Little Nightmares 3 im Test: Koop-Spaß, der leider den Charme der Reihe verloren hat

Test Vivien Ziermann
Little Nightmares 3 im Test: Koop-Spaß, der leider den Charme der Reihe verloren hat
Quelle: PC Games

Little Nightmares 3 ist nicht nur der erste Koop-Titel der Reihe, sondern auch zum ersten Mal bei einem neuen Studio entstanden. Wir verraten, ob der Nachfolger frischen Wind in die Serie bringt oder an den großen Fußstapfen scheitert.

Mit Little Nightmares hat es das Team der Tarsier Studios geschafft, eine beklemmende Gruselatmosphäre mit hohem Wiedererkennungswert zu kreieren, die den Horror jedoch nicht zu sehr auf die Spitze treibt. Immerhin befinden wir uns in verschiedenen Kindheitsängsten. Stattdessen punktet die Reihe mit sehr viel Kreativität, dichter Atmosphäre, ansprechenden Rätseln und herausfordernden Jump'n'Run-Einlagen.

Nach zwei Teilen der Reihe verabschiedet sich das ursprüngliche Entwicklerteam und gibt die Marke vertrauensvoll in die Hände von Supermassive Games, die bisher an Horrortiteln wie Until Dawn, The Quarry und der Dark Pictures Anthology gearbeitet haben. Ob das neue Team es schafft, in die großen Fußstapfen zu treten oder an dem Versuch scheitert, erfahrt ihr in unserem Test.

Zusammen gegen den Rest der Welt

In Little Nightmares 3 (jetzt kaufen 79,99 € / 33,99 € ) begleiten wir die beiden Freunde Low und Alone auf ihrer Reise durch die beängstigenden Gebiete von Nirgendwo. Zum ersten Mal in der Geschichte von Little Nightmares bestreiten wir das Abenteuer nämlich gemeinsam. Dafür können wir entweder im Online-Modus zusammen mit einem Freund spielen oder uns im Singleplayer auf die Unterstützung der KI verlassen.

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Jeder der beiden Charaktere hat außerdem immer seinen besonderen Gegenstand bei sich. Low verlässt sich auf seinen Bogen, während Alone immer einen Schraubenschlüssel mit sich trägt. Beide Gegenstände dienen dazu, neue Wege zu öffnen, Maschinen zu manipulieren oder sogar als Waffe, um Gegner zu erledigen.

Gemeinsam müssen Low und Alone verschiedene Rätsel lösen, Hindernisse bewältigen und sich vor schrecklichen Monstern in Acht nehmen, um ihr fesselndes Abenteuer durch diverse Kindheitsängste zu überleben.

Low und Alone stehen vor einem geöffneten Schrank mit einem Regenschirm in der Hand. Quelle: PC Games In den verschiedenen Leveln finden wir manchmal Hilfsmittel, die unsere Reise erleichtern. Mit den Regenschirmen können wir Luftströme nutzen, um uns durch die Ruinen von Nekropolis zu bewegen.

Die Tücken des Spiegelpfades

Auf der Reise durch Nirgendwo folgen wir mit Low und Alone dem Spiegelpfad, der uns immer weiter durch düstere Orte und traumatische Erinnerungen führt. Dabei müssen wir stets bereit sein, uns zu verstecken oder die Beine in die Hand zu nehmen und vor den übergroßen Kreaturen zu flüchten.

Die größte Herausforderung auf den linear gehaltenen Wegen ist dabei allerdings die Steuerung. Wir waren es zwar aus den Vorgängern bereits gewohnt, dass sich besonders Richtungswechsel der Figuren schwerfällig steuern, doch Little Nightmares 3 setzt da nochmal einen drauf. Oft kam es vor, dass wir an Ecken hängengeblieben sind, eine Planke verfehlt haben oder die richtige Kante nicht erwischt haben, weil der Winkel nicht stimmte. Auf Dauer war das ganz schön frustrierend.

Zudem gestaltet sich das Vorankommen als viel zu einfach. Die wenigen Rätsel, die wir auf der Reise entdecken konnten, waren innerhalb von Sekunden gelöst und scheiterten maximal an der eben erwähnten unpräzisen Steuerung. In den meisten Fällen mussten wir mit Lows Bogen auf einen Schalter schießen, um diesen zu betätigen, oder eine versteckte Kiste finden, über die wir höhere Hindernisse erklimmen konnten.

Beim Betreten jedes neuen Raumes gilt stets: Erst mal gucken, ob die Luft rein ist. Quelle: PC Games Beim Betreten jedes neuen Raumes gilt stets: Erst mal gucken, ob die Luft rein ist. Auch das Schleichen ist wenig anspruchsvoll gestaltet. Die Zeit zwischen den verschiedenen Verstecken ist so großzügig gesetzt, dass wir in Ruhe von einem Schatten zum nächsten gehen können. Ein wirklicher Gruselfaktor entsteht so definitiv nicht. Natürlich war Little Nightmares nie der große Horror-Hit, der seine Spieler das Fürchten lehrte. Doch konnten die Vorgänger stets mit einer beklemmenden Atmosphäre und herausfordernden Rätseln sowie Flucht- und Schleich-Einlagen überzeugen.

Teil drei fühlt sich stattdessen an, als wäre er nicht nur über Kindheitsängste, sondern auch direkt für Kinder geschrieben. Bei einer Altersfreigabe ab 16 ist die Zielgruppe da unserer Meinung nach etwas verfehlt. Neben dem Flüchten und Schleichen spielt in diesem Teil auch das Kämpfen eine wichtige Rolle. Wie das funktioniert und ob man den Gefahren von Nirgendwo besser allein mit KI-Unterstützung oder gemeinsam im Koop entgegentritt, verraten wir auf der nächsten Seite.

  1. Seite 1 Story, Schleichen und Flucht
  2. Seite 2 Kämpfe, Singleplayer oder Koop?
  3. Seite 3 Spiedesign, Technik, Wertung & Fazit
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