Kolumne: NFT Kurseinbruch - Ein Grund zur Hoffnung? Seite 2
Kolumne
Der NFT-Kurseinbruch gibt Grund zur Hoffnung, dass NFTs in Spielen bald keine Rolle mehr spielen werden - oder doch nicht? Wie Bitcoin, Blockchain und exklusive NFT-Collections wie Bored Ape Yacht Club in die Kurschwankung mit reinspielen, spekuliert unsere Redakteurin Toni in ihrer Kolumne.
Die beliebtesten NFTs
Das System der Verknappung funktioniert besonders gut bei NFTs, deren Exklusivität besondere Privilegien mit sich bringt, wie das Benutzen bestimmter Online-Plattformen. So ist es kein Zufall, dass NFTs mit Affen assoziiert werden. Das ist dem extrem öffentlichkeitswirksamen Projekt Bored Ape Yacht Club geschuldet. Dabei handelt es sich um eine Collection von 10.000 Affenbildern, die gleichzeitig als Eintrittskarten zu einem virtuellen Kunstprojekt, Chatraum und Online-Shop dienen. Warum man daran teilhaben wollte? Na, weil auch Paris Hilton, Jimmy Fallon, Eminem und Snoop Dogg in diesem Club sind. Exklusivität durch Exklusivität ist ein Geschäftsmodell, dass bei NFTs anscheinend besonders gut funktioniert. Und da es immer Leute geben wird, die auf der gleichen Liste stehen wollen wie große Stars und Sternchen, werden derartige NFTs nicht aussterben.
Es gibt natürlich auch Gegenbeispiele. Das beweist Azuki, welches exakt dasselbe Geschäftsmodell bietet wie die Affengeschichte. Dass Azuki nach dem allgemeinen Abwärtstrend sich nicht zu erholen scheint, liegt aber vor allem an einem Twitter-Post der Entwickler.
In diesem Artikel
Darin wurde beiläufig bekannt gegeben, dass das Team zuvor nicht schon ein oder zwei, sondern ganze drei Projekte hochgezogen hatte, die sie einfach fallen lassen hatten, als sie nicht mehr lukrativ genug erschienen und man sich besseren Projekten zuwenden wollte. Dass man so einem Team nicht vertrauen will, ist verständlich und setzt die Abwärtsspirale fort, die bei anderen Projekten bereits nachgelassen hat.
Quelle: azuki.com
Azuki
NFT-Entwickler Identität aufgedeckt
Und damit befinden wir uns auch bei dem Punkt, warum NFT-Projekten so wenig Vertrauen geschenkt wird. Die Erfinder oder Entwickler solcher Projekte sind im Regelfall nämlich anonym, was eine Nachverfolgung zu etwaigen bereits gescheiterten Unternehmen oder dubiosen Hintergründen nahezu unmöglich macht.
Im Falle von Bored Ape Yacht Club existiert beispielsweise zwar eine Firma mit öffentlichem CEO, die Identitäten von zwei der vier Gründer wurden aber erst dieses Jahr im Februar von Buzzfeed aufgedeckt. Mit der Kryptobranche hatten die beiden vorher übrigens nichts zu tun, was es fraglich macht, ob sich unter diesen Vorzeichen überhaupt Prominenz in das Projekt eingekauft hätte, die ja das wichtigste Verkaufsargument darstellt. Doch obwohl diese Anonymität zwielichtige Gestalten hervorbringt und sich bereits mehr als ein Projekt als Betrugsmasche herausstellte, werden NFTs nicht wieder verschwinden.
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Denn ja, man kann argumentieren, dass NFTs keinen Wert haben, aber aus Investorensicht unterscheiden sie sich nicht von anderen Prestige-Gegenständen wie Gemälden oder Skulpturen. Ihr Wert bemisst sich daran, was die Leute bereit sind, zu zahlen. Und ob ich nun einen echten Kandinsky kaufe oder mir eine Kopie an die Wand hänge, macht genauso viel Unterschied, wie jene zwischen einem NFT und einer digitalen Kopie.
NFTs und die Zukunft des Gaming
Die Mondpreise, die bezahlt werden, sind aber nicht nur astronomisch, sondern schlicht zu hoch, um als Normalsterblicher hinterherzukommen, und daher ist der Begriff Investitionsblase durchaus angebracht. Dass diese Blase geplatzt ist, stimmt so trotzdem nicht - es wurde lediglich etwas Luft herausgelassen. Genauso wie bereits letztes Jahr im Juni, als die NFT-Blase angeblich schon mal geplatzt war, als der Umsatz um 90 Prozent einbrach, und das zufälligerweise gleichzeitig mit dem Bitcoin-Kurs.
Dass die Preise so viel stärker schwanken als bei herkömmlichen Kursen, liegt am Wechsel aus Hype und Angst. Das führt aber nicht nur zur Unberechenbarkeit des Marktes, sondern durch die hohe Aufmerksamkeit zu weitreichendem Wachstum des Marktes durch neue Projekte.
Dass diese Projekte mehr oder weniger stark in die Spielebranche überschwappen, ist keineswegs ideal, lässt sich aber auf lange Sicht kaum aufhalten. Daher fällt die Prognose düster aus: NFTs werden nicht verschwinden. Sie werden relevanter werden und ein echtes Entkommen auf Dauer kaum möglich sein.
