Wir haben keine Chance gegen NFTs in Videospielen - Kolumne
Kolumne
Der NFT-Kurseinbruch gibt Grund zur Hoffnung, dass NFTs in Spielen bald keine Rolle mehr spielen werden - oder doch nicht? Wie Bitcoin, Blockchain und exklusive NFT-Collections wie Bored Ape Yacht Club in die Kurschwankung mit reinspielen, spekuliert unsere Redakteurin Toni in ihrer Kolumne.
Während eine Vielzahl an Entwicklerstudios NFTs ganz, ganz toll finden, machen sich noch viel mehr Spieler berechtigterweise Sorgen, wie monetär die Gamingwelt eigentlich noch werden soll. Der große NFT-Kurseinbruch vor ein paar Wochen kam daher vielen Leuten entgegen und die Hoffnung besteht, dass es damit um die digitalen Tokens endgültig geschehen ist. Nun, man kann über NFTs sagen, was man will und die Frage, nach ihrer Daseinsberechtigung ist sicherlich nicht unbegründet, aber eines ist klar: Sie werden in nächster Zeit nicht aufhören zu existieren. Im Gegenteil, die "Gefahr" eines erneuten Hypes ist überaus realistisch.
Der beschriene Abwärtstrend von NFTs ist nämlich nichts anderes als die Reaktion auf den Kryptocrash - den Einbruch von Kryptowährungen -, welcher sich wiederum durch die aktuellen weltwirtschaftlichen Unsicherheiten ergab und ergibt. Warum das so ist, lässt sich einfach zusammenfassen: Wenn man Geld braucht, verkauft man das unsicherste Objekt mit den größten Preisschwankungen. Und auf dieser Liste sind Bitcoins nun einmal ganz weit oben.
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Dabei darf man aber nicht dem Irrglauben unterliegen, zu denken, dass es sich hier um viele Privatpersonen handelt, die alle auf die gleiche Idee kamen und ihre digitalen Güter abstießen. Stattdessen wurden laut Investmentbank Morgan Stanley via Financial Times bis zu zwei Drittel der des sogenannten Bitcoin-Handelsvolumens 2021 von Krypto-Institutionen gestemmt. Dazu zählen Depotbanken, Börsen und Kryptofonds, die untereinander handeln. Dieses Jahr ist der Anteil an institutionellen Anlegern auf rund 75 Prozent gestiegen, private Anleger spielen im großen Spiel der Preisschwankung also eine zunehmend kleinere Rolle.
Zusammenhang Kryptowährung und Wirtschaft
Das ist deswegen wichtig, weil sich dadurch der Bitcoin-Kurs nicht mehr wie eine unabhängige Kapitalanlage verhält, sondern den realen Wirtschaftsschwankungen unterliegt. Konkret heißt das, dass sich Bitcoin immer weiter dem Aktienindex NASDAQ annähert, der nicht nur die 100 größten Aktienunternehmen indexiert, sondern zeitgleich mit der Kryptowährung einen steilen Flug nach unten einlegte. Und wo eine Kryptowährung schwankt, schwanken die anderen auch - in diesem Falle Ethereum. Das hat insofern etwas mit NFTs zu tun, weil diese auf den jeweiligen Blockchains der Währungen liegen und sie in der entsprechenden Währung gehandelt werden. Geht der Wert von Ethereum runter, so wird auch das NFT günstiger, verliert also an Wert.
Quelle: boredapeyachtclub.com
Bored Ape Yacht Club
Und weil Kryptowährungen genauso wie NFTs keinen realen Gegenwert haben und daher sehr spekulativ sind, hängt deren Kurs auch vom allgemeinen Krypto-Image ab. Dieses wird in sogenannten Angst-Gier-Indexen ausgedrückt, wo die Angst vor finanziellem Verlust mit der Gier auf leicht verdientes Geld aufgewogen wird. Die Werte errechnen sich aus dem Marktgeschehen, Medienanalysen und Umfragen, wobei Bitcoin sich aktuell auf dem Niveau 12 von 100, also bei "extremer Angst" befindet, und Etherum mit einem Wert von 24 ebenfalls noch die Bewertung "Angst" erhält.
Und wer Angst hat, der verkauft, in diesem Fall seine NFTs. Und die entstandene Abwärtsspirale gibt vielen NFT-Kritikern Grund zur Hoffnung, dass sich der Trend selbst auslöscht.
Doch die Kurse haben sich nicht nur gefangen, sie steigen auch wieder. Zwar haben NFTs eigentlich keinen echten Wert, das Prinzip der Verknappung funktioniert aber trotzdem. Von jeder NFT-Collection gibt es nämlich nur eine begrenzte Stückzahl zu kaufen und wer beim Spekulationsspiel bisher leer ausging, kauft nun die immer noch nicht günstigen Tokens zum Sonderangebot.
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