Ein durchaus gelungenes RPG mit nicht zu hohem Anspruch welches sich besonders für Neueinsteiger ins Genre eignet.
Rollenspielfans haben es dieser Tage nicht leicht: Wahlweise auf PC und/oder Konsole wird derzeit mal wieder hinreichend Futter angeboten, dass Gamer jeglicher Fasson in fantastische Reiche entführen soll. Besonders Micosofts Xbox 360 schickt sich an hier auf die Überholspur zu gehen und der großen Rollenspielplattform vergangener Tage folgen zu wollen. Es ist noch gar nicht so lange her, da war Sonys Play Station 2 das - wenn man so will - Nonplusultra in Sachen Rollenspielen. Egal welches Thema, welche Optik das RPG aufweisen sollte; Wer suchte, der fand, und das zweifelsfrei meistens auf der guten, alten PS2. Freunde der damals schon verfügbaren alten Xbox dagegen schauten eher in die Röhre und das ist offensichtlich Grund genug für Microsoft das zusammen mit verschiedenen Entwicklerstudios zu ändern. Seit Veröffentlichung der Xbox 360 im Dezember 2005 können Rollenspieler sich ganz sicher nicht beschweren, wurden seither zahlreiche, verschiedene Titel mit sehr variierenden Inhalten angeboten. Egal ob Action geladenes Geschehen, fantasievolle Musikgeschichten oder traditionelle, gern als "Japano-Kost" bezeichnete Intermezzi - für jeden Geschmack war etwas dabei. Und das künftig die Rollenspieler auch weiterhin zufrieden sein können, sofern sie eben Xbox 360 Besitzer sind, hat der Koreanische Entwickler "Softmax" zusammen mit "Bandai-Namco" seinen RPG-Hit "Magna Carta" in eine zweite Runde geschickt. Der erste Teil "Magna Carta: Tears of Blood" erschien exklusiv 2004 in Japan, 2005 in Europa auf Play Station 2. Teil zwei, welcher seit ein paar Tagen offiziell im Handel käuflich zu erwerben ist, wurde wiederum exklusiv entwickelt und steht Xbox 360 Gamern zur Verfügung - Rollenspiel-Verliebtheit vorausgesetzt. Ob es ein Herzensbrecher auf ganzer Linie geworden ist oder ob doch nur Tränchen der Enttäuschung kullern? Wir haben unserer RPG-Gefühlen nachgegeben und es für euch herausgefunden.
Fantasiegeschichte mit politscher Attitüde
Magna Carta 2
Nord gegen Süd in den USA, auch wenn es schon eine Weile her ist oder doch der aktuell schwelende Konflikt in Korea, da gleichfalls Nord mit Süd nicht ganz im Reinen ist - um es dezent vorsichtig auszudrücken. Angesichts der Tatsache, dass die Entwickler aus Korea stammen, liegt der nach wie vor anhaltende Zwist in Fernost mehr als Nahe, wenngleich die Schöpfer dem poltischen Geschehen ein sehr fantasievolles Gewand nebst Namen verpasst haben. Nichts desto weniger werden Spieler, die bisweilen einen Blick auf die Nachrichten des Tages werfen, ganz schnell merken, dass Gleichheiten mit tatsächlichen Gegebenheiten nicht von der Hand zu weisen sind oder anders ausgedrückt: Es wirkt wie ein Stückchen "echte Fantasie". Doch worum geht es denn nun konkret?
Magna Carta 2
Lange vor unserer Zeit, genauer gesagt im Jahre 1149 des Lanzheim-Kalenders, machte sich ein Regierungssüchtiger Premierminister mit Namen Schuenzeit auf den Weg die Königin Ibrin vom Reich Lanzheim zu ermorden. Nachdem die königliche Dame das Zeitliche gesegnet hat, beanspruchte Schuenzeit den Thron für sich und herrschte fortan über Lanzheim. Da man nie weiß wofür man Nachkommen brauchen kann, hielt Schuenzeit die Tochter der Königin, Prinzessin Rzephillda, am Leben - allerdings auch gefangen. Teenager, vor allem mit blauem Blut, lassen sich so etwas allerdings nicht gefallen und irgendwie gelang es der Prinzessin sich davonzustehlen. Ihr Weg führte sie direkt zu Lord Alex in den Süden des Landes. Zusammen mit Lord Alex beschloss die junge Adelige, dass dem Treiben von Schuenzeit ein Ende bereitet werden muss. Unter der Führung von Lord Alex sowie den zahlreichen Adeligen der südlichen Ländereien, auch als Südarmee bekannt, schickte man sich an die Nordarmee von Schuenzeit anzugreifen und zu vernichten. Noch heute berichtet man über diesen schlimmen Lanzheimer Bürgerkrieg, welcher trotz der zwei Jahre, die bereits vergangen sind, noch immer wie ein dunkler Schatten über dem Königreich schwebt. Vor allem bleibt auch zu klären, ob der einstige Held Strass, welcher sich für den vermeintlichen Frieden geopfert hat, wirklich tot ist. Immerhin regnet an manchen Stellen nach wie vor die Saat des Untergangs während die "La Strada" über die Bewohner von Lanzheim freundlich und gleichzeitig doch drohend wacht. Und hinter vorgehaltener Hand flüstert man, dass die letzte Schlacht noch lange nicht geschlagen ist.
