Flintlock - The Siege of Dawn: Dieses Soulslike ist auch was für Neulinge!

Test Carlo Siebenhüner
Flintlock - The Siege of Dawn: Dieses Soulslike ist auch was für Neulinge!
Quelle: A44 Games

Nach Shadow of the Erdtree ist vor dem nächsten Soulslike. Flintlock: The Siege of Dawn will das Kredo der harten Herausforderung aufbrechen und einsteigerfreundlich sein. Das gelingt zwar, doch stolpert man über den fehlenden Feinschliff.

Videospiele haben sich über die Jahre nun schon bei so manchem Setting bedient. Da haben wir den Dauerbrenner der klassischen Fantasy in Baldur's Gate 3, dem kommenden Dragon Age: The Veilguard und noch ca. 12562338635 anderen Spielen. Cyberpunk ist seit Cyberpunk 2077 so beliebt wie nie. Die Science Fiction wird in jedem Weltraumspiel wahr gemacht. Frostpunk 2 geht wieder voll in den Steampunk und Fallout hat den Atompunk salonfähig gemacht.

Trotzdem gibt es noch Schauplätze, die bisher wenig bis gar nicht in Spielen in Erscheinung getreten sind. Die "Flintlock Fantasy" ist so ein Beispiel. Grundsätzlich baut das Setting auf klassischer Fantasy auf, doch stellt es dann die Frage: Was wäre, wenn die Menschen das Schießpulver und die damit einhergehenden Schusswaffen entdeckt hätten?

Ein frisches Setting

Flintlock: The Siege of Dawn (jetzt kaufen 29,95 € / 35,99 € ) will in diese Bresche jetzt hineinspringen und ein Soulslike in ebendiesem Setting aufziehen. Das bricht aber ausdrücklich mit dem Kredo des hohen Schwierigkeitsgrads. Flintlock will zugänglicher sein und damit auch Neulinge an das Soulslike-Genre heranführen. Dafür bietet man enorme Vielfalt im Kampf und ein agiles Bewegungssystem, stolpert allerdings auch über eine Menge anderer Bausteine.

Im Zentrum von Flintlock steht Nor Vanek, eine Pionierin in der Armee der Koalition. Nachdem das Tor zur Unterwelt in der Stadt Morgenröte brüchig geworden ist, strömen nämlich allerhand Untote in die Welt der Menschen. Die Truppen der Koalition halten dagegen. Nach zehn Jahren erbittertem Widerstand will man der Zombie-Plage ein für alle Mal ein Ende bereiten und das Tor einfach mit tonnenweise Schwarzpulver hochjagen.

Flintlock: Git Gud? Dieses Soulslike ist auch was für Neulinge! Quelle: A44 Games Wir sind Teil dieses Himmelfahrtskommandos und schaffen es auch, die Bombe platzen zu lassen. Dummerweise führt das genau zum Gegenteil. Die schützende Barriere bricht endgültig zusammen und lässt nicht nur Untote, sondern auch Götter auf die Welt los. Obendrauf geht einer unserer Verbündeten dabei drauf, der Rest der Kameraden wird verstreut und unsere Protagonistin fällt in einen Abgrund.

Nach dem Desaster wacht Nor in einer Höhle wieder auf und ist natürlich nicht besonders gut auf die Götter zu sprechen. Wie der Zufall es will, hat uns aber auch genau so einer vor dem sicheren Tod gerettet. Das fuchsähnliche Wesen namens Enki stellt sich uns kurz darauf vor und bietet an, Nor bei ihrem Feldzug gegen die Götter zu unterstützen.

Flintlock: Git Gud? Dieses Soulslike ist auch was für Neulinge! Quelle: A44 Games

Geschichtsverdrossen

Die Ausgangslage bietet also eine ganze Menge Zündstoff für eine gute Geschichte. Leider verspielt Flintlock hier eine Menge Potenzial. Nicht falsch verstehen: Das Setting ist hervorragend und stimmig umgesetzt. Schlammige Schützengräben, Musketen und Militärdrill treffen hier auf Magie und toll designte göttliche Wesen. Dabei ist Flintlock zwar keine technische Referenz, zaubert aber trotzdem immer wieder schick designte Umgebungen auf den Bildschirm.

Doch kann auch ein gut umgesetztes Setting nicht alles retten, wenn die Geschichte holprig erzählt wird. In der dramatisch inszenierten Todesszene unseres Kameraden im Prolog des Spiels zucken wir nur mit den Schultern. Wir als Spieler haben den Kollegen schließlich gerade mal vor fünf Minuten in drei Sätzen kennengelernt. Im Laufe der Geschichte trommeln wir die überlebenden Kameraden wieder zusammen und auch hier versucht das Spiel, mehr Tiefgang in die Freundschaften zu bringen. Wirklich gelingen will das allerdings nicht.

Bildergalerie

In das Miteinander zwischen Nor und Enki ist zumindest etwas mehr Aufwand geflossen, schließlich ist er unser ständiger Begleiter. Nor und Enki kommentieren immer wieder das Geschehen und gelegentlich gibt es Dialoge zwischen den beiden. Doch auch hier knirscht es etwas, denn so richtig verbunden zu unserem Partner fühlen wir uns am Ende doch nicht. Das hat Banishers etwa deutlich besser gemacht. Zum Ende hin spitzt sich die Geschichte aber zumindest doch noch etwas zu, wenn wir mehr über die Geheimnisse unseres Fuchs-Gottes erfahren.

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