Mainboards: Chipsätze und Kompatibilität von CPUs
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Mainboards für die beiden Mainstreamsockel AMD AM4 und Intel 1200 gibt es schon ab etwa 50 Euro. Wir erklären Begriffe wie Sockel, Chipsatz und Formfaktor und klären, welche Rolle diese Dinge beim Kauf spielen. Zudem bieten wir eine Marktübersicht mit 40 Modellen für den Sockel 1200 zwischen 80 und 200 Euro.
Chipsatz und Kompatibilität von CPUs
Neben dem Sockel gibt es auch die so genannten Chipsätze. Sie sind vereinfacht gesagt eine Art Basis-Ausstattung von Mainboards, die einem bestimmten Standard entsprechen. Der Chipsatz kann beispielsweise vorgeben, dass ein Mainboard "nativ" vier SATA-Anschlüsse bietet oder ob eine Übertaktung der CPU problemlos möglich ist. Der Chipsatz kann euch aber auch einen Hinweis auf die CPU-Kompatibilität geben.
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Und zwar aus zwei Gründen - zum einen sind moderne Chipsätze ganz klar jeweils nur einem bestimmten Sockel zugewiesen.
Quelle: MSI
Ein MSI B450 Gaming Plus Max mit B450-Chipsatz. Der Namenszusatz "Max" zeigt, dass das Modell neu genug für die Ryzen 3000er-CPUs ist.
Die Chipsätze B450 und X570 gehören beispielsweise zum AMD Sockel AM4, aber zu keinem anderen Sockel. Den Chipsatz H370 gibt es wiederum nur für den Sockel 1151 v2, den Chipsatz H470 hingegen nur für den Sockel 1200. Der zweite Grund ist, dass in manchen Fällen trotz gleichem Sockel ein älterer Chipsatz nicht mit einer neuen CPU klarkommt oder dies erst nach einem BIOS-Update tut - so wie bei den Sockel AM4-Chipsätzen, die vor Release der Ryzen 3000er-Generation bereits auf dem Markt waren. Ein Mainboard mit B450-Chipsatz wird eine CPU wie den Ryzen 5 3600 nicht erkennen, sofern das BIOS nicht aktuell genug ist. Daher war der Griff zu einem Mainboard mit X570-Chipsatz die sichere Wahl, sofern man nicht extra eine ältere AMD-CPU zwecks BIOS-Update besorgen wollte, falls das gelieferte Mainboard noch ein älteres BIOS ab Werk installiert hatte. Wir schreiben bewusst, dass es so "war", denn inzwischen müssten bis auf wenige kleine Händler schon längst alle Shops selbst von älteren Mainboard-Modellen nur noch Exemplare auf Lager haben, deren Produktion nach Juni/Juli 2019 stattfand, so dass sie bereits ein passendes BIOS bieten. Einige Modelle mit älteren Chipsätzen wie dem Chipsatz B450 sind ohnehin erst ab Juli 2019 erstmals in den Handel gekommen - MSI kennzeichnet diese mit dem Namenszusatz "Max".
Quelle: ASRock
Ein ASRock Z290 Pro4 - Sockel 1151, aber nicht kompatibel zu neueren Sockel 1151-CPUs, die zur Unterscheidung mit Sockel 1151 v2 bezeichnet werden.
Auch bei Intel gab es in jüngster Vergangenheit Verwirrung, und zwar für die Kunden in einem ärgerlicheren Maße als bei AMDs Sockel AM4, da das Problem im Falle von Intel nicht per BIOS-Update zu lösen war. Für den Sockel 1151 kamen nämlich nach der Generation 7000 die neuen 8000er-CPUs heraus, die aber ausschließlich mit den zeitgleich erschienenen Chipsätzen der 300er-Familie funktionierten. Umgekehrt waren die neuen 300er-Chipsätze inkompatibel zu den 6000er- und 7000er-Prozessoren - und dass, obwohl alle drei genannten CPU-Familien den Sockel 1151 nutzen. Aus diesem Grunde wurde dann sehr rasch die Bezeichnung Sockel 1151 v2 für die neueren CPUs und Chipsätze ins Leben gerufen.
Zusammenfassend gesagt: Alle moderne Chipsätze sind prinzipiell für jeden Gaming-PC ausreichend bis sehr gut geeignet - Übertakter nehmen aber eher einen Top-Chipsatz, bei Intel ist ein Z-Chipsatz sogar ein Muss. Für Käufer ist es sehr einfach, den Chipsatz eines Mainboards zu erkennen. Denn bis auf enorm wenige Ausnahmen ist im Namen des Mainboards immer auch der Chipsatzname integriert. Meistens gibt ein M hinter dem Chipsatznamen zudem noch an, dass es sich um ein Mainboard mit dem Formfaktor mATX handelt. Was ein Formfaktor ist, erklären wir auf der nächsten Seite.