Lenovo Legion Go: Ein Alleskönner mit Fallstricken

Special Antonia Dreßler
Lenovo Legion Go: Ein Alleskönner mit Fallstricken
Quelle: Lenovo

Das Legion Go soll den Handheld Markt revolutionieren? Ganz so einfach ist das leider nicht, wie unsere Redakteurin Toni feststellen musste.

Nintendo macht es seit Jahrzehnten vor, Sony wagt sich ebenfalls immer wieder ins Fahrwasser, Smartphones haben auch irgendwas damit zu tun und Valve holte alle ab, die nicht schon längst an Bord sind: Das Zeitalter der Handhelds kam lange schleichend und nun befinden wir uns mittendrin.

Während es zu Beginn dieser großen Epoche noch darum ging, jederzeit und überall spielen zu können, dienen die kompakten Geräte immer öfter als Home Device, mit dem man seine Bildschirmzeit verdoppeln kann - neben einer Serie auf dem Fernseher noch ein Spiel in Händen halten, das Abenteuer mit ins Bett nehmen und selbst auf dem Klo sichtet man Gamer, die nicht bereit sind, sich von nervigen Körperfunktionen das Spielen verbieten zu lassen.

Und wo eine Nachfrage ist, da gibt es auch ein Angebot. Kein Wunder also, dass nach dem Steam Deck auch andere PC-Hersteller auf den Zug aufspringen und ihre Lösung an den passionierten Dauer-Gamer bringen wollen.

Nach dem Rog Ally i st mit dem Legion Go von Lenovo nun ein dritter Taschen-PC mit integriertem Controller im deutschen Handelzu finden - der alles besser kann, schneller macht und vor allem jegliche Flexibilität bietet, die man sich so wünschen kann. So hat mir das zumindest Volker Düring erklärt, General Manager für PC Gaming bei Lenovo.

So ganz unrecht hat er auch nicht, denn das Legion Go hat mit einem 8,8 Zoll Bildschirm den mit Abstand größten Display auf dem Markt und es vereint die Windows-Oberfläche des Rog Ally mit dem Komfort eines integrierten Trackpads.

Die Sticks nutzen den Hall-Effekt, umgehen also die Gefahr des Stick-Drifts, zudem lassen sich die Controller auch komplett vom Tablett lösen, wie bei einer Nintendo Switch. Aus dem rechten Controller lässt sich mittels Adapter eine Maus basteln, womit auch Shooter-Spieler auf ihre Kosten kommen sollen, und mit beigelegtem Game Pass kommt die Maschine auf einen Spiele-Count, der sich sehen lassen kann.

Handheld-Modus Quelle: Lenovo Nach dieser lobhudelnden Aufzählung will ich aber natürlich auch alle negativen Punkte auf den Tisch legen, die das Legion Go ebenfalls mitbringt und die mich in der täglichen Nutzung einfach nerven. Vorweg möchte ich aber noch anfügen, dass ich den Handheld-PC wirklich mögen will und auch irgendwo meinen Spaß damit habe.

Unser Zusammensein ist aber leider von Reibungspunkten geprägt und ich merke immer wieder, dass Zuneigung alleine nicht ausreicht. Stattdessen ist unsere Beziehung harte Arbeit und statt eines schönen Feierabends mit meiner neuesten Flamme zu verleben, führe ich Diskussionen, die ich als konsolenspielende Plug&Play-Liebhaberin einfach nicht gewohnt bin.

Hier kommt also das große "Aber", dass mit der Vielseitigkeit einhergeht, die Lenovo liefert:

Das "Aber"

Die allermeisten Handhelds kommen mit einer Software-Oberfläche daher, neben der ich als Ottonormalnutzer eigentlich keine weitere benötige. Auf der Nintendo Switch hat man konsolentypisch eine Übersichtsseite mit Spielen und auf dem Steam Deck den Big-Picture-Modus des eigenen Shops.

Diese mehr oder weniger fest konfigurierten Systeme sind einfach zu bedienen, schränken aber auch ein. Deshalb nutzt das Legion Go, wie die Konkurrenz Rog Ally, Windows als Betriebssystem - hier kann man wie gewohnt am PC einfach sämtliche Wunsch-Stores installieren und auf die maximale Palette an Spielen zugreifen.

Theoretisch lässt sich auf dem Steam Deck ebenfalls Windows installieren, das ist aber aufgrund der nativen Linux-Oberfläche ein äußerst umständliches Gefummel. Wer also kein Bock hat, sich durch seitenlange Foreneinträge zu graben, um über Umwege Spiele zum Laufen zu bringen, die einfach nicht für das Steam Deck gemacht sind, greift einfach auf die Windows-Konkurrenten zurück.

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