Gaming-Stromkosten: Rechenbeispiele und Netzteile

Special Antonio Funes
Gaming-Stromkosten: Rechenbeispiele und Netzteile
Quelle: Lian Li

Für einen Gaming-PC oder eine Spiele-Konsole braucht man Strom. Wir zeigen, wie man die Kosten berechnen kann und womit man rechnen muss, wenn man eine Playstation 4 oder 5, Xbox One S oder Series X sowie einen PC miteinander vergleicht. Zudem geht es noch um PC-Netzteile und die Auswirkungen von deren Effizienz auf die Stromkosten.

Um die Kosten zu verdeutlichen, haben wir uns einige Beispiele überlegt, welche verschiedene Spieldauer-Szenarien mit mehreren Systemen verbinden: ein tägliches Spielen zwischen 2 und 8 Stunden auf einer Xbox One S, Xbox Series X, Playstation 4 Slim, Playstation 5 sowie zwei PC-Varianten. Mit der Tabelle wird klarer, wie stark Gaming bei den Kosten ins Gewicht fallen kann. Ein PC benötigt dabei mehr Strom als eine Spielekonsole, dafür kann er natürlich viel flexibler genutzt und im Laufe der Jahre immer wieder modernisiert werden, um eine bessere Grafik als die Konsolen zu bieten.

Rechenbeispiele mit Konsolen und PCs

Die Formel, die unserer Tabelle als Basis dient, lautet: Stromkosten pro Jahr in Euro = 0,1095 x SB x GS, wobei SB für den Strombedarf (in Watt) steht und GS für die Gamingstunden pro Tag, die man im Durchschnitt spielt. Der Faktor 0,1095 ergibt sich aus 0,001 x 0,3 x 365, denn Die Watt werden durch das Multiplizieren mit 0,001 in Kilowatt verwandelt, der Strompreis liegt bei 0,3 Euro pro kWh, und es sind 365 Tage pro Jahr. So sehen unsere Beispielergebnisse für die jährlichen Stromkosten aus:

Gaming-System Gaming (Watt) Kosten 2h/Tag Kosten 4h/Tag Kosten 6h/Tag Kosten 8h/Tag
Xbox One S / Playstation 4 Slim 80 Watt 18 Euro 35 Euro 53 Euro 70 Euro
Xbox Series X / Playstation 5 200 Watt 44 Euro 88 Euro 131 Euro 175 Euro
Gaming PC mit RTX 3070 350 Watt 77 Euro 153 Euro 230 Euro 306 Euro
Gaming PC mit GTX 1660 Super 250 Watt 55 Euro 110 Euro 164 Euro 219 Euro

Monitor und Sound-Geräte kommen natürlich noch On-Top- dazu - wie gesagt, hängt es hier sehr von den verwendeten Produkten ab. Sehr grob kann man aber einen 27-Zoll-Monitor und ein typisches 2.1-Boxenset mit etwa 70 bis 80 Watt Strombedarf einrechnen - ähnlich hoch ist der Strombedarf bei einem TV mit 40 bis 50 Zoll-Diagonale und Nutzung von dessen eigenen Lautsprechern.

Xbox Next: Enthüllung der Next-Gen-Konsole auf der E3 Quelle: Microsoft Wer grafisch kein Problem mit Full-HD-Konsolengrafik hat, kann mit einer Xbox One S oder auch einer Playstation 4 Slim mit unter 100 Watt auskommen. Das bedeutet, dass bei zum Beispiel zwei Stunden Gaming pro Tag etwa 17 bis 18 Euro pro Jahr dazukommen, auch bei vier Stunden pro Tag logischerweise dann 34 bis 36 Euro. Vier Stunden tägliches Gaming kosten dann also alles in allem zwischen 70 und 190 Euro pro Jahr je nach verwendeter Hardware. Zum Vergleich: Der Bund der Energieverbraucher hat 2017 einen Verbrauch von 6,1 kWh für eine 11-minütige warme Dusche berechnet. Selbst wer nur alle zwei Tage eine solche Dusche wahrnimmt oder täglich für nur 5-6 Minuten duscht, hat einen Energieverbrauch von über 1100 kWh im Jahr - per Strom erzeugt entsprcht dies Kosten von knapp 334 Euro pro Jahr.

Bei einem PC kann man übrigens mit einem guten Netzteil die Kosten etwas nach unten drehen. Netzteile sind daher unser nächstes Thema.

Netzteile - Grundwissen

Ein Netzteil wandelt die Spannung des normalen Stromnetzes (230 Volt) in kleinere, für die PC-Bauteile geeignete Spannungen um. Diese Spannungswerte sind 3,3 Volt, 5 Volt und 12 Volt. Besonders wichtig für einen Spiele-PC ist die Leistungsfähigkeit des Netzteils für die 12-Volt-Sektion. Was vielleicht nicht jeder weiß ist dabei, dass die Nennleistung des Netzteils irreführend sein kann. Denn die Nennleistung, zum Beispiel 500 Watt, setzt sich aus den maximalen Werten zusammen, die es bei den drei genannten Spannungswerten liefern kann.

Theoretisch könnte es sein, dass von den 500 Watt nur 240 Watt bei 12 Volt zur Verfügung stehen - dies wäre für starke PCs und deren Grafikkarten zu wenig, und es nutzt dann auch nichts, wenn bei 3,3 und 5 Volt noch über 300 Watt ungenutzt übrig sind. Bei modernen Netzteilen kommen solche krassen Fälle nicht mehr vor - es kann aber durchaus sein, dass eine Nennleistung übertrieben ist, da der Hersteller einfach nur die theoretisch möglichen Maximalwerte der drei Spannungs-Sektionen addiert - in der Praxis kann ein Netzteil aber nicht gleichzeitig bei allen Sektoren das Maximum an Strom liefern. Diese kleine Mogelei zeigt sich oft im Preis: Bei einem Netzteil, das für 30 Euro angeblich 600 Watt liefert, besteht der Verdacht, dass es als stabile Maximalleistung die 600 Watt nicht erreichen kann. Ein Netzteil mit nur 400 Watt, bei dem die Werte ehrlicherer angegeben werden, kann in dem Fall sogar am Ende das geeignetere Netzteil sein. Ein recht guter Anhaltspunkt für ein ordentliches, modernes Gaming-PC-Netzteil ist, dass es mindestens 500 Watt bietet, mindestens zwei Stecker für PCIe (8-fach) hat und eine Zertifizierung für Haswell Low Power States aufweist. Aber auch eine gute Effizienz kann ein Indiz für eine gute Qualität sein - die Effizienz ist aber auch wichtig für den Stromverbrauch. Was dies genau ist, erfahrt ihr auf der nächsten Seite.

  1. Seite 1 Gaming-Stromkosten: Was ihr beachten müsst
  2. Seite 2 Gaming-Stromkosten: So berechnet ihr die Kosten
  3. Seite 3 Gaming-Stromkosten: Rechenbeispiele und Netzteile
  4. Seite 4 Gaming-Stromkosten: Effizienz von Netzteilen
  5. Seite 5 Gaming-Stromkosten: Rechenbeispiele zur Effizienz
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