Gaming-Stromkosten: Rechenbeispiele zur Effizienz
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Für einen Gaming-PC oder eine Spiele-Konsole braucht man Strom. Wir zeigen, wie man die Kosten berechnen kann und womit man rechnen muss, wenn man eine Playstation 4 oder 5, Xbox One S oder Series X sowie einen PC miteinander vergleicht. Zudem geht es noch um PC-Netzteile und die Auswirkungen von deren Effizienz auf die Stromkosten.
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So gehen wir bei unseren Rechenbeispielen vor: Unser Beispiel-PC hat einen Intel Core i7 sowie eine Nvidia GeForce RTX 3070 und benötigt beim Spielen reale 315 Watt, so dass wir bei einem Netzteil mit 90 Prozent Effizienz auf 350 Watt kommen. Nehmen wir bei unserem PC zusätzlich an, dass er abseits von Gaming (wir nennen dies der Einfachheit halber "Office") reale 90 Watt braucht. Wir statten den PC nun mit vier verschiedenen Netzteilen aus, die unterschiedlich effizient sind - sie sind mit den 80-Plus-Labels Bronze bis Platinum zertifiziert. Da es beim Gamen auch durchaus Leistungsspitzen von mehr als 500 Watt geben kann, sind die Netzteile 550- und 600-Watt-Modelle.
Effizienz-Rechenbeispiele
Wir berechnen nun die jährlichen Kosten für zwei bis acht Stunden Gaming pro Tag, das Ganze dann auch im unteren Teil der Tabelle mit zwei bis acht Stunden Office pro Tag - die Effizienzwerte in den Klammern sind die Werte, die das 80-Plus Label bei voller Last beziehungsweise wenig Last fordert. Bei den Stromkosten verwenden wir weiterhin 30 Cent pro kWh. Damit ergeben sich folgende Jahres-Stromkosten für die vier verschiedenen Netzteile und Nutzungsprofile, wobei wir für eine bessere Übersicht das "Euro" bei den Jahreskosten weggelassen haben:
| Netzteil | Label (Effizienz) | Preis | 2h Gaming | 4h Gaming | 6h Gaming | 8h Gaming |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Seasonic Focus PX 550W | Platinum (90%) | 95 Euro | 85 | 170 | 256 | 341 |
| be quiet! Pure Power 11 600W | Gold (89%) | 70 Euro | 86 | 172 | 258 | 344 |
| Cooler Master MWE V2 600W | Silver (87%) | 45 Euro | 88 | 176 | 264 | 352 |
| AZZA PSAZ New 550W | Bronze (85%) | 40 Euro | 90 | 180 | 271 | 361 |
| 2h Office | 4h Office | 6h Office | 8h Office | |||
| Seasonic Focus PX 550W | Platinum (92%) | 95 Euro | 24 | 48 | 71 | 95 |
| be quiet! Pure Power 11 600W | Gold (90%) | 70 Euro | 24 | 49 | 73 | 97 |
| Cooler Master MWE V2 600W | Silver (87%) | 45 Euro | 25 | 50 | 76 | 101 |
| AZZA PSAZ New 550W | Bronze (85%) | 40 Euro | 26 | 52 | 77 | 103 |
Man sieht gut, dass intensives Gaming durchaus viel Geld pro Jahr kosten kann, es aber auf der anderen Seite selbst mit einem günstigen Netzteil bei satten acht Stunden Gaming jeden Tag im Jahr nur knapp ein Euro ist, was das Hobby täglich kostet. Ebenso ist zu sehen: Wer nur zwei Stunden pro Tag spielt, spart pro Jahr etwa fünf Euro, wenn er statt des Bronze- ein Platinum-Netzteil nimmt - selbst wenn man das Netzteil 10 Jahre benutzen würde, ist der Aufpreis von 55 Euro also zu hoch. Nutzt man den PC aber typischerweise auch noch vier Stunden für Office, dann spart man weitere vier Euro pro Jahr, in der Summe also neun Euro pro Jahr - das teure Netzteil zahlt sich dann schon nach fünf bis sechs Jahren aus. Insgesamt sieht man aber, dass teure Netzteile bei der Frage nach der Stromkosten-Ersparnis von manch einem überschätzt werden. Der PC muss schon recht lange pro Tag benutzt werden, damit es sich im Geldbeutel auszahlt, vor allem wenn man vielleicht ohnehin nach spätestens fünf bis sechs Jahren das Netzteil wechselt. Wer die Umwelt ein wenig schonen will, ohne auf Spielzeit zu verzichten, kann sich aber so oder so das effizientere Modell kaufen.
Tipps zum Netzteilkauf
Wenn ihr ein neues Netzteil sucht, dann haben wir weiter oben ja bereits ein paar Eckdaten genannt. Für einen modernen Spiele-PC sollte das Netzteil eine Nennleistung von 500 Watt oder mehr, mindestens zwei PCIe-Stecker (8-Pin) und eine Haswell Low Power State-Zertifizierung haben. Außerdem wäre eine gute Effizienz zu empfehlen - 10 bis 30 Euro mehr für beispielsweise eher 90 statt nur 85 Prozent Effizienz (im Durchschnitt) sind durchaus okay. Ebenfalls einen kleinen Aufpreis bezahlt ihr für eine Modularität des Netzteils - bei einem modularen Netzteil lassen sich Kabel abnehmen, was den Einbau erleichtert - auch kann man nicht benötigte Kabel ganz weglassen. Als Anhaltspunkt zum Preis: ab etwa 45 bis 50 Euro geht es los, aber viel mehr als 90 Euro braucht ein Netzteil nicht zu kosten. Auch muss es selbst für eine High-End-System nicht mehr als 650 bis 700 Watt leisten, obgleich manche Grafikkarten-Hersteller dies empfehlen. Damit sichern sich die Hersteller aber eher gegen sehr günstige Netzteile ab, die angeblich zum Beispiel 650 Watt leisten, aber in Wahrheit nicht mal einem 500-Watt-Markenmodell ebenbürtig sind. Nur wer sehr viel herumexperimentiert, sehr stark übertaktet, ungewöhnlich viele weitere Komponenten in den PC einbaut und ähnliches im Sinn hat, kann darüber nachdenken, ein stärkeres Modell zu nehmen.
