Bitte erheben Sie sich zur Urteilsverkündung: L.A. Noire ist ein Spiel, dessen Faszination man nicht in Worte fassen kann.
L.A. Noire
Der Aufbau der Stadt ist vielseitig und weckt im Handumdrehen das Gespür für den Way of Life der 50er Jahre. Große alte Dickschiffe der Traditionsmarken Plymouth, Cadillac, Ford oder Pontiac geben den Straßen L.A.s ihre unveränderliche Anmut und die Bevölkerung sorgt für die farbigen Akzente abseits des Asphalts. Stellt man sich einfach so einmal auf den Fußgängerweg steckt im L.A. zur Zeit des Swing und Bebop viel Leben und Vitalität und man sollte sich auch mal die Zeit nehmen diese besondere Atmosphäre zu schnuppern. Die Steuerung gönnt sich parallel zur Spielgrafik einige schwache Momente. Gerade bei Ermittlungen in kleinen Zimmern erweist sich die Steuerung als hakelig und trübt so den über die Dauer hinweg vermittelten Eindruck. Ebenfalls umdenken muss, wer sich auf eine Open-World, wenn nicht gar ein Sandbox-artiges Spielerlebnis eingestellt hat. Die Stadt ist zwar auf den großen Straßen frei befahrbar, birgt jedoch bis auf die mit dem Fall zusammen hängenden Räumlichkeiten keinerlei Möglichkeiten zur Freizeitbeschäftigung. Zwar gibt es wieder etwas zu sammeln, jedoch hält sich das mit ein paar Autos in Garagen der Stadt und insgesamt 13 Zeitungen für Rockstar-Verhältnisse arg in Grenzen. Ebenfalls ein wenig enttäuscht werden diejenigen unter euch sein, die Radiosender à la Mafia 2 erwarten.
L.A. Noire
Überraschenderweise gibt es nämlich nur einen einzigen Radiosender auf dem Titel des Jahrzehnts hoch und runter gespielt werden. Dafür überzeugt der Instrumentalsoundtrack mit stimmungsvollen Klängen zu jeder Situation. Es gibt beinahe zu keiner Zeit im Spiel einen Moment in dem ihr von der Hintergrundmusik unpassend umspielt oder gar im Stich gelassen werdet. Tonales Highlight bleiben jedoch die erneut überragend eingesprochenen Unterhaltungen, die jeden Spieler mit ein bisschen Gespür für die englische Sprache Minute um Minute amüsieren, fesseln, erregen oder gar vor Wut kochen lassen. Wenn man für eine dreiste Lüge einen Anstieg in Sachen Lautstärke und Nachdruck der Stimme von Cole Phelps erwartet, dann kommt dieser auch zum einzig passenden Moment genau so, wie man innerlich schon vorhergesehen hat.
