 10
Während sich der "Be a Pro"-Modus auf Xbox360 und PS3 nicht geändert hat, ihr also immer noch diese eher oberflächliche persönliche Karriere geboten bekommt, gibt es auf PC, PS2 und PSP gerade in diesem Bereich durchaus eine Neuerung zu entdecken. "Be a Pro" heißt jetzt "Be a Pro: Club & Country" - und irgendwie lässt schon diese Namenserweiterung erahnen, was euch wohl dahinter erwarten wird. Natürlich geht es in "FIFA 10" auch weiterhin primär darum einen komplett selbst erstellten Spieler durch die Härten einer Profifußballerkarriere zu führen und irgendwann zum Star der Mannschaft aufzubauen. Ganz nebenbei sollt ihr euch aber heuer auch durch die entsprechenden Leistungen für die Nationalmannschaft empfehlen, in selbiger über die Zeit sogar einen Stammplatz erarbeiten und vielleicht, als Höhepunkt, dann sogar den Weg mit nach Südafrika zur FIFA Weltmeisterschaft 2010 antreten. Eine Stärke dieses Modus ist die nette Präsentation, eine ganz große Schwäche, dass sich das Spielprinzip - auch durch diese Aufgabenerweiterung Nationalmannschaft - nicht wirklich groß verändert hat.
Erweitert hat sich hingegen das Lizenzpaket auf den Plattformen PC, PS2 und PSP. Nur auf diesen könnt ihr nämlich in den Genuss der neu integrierten russischen Premjer-Liga kommen. Wer also schon immer mit Spartak Moskau, Zenit St. Petersburg oder den weniger bekannten Krylia Sovetov spielen wollte, dem wird hier die Gelegenheit gegeben. Während PS2-User heuer wieder komplett auf einen Online-Modus verzichten müssen, bietet die PSP-Version wenigsten ein Spiel gegen einen Freund und der PC-Ableger sogar gegen mehrere Gegner via Wlan bzw. Internetanbindung an. Auf beiden Plattformen gestaltet sich hierbei das Spielen im World Wide Web als sehr gelungen. Soll heißen, technische Probleme gibt es kaum welche und gerade der Version für den heimischen Rechner merkt man an, dass hier wohl die letzten 12 Monate doch noch einiges an Arbeit in den Programmcode gesteckt wurde.
