Jambo! Safari: Die Wildhüter im Gamezone-Test

Test Alexander Winkel

Die nur mäßige Fortsetzung eines Arcade-Klassikers, welche vor allem Tierliebhaber und Kids anspricht.

Mancher älterer Hase unter den Zockern, der auch ab und an den Spielhallen einen Besuch abstattete, wird sich vielleicht noch an das Arcade-Original erinnern, welches nun in abgewandelter Form als "Jambo! Safari - Die Wildhüter" die Händlerregale ziert. Wir wollen zwar nicht unhöflich sein, die leuchtend glänzenden Augen derjenigen müssen wir aber enttäuschen: Die neue Wii-Formel spricht weniger die Freaks an, als Kids mit einem Herz für Tiere. Und selbst in dieser Form als Umweltpaket macht der Titel noch so einiges falsch! Wir berichten aus den Tiefen Afrikas und sorgen für Aufklärung!

Jambo! Safari: Die Wildhüter Jambo! Safari: Die Wildhüter Irgendwo im nirgendwo Afrikas wird eine aufregende Stelle als Tierhüter und -retter frei - ja das ist doch genau das Richtige für die jungen Kids und jung gebliebenen Eltern, die sich gerne um mehr oder weniger gefährliche Fellknäuels, jede Menge Federvieh und Dickhäuter kümmern möchten. In zahlreichen Missionen begegnet man exotische Tiere und muss sich um deren Leiden kümmern, dabei das weitläufige Terrain rund um eine florierende Ranch erkunden die vor allem die Natur in vollen Zügen genießen! So zumindest die Theorie, welche klingt wie eine Werbebroschüre. Die Praxis dagegen ist leider ziemlich ernüchternd und zeigt gravierende Mängel, die in der Realität sicherlich ganze Herscharren an Tierschützer auf den Plan rufen würden.

Werde ein Safari-Park Ranger

Jambo! Safari: Die Wildhüter Jambo! Safari: Die Wildhüter Die Basis ist relativ zentral gelegen und wird von insgesamt neun unterschiedlichen, spielerisch durchaus auch sehr weitläufigen Gebieten umrundet. Das Embamba-Flachland beherbergt gefährliche Raubkatzen, aber auch Vogelvieh und andere Tiere. Weiter breitet sich das Einflussgebiet auf die Jangwa-Steppe und den Shetani-Fluss aus, wo sich dann auch Dickhäuter und ähnliches finden. Zu Beginn lässt der alter Herr der Ranch euch aber gar nicht so weit vorrücken, sondern erzieht den Jüngling, wahlweiße aber auch die Rancherin zu einer respektvollen Person, die sich um die Tiere kümmert. Eine wenige Tutorials führen der Aufseher euch in die Gegebenheiten der neuen bescheidenen Behausung ein. Die Werkstatt beherbergt die lizenzierten Land Rover Fahrzeuge, das Quartier dient den freudigen Wii-Usern als Umkleide und Bad für das Styling der Haare, sowie um alle Erfolge in Form von Auszeichnungen, Pokalen und Pins anzuschauen. Im Gehege wiederum befinden sich eingefangene Tiere, die behandelt, gepflegt und sogar benannt werden können.

Jambo! Safari: Die Wildhüter Jambo! Safari: Die Wildhüter Nicht gerade umweltfreundlich bewegt man sich innerhalb der Ranch mit seinem Rover hin und her, anstatt die extrem kurzen Wege körperlich wohltuend zu Fuß hinter sich zu bringen. Die Entwickler haben es sich erspart, der Spielfigur derartige Bewegungsanimationen zu verpassen, denn hauptsächlich werdet ihr euer virtuelles Ebenbild hinterm Steuer sitzen sehen - klasse! Der Zwang, ohne Pause im Fahrersitz zu verbringen, birgt auch steuerungstechnische Probleme. Die Handhabe des Boliden wirkt daher ziemlich abgedroschen, damit auch kleinere Lücken in Dörfer und an Tankstellen anvisiert werden können und prallt man gegen irgendwelche Felswände, Pfeiler oder gar Bäume, staunt man nicht schlecht über die doch sehr verwunderliche Kollisionsabfrage.

Umweltschutz? Ja von wegen!

Jambo! Safari: Die Wildhüter Jambo! Safari: Die Wildhüter Letzteres sorgt auch in der freien Natur zu seltsamen Situationen, wenn zum Beispiel ein Vierbeiner im vollen Lauf frontal mit dem Kühlergrill des Rover erwischt wird. Das Tier scheint unbeeindruckt und flüchtet ohne mit der Wimper zu zucken. Das eigene Fahrzeug wird kurz mit einem ohrenbetäubenden Knall abgebremst, trägt hinterher aber ebenfalls keinerlei Schaden. Dem nicht genug, prescht man stets mit Vollgas durch die Prärie, ohne Rücksicht auf Verluste und vor allem aus Sicht von Umweltschützern ohne Rücksicht auf die Flora und Fauna. Egal, ob man nun durch Büsche heizt und somit theoretisch das wenige noch vorhandene Gestrüpp regelrecht niedermäht oder einer kaum ersichtlichen Matschstraße folgt, das Gaspedal wird grundsätzlich durchgedrückt. Grund ist mitunter auch die tickende Uhr, welche euch ein oftmals hartes Zeitlimit für die Missionen setzt und somit zur Hatz und mit dicker Bereifung sowie dadurch auffliegenden Matsch die Zerstörung der Natur antreibt - zwar nicht ganz sichtlich, aber zumindest gedanklich!

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