L.A. Noire im Gamezone-Test

Test Michael Stadler

Bitte erheben Sie sich zur Urteilsverkündung: L.A. Noire ist ein Spiel, dessen Faszination man nicht in Worte fassen kann.

L.A. Noire L.A. Noire Doch zurück zum aktuellen Fall. Am Zielort erwartet euch ein Tatort par excellence: Eine dunkle Gasse mitten zwischen hoch aufgeschossenen Lagerhäusern mit erschreckend vielen Fenstern, die ab und an von flackernden Glühbirnen erleuchtet werden. Zusammen mit unserem Partner machen wir uns auf den Weg in diesen bedrückenden Schlund der Dunkelheit um jeglicher sich uns bietenden Spur auf die Schliche zu kommen. Die Spurensuche ist für den Polizei-Alltag und somit für das Spiel eines der drei Schlüsselelemente zum Erfolg. Sind wir im Haus eines Verdächtigen , des Opfers oder vielleicht sogar am Tatort unterwegs, wird uns per akustischem und haptischem Signal verdeutlicht, dass wir hier doch mal stehen bleiben sollten, um einen genaueren Blick auf das geboten Szenario zu werfen. Dabei können die hörbaren Effekte von einem hell klingenden Schlaginstrument bis hin zu einer moll-lastigen Akkordabfolge reichen. Der haptische Effekt setzt grundsätzlich bei jedem Hinweis ein und erst die Kombination aus fühlbarem und hörbarem Signal zeigt uns, dass sich hier ein solcher befindet und wie bedeutsam er ist. Halten wir dann mal einen relevanten Gegenstand in Händen, können wir ihn drehen und wenden wie wir wollen. Entdecken wir dabei beispielsweise die Seriennummer einer Waffe, zoomt die Kamera im besten Stile von CSI und Co. auf die entscheidende Stelle des Beweisstückes. So verhält es sich auch im Fall unserer Leiche. Wir finden die Tatwaffe auf dem Dach eines Nebengebäudes inklusive eingebrannter Nummer und suchen den nächsten Waffenhändler auf. Der ältere Herr mit schütterem Haar und Wohlstandsbauch gibt uns bereitwillig alle notwendigen Informationen. Wir machen den Besitzer der Waffe aufgrund des auffälligen und zudem seltenen Materials des Griffs ausfindig und bringen ihn hinter schwedische Gardinen.

L.A. Noire L.A. Noire Doch die Informationsbeschaffung ist bei weitem nicht immer so unkompliziert wie im eben geschilderten Fall. Im weiteren Spielverlauf, wenn die Fälle komplexer werden, muss man nicht nur jedem Indiz auf der Spur sein, sondern auch durch intelligente Gesprächsführung an wichtige Informationen kommen. Wir erklären diese Methodik und damit das zweite Schlüsselelement am besten an einem Beispiel: Eine weibliche Leiche wird nach einer regnerischen Nacht in einem Park gefunden. Am Tatort fallen uns sofort die Handtasche des Opfers und zudem Fußabdrücke, vermutlich Größe 41, rund um die Leiche auf. Es liegt also nun an uns und unserem Partner die Familie der Verstorbenen zu informieren. Als wir am Haus klopfen wird uns vom Ehemann des Opfers die Tür geöffnet. Wir erklären ihm die Situation, sprechen unser Beileid aus und sehen uns im Haus näher um. In der Waschküche finden wir den ersten Hinweis, der den Ehemann nicht gerade entlastet: Mit frischem Matsch überzogene Arbeitsschuhe. Als wir die Schuhe in die Hand nehmen und auf dem Kopf stellen erkennen wir, dass die Fußspuren am Tatort und dieser Schuh im Bezug auf die Größe identisch sind. Als wir uns umdrehen finden wir zudem ein vollkommen durchnässtes Flanellhemd welches an einem Bügel hängend vom Türknauf tropft. Für uns ist die Beweislage eindeutig, wir verhören den Ehemann. Grundsätzlich wird jede Befragung aus zwei Kameraperspektiven betrachtet. Hauptaugenmerk liegt dabei meist auf eurem Gegenüber. Hat euer Gesprächspartner seine Aussage getätigt habt ihr drei Möglichkeiten zur Auswahl: Wahrheit, Anzweifeln, Lüge. Wählt ihr die Option Wahrheit aus, greift ihr die eben gehörte Ausführung auf und stellt die nächste Frage im Sinne der vorgegebenen Richtung. Zweifelt ihr die Aussage an, hinterfragt ihr das Statement äußerst kritisch und beschuldigt ihr euren Gegenüber gar gelogen zu haben, müsst ihr dafür auch die schlagfertigen Argumente parat haben um eurer Behauptung Nachdruck zu verleihen, denn andernfalls ist die Kooperationsbereitschaft fürs Erste dahin. Diese Argumente und viele weitere nützliche Informationen liefert das dritte Schlüsselelement: Das Notizbuch. Hier findet ihr alle wichtigen Fakten, Hinweise, Personen und Orte die für den aktuellen Fall von Bedeutung sind. Im Fall des Ehemanns, versucht uns besagter Gatte davon zu überzeugen er sei gestern Abend nicht mehr außer Haus gewesen. Wir beschuldigen ihn uns belogen zu haben und er will, dass wir unsere Karten auf den Tisch legen. Also schlagen wir unser Notizbuch auf, konfrontieren ihn mit dem nassen Hemd und haben ihn aus der Reserve gelockt. Doch so einfach ist es nicht immer eine wirkliche Lüge mit den richtigen Beweismitteln auszustechen. Denn nur wer auch wirklich alle verdächtigen Dinge entdeckt hat auch das volle Portfolio an Argumenten in der Westentasche.

L.A. Noire L.A. Noire Damit die Motivation während der insgesamt 21 Hauptfälle nicht verloren geht, bekommen wir Erfahrungspunkte für gute Ermittlung, erfüllte Nebenaufträge und Verhöre, die uns im Level steigen lassen. Erreichen wir eine Bestimmte Stufe steigen wir im Rang auf und werden ins nächsthöhere der fünf existierenden Dezernate befördert. Hier bietet sich im Übrigen die Gelegenheit für den Disc-Wechsel der Xbox 360 Version, welche mit gleich drei Spiele-DVDs ausgeliefert wird. Auf der PS3 findet BluRay sei Dank alles auf einem Datenträger Platz. Habt ihr einen Fall abgeschlossen erhaltet ihr eine Einschätzung. Dabei werden gefundene Hinweise und richtige Verhöre genauso in die Bewertung einbezogen wie Kollateralschaden und verursachte Schäden. Ist ein Fall einmal nicht so ausgegangen wie ihr euch das vorgestellt habt, könnt ihr ihn nach Abschluss im Hauptmenü separat anwählen und euer Ranking verbessern.

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