Infamous 2 im Gamezone-Test

Test Michael Sosinka

Ein toller Open-World-Titel, der einen aber in Sachen Story und Kletter-Mechanik im Regen stehen lässt.

Infamous 2 Infamous 2 Mit Nix und Kuo werden uns zwei Damen an die Seite gestellt, die Teufelchen und Engelchen im Spiel repräsentieren. Nix ist eher für die brachiale Seite verantwortlich und scheut nicht um die Verluste von unschuldigen Opfern. Kuo ist da von sanfterem Gemüt und appelliert an unsere gute Seite. Abhängig davon, in welche Richtung unsere Karma-Anzeige tendiert, gibt es verschiedene Enden zu beobachten. Doch wie verändern wir die Anzeige? An einigen Stellen im Spiel darf man aus zwei verschiedenen Hauptmissionen wählen, in denen man Opfer vermeidet oder eher brutal vorgeht. Ansonsten können überall auf der Karte Überfälle verhindert oder zum Beispiel Musiker und Protestaktionen gewaltsam aufgelöst werden. Dann hilft man entweder der Cops oder halt der kriminellen Gegenseite.

Infamous 2 Infamous 2 So interessant das System in der Theorie auch klingt, es gibt wirklich nur gute und böse Entscheidungen, nichts dazwischen, die zudem sehr offensichtlich ausfallen. Sie sind vorhersehbar und wirken sich nicht einschneidend auf den weiteren Verlauf aus. Klar, hier und da verlaufen Dialoge und Nebenmissionen anders, doch grundsätzlich bleibt man auf dem gleichen Pfad. Obwohl das Moral-System von Spielen wie Mass Effect 2 oder Dragon Age 2 sicherlich nicht das detaillierteste ist, ist es dem von inFamous 2 deutlich im Vorteil. Wenn man böse oder gut ist, bekommt man jedoch im späteren Verlauf unterschiedliche Kräfte spendiert. Zudem reagiert die Bevölkerung anders auf Cole. Entweder man wird bewundert oder eben gefürchtet.

Licht aus, Messer raus

Infamous 2 Quelle: Sony Infamous 2 Im ersten Teil musste man häufiger den Strom in verschiedenen Bezirken aktivieren. Dies ist zwar immer noch der Fall, wird aber längst nicht mehr so häufig zelebriert. Deswegen begibt man sich nicht mehr in die Kanalisation. Das komplette Spielgeschehen findet auf der Oberfläche statt. Gebäude werden ebenfalls nicht betreten. Neu ist dafür das Nahkampfsystem, denn Cole schwingt jetzt eine mächtige Elektrokeule. Da man nur zwei Tasten benötigt, ist wildes Gehämmere der Schlüssel zum Sieg. Das Ganze ist schnell erlernt, leidet aber häufiger an Übersichtsproblemen, da die Kamera gerne spinnt. Das Fernkampfsystem funktioniert genau so wie beim Vorgänger. So ballert man Elektroblitze im Sekundentakt in Richtung des Feindes oder wirft Granaten. Teilweise lassen sich somit Gebilde wie Terrassen zum Einsturz bringen. Ansonsten kann Cole mit seinen elektrischen Kräften Wagen in den Feind schleudern oder mächtige Tornados entfesseln, die eine wahrlich immense Zerstörung hinterlassen. Und optisch sieht der Spaß auch noch gut aus.

Infamous 2 Infamous 2 Sammelaufgaben gibt es natürlich auch, denn es gilt 300 Splitter einzusammeln, die über die ganze Stadt verteilt sind. Damit wird die Kapazität der Elektroenergie erhöht, die sich einmal mehr an Wagen, Laternen oder anderen elektrischen Quellen aufladen lässt. Ansonsten rutscht Cole auf Stromleitungen mit ungeheurer Geschwindigkeit von Haus zu Haus und gleitet bzw. fliegt fast dank elektromagnetischer Felder über die Straßen von New Marais. Die Feinde verhalten sich eigentlich so, wie man es erwartet. Sie verfolgen uns zwar konsequent, Mutanten klettern Cole sogar nach, insgesamt handelt es sich aber um simples Fallobst. Wenn man nicht gerade alle Sammelgegenstände sucht und einen größeren Teil der Nebenmissionen erledigt, wird man ca. 20 Stunden in New Marais verweilen. Wer es darauf anlegt, wird natürlich auch länger beschäftigt sein. Darüber hinaus kann inFamous 2 auf der guten und etwas böseren Seite absolviert werden.

Ezio macht es irgendwie besser

Infamous 2 Infamous 2 Cole klettert natürlich wieder fröhlich über die Häuserdächer aber ich konnte mich mit dieser Klettermechanik nicht richtig anfreunden. Ezio aus Assassin's Creed macht es einfach geschmeidiger und flüssiger. Cole rumpelt eher über die Fassaden, das sieht einfach nicht gut aus. Zudem klebt er förmlich an den Wänden und Abhängen, was in brenzligen Situationen fatal ist, weil man sich unbeabsichtigt irgendwo dran hängt oder vor dem Abgrund stehen bleibt, inFamous 2 wirkt in dieser Hinsicht einfach nicht rund. Und da Cole beliebig hoch fallen kann ohne zu sterben, fehlt der "Thrill". Nur Wasser kann ihm etwas anhaben, und natürlich der Feind.

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk