Grand Slam Tennis 2 im Gamezone-Test

Test Thomas Pfnür

Grand Slam Tennis 2 hat Potential und macht vieles besser, als sein Wii-Vorgänger. Aber viel des Potentials wird nie ausgeschöpft.

Zwei Jahre ist es her, da überraschte EA mit der Ankündigung ein Tennisspiel nur für die Wii zu entwickeln. Man wolle der Welt schließlich mal zeigen, so die vollmundigen Äußerungen des Publishers, wie gut man ein Spiel mit Nunchuk, Remote und Wii MotionPlus bedienen und welchen Spaß man damit den Benutzern vermitteln kann. Das Ergebnis, welches ab Mitte 2009 in den deutschen Läden verkauft wurde, sah dann aber doch sehr ernüchtern aus. Begeisterung bei der Fachpresse? Fehlanzeige. Jubel in der Spielergemeinde? Fehlanzeige. Ein großer Verkaufserfolg? Fehlanzeige.

Wohl alles Gründe, weshalb EA Sports 2012 den offiziellen Nachfolger, wenn man ihn so überhaupt nennen soll, nun für die PS3 und Xbox360 veröffentlicht und die Konsole von Nintendo komplett außen vorlässt. D. h. eine Wii-Version gibt es nicht und wird es wohl auch in näherer Zukunft nicht geben. Ein wirklich radikaler Plattformwechsel, aber scheinbar will man sich jetzt wieder darauf konzentrieren, aus starker Hardware das Optimum an Technik herauszuholen. Die Werbetrommel wurde diesbezüglich ja schon groß von Electronic Arts gerührt, doch kann Grand Slam Tennis 2 auch wirklich das halten, was man sich nun davon verspricht?

Volle Schlagkontrolle?

Grand Slam Tennis 2 Grand Slam Tennis 2 Die Wii-Version mag zwar passé sein, aber ganz konnte sich EA dann doch nicht von der Bewegungssteuerung verabschieden. Seid ihr Besitzer einer Playstation 3, dann dürft ihr euch auf eine Move-Unterstützung freuen. Dumm nur, dass diese Freude wohl kaum länger als ein Match währt. Zu Umständlich ist das Gefummel mit Controller und Move-Hardware, zu ungenau die Bewegungserkennung. Lustig ist das Ganze eigentlich nur, wenn man der CPU die komplette Spielersteuerung überlässt und sich selbst nur auf die Schlagbewegungen konzentriert, allerdings verliert das Spiel dadurch dermaßen an Tiefe, dass diese Variante nur für den ein oder anderen Partyabend taugen wird. Übrigens brauchen sich Xboxler darüber überhaupt keine Gedanken machen, denn Kinect wird gleich gar nicht unterstützt. Ob das nun wirklich ein Verlust ist, sei dahingestellt.

Dieses externe Embedding ist leider nicht mehr verfügbar.

Grand Slam Tennis 2 Grand Slam Tennis 2 Kommen wir nun aber zum eigentlichen Gameplay, der Steuerung über den normalen, herkömmlichen Controller. EA verspricht gerade hier die volle Schlägerkontrolle und bezieht sich dabei auf eine besondere Steuerung des Schlägers bzw. der Schläge über den rechten Stick. Die NHL-Serie aus selben Entwicklerhaus hat es vorgemacht und Grand Slam Tennis 2 versucht das Ganze nun in den virtuellen weißen Sport überzuführen. Anfangs ist man skeptisch, wie das sinnvoll funktionieren soll, durch eine simple Stickbewegung nach unten eine Gerade, nach oben einen Slice und einer Bewegung von unten nach oben einen Topspin ans Alter Ego zu befehligen, doch spätestens nach ein paar Schlägen auf dem Übungsplatz, merkt man, dass dieses System durchaus Potential hat. Es macht einfach Spaß die Schlagart, -stärke und -richtung über besagten rechten Stick zu steuern, während man mit dem linken seinen Tennishelden über den Platz scheucht. Es macht Spaß und vor allem es funktioniert auch. Trotzdem ist nicht alles Gold, was hier so glänzt. Leider verliert das Ganze enorm an Spieltiefe, da sich der Spieler zu schnell automatisch Richtung Ball bewegt und auch die richtige Präzision fehlt. Wirklich taktisches Ausspielen eines Punktes ist eigentlich nie möglich, zu schnell verkommt das Ganze zu einem reinen Ball-hin-und-her-Geschlage. Hier zeigt der Konkurrent Top Spin schon deutlich besser, wie Tennis mehr fordern und somit indirekt auch mehr Spaß machen kann. Schade, denn eigentlich wäre mit dieser Sticksteuerung deutlich mehr möglich gewesen. Übrigens kann man dies alles aber auch komplett ignorieren und sämtliche Schläge, wie man das bereits von vielen Titeln über viele Jahre kennt, einfach nur über die Buttons bedienen - am grundsätzlichen Spielprinzip ändert sich dadurch natürlich nichts. Leider macht sich Grand Slam Tennis 2 dadurch noch vergleichbarer mit der Konkurrenz und die spielerischen Mängel, die sich beim Titel von EA Sports einfach durchs komplette Gameplay ziehen, fallen noch deutlicher auf.

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