Ein durchaus gelungenes RPG mit nicht zu hohem Anspruch welches sich besonders für Neueinsteiger ins Genre eignet.
Was bin ich?
Magna Carta 2
Nein, wir spielen kein heiteres Berufe raten - vielmehr ist der Hauptcharakter, in dessen Rollen ihr als Spieler schlüpft (zumindest am Anfang) ein überaus vergessliches Bürschlein. Natürlich nicht wirklich was Neues in Sachen Rollenspiel-Story, aber warum sollte man auch was Neues kreieren, wenn sich bestimmte Szenarien einfach bewährt haben, oder?! Jedenfalls, der zu Beginn schon als Held klassifizierte Knabe hört auf den Namen Juto (Dschuto ausgesprochen) und hat keine Ahnung, wer er eigentlich ist. Er bezweifelt, dass Juto sein richtiger Name ist. Außerdem weiß er über seine Vergangenheit absolut gar nichts. Einzig woran er sich erinnern kann ist, dass er keine Waffen in die Hand nehmen kann und richtig gehende Aversionen gegen alles hegt, das irgendwie an eine Klinge erinnert. Keine Sorge, diese Phobie legt sich im Verlauf der Geschichte recht schnell und Juto greift Gott sei Dank zu verschiedenen Schnetzelwaffen - auf die Dauer wäre auch ein Holzschwert, mit dem ihr grundlegende Übungen im Tutorial ausführt, nicht unbedingt von Nutzen. Bis es so weit ist, lebt ihr erst einmal friedlich auf der Sturminsel in den Tag hinein, erledigt ein paar Aufgaben, welche ihr von eurer besten Freundin Melissa aufgetragen bekommt - so verpackt man gerne Einführungen in das Steuersystem gerne - und seht euch dann plötzlich der Gesandten der Südarmee, Prinzessin Rzephillda Grene Berlinette, oder kurz Zephie, gegenüber. Im Schlepptau von Zephie findet ihr noch Argo Kindu, einen Krieger der Counter-Sentinel Einheit und kurze Zeit später stößt auch Crocell Reeden zu euch. Diese Mannschaft ist sozusagen eure Stamm-Crew, mit der es nun gilt der Nordarmee gehörig den Hintern zu versohlen und Schuenzeit in die ewigen Jagdgründe zu schicken. Das ihr dabei über weitere Charaktere stolpert, wie z.B. Rue, ebenfalls Mitglied der Counter-Sentinel Einheit, Celestine Roaa mit einem Hang zum Wasserzauber und dem Mare-Volk abstammend oder aber ihr müsst euch Claire Setilan sowie Elgar, Anhänger bzw. Führungsköpfe der Nordarmee stellen. Während ihr, je nach Verlauf der Geschichte, einen Wechsel bei euren Charakteren haben werdet, z.B. ist mal Zephie dabei dann wieder nicht; mal ist Corcell dabei, dann wieder nicht, usw., können die Jungs und Mädels der Nordarmee nicht gespielt werden. Sie tauchen immer nur wieder auf und machen euch das Leben schwer. Ergo ist es an der Zeit gewaltig zurück zu schlagen!
Man hat sich leicht, aber leicht hat's einen!
Magna Carta 2
Bis es zu den großen Schlachten als auch den geliebt-gefürchteten Bosskämpfen kommt, müsst ihr erst einmal eine gewisse Langeweile in Kauf nehmen. Warum auch immer, aber irgendwie haben es die Mannen bei "Softmax" für nötig erachtet, euch erst einmal ohne großen Höhen und Tiefen durch die Gegend zu schaukeln. Der einzige Grund dafür ist die Erweiterung der Basiswerte eurer Truppe. Mission für Mission bringt ihr hinter euch, verbunden mit vielen Laufwegen und leider auch ohne respawnende Gegner. Das ist auf jeden Fall ein ärgerlicher Fakt, denn ohne Widersacher lassen sich Figuren so schlecht aufbauen. Im Gegenzug serviert man euch dafür massig Unterhaltungen als auch Diskussionen. Einen nicht gerade geringen Teil hätte man sich schlicht schenken können, da es dabei nur um Randerscheinungen - oder anders ausgedrückt - nur um "Blabla" geht. Man sollte sich tunlichst nicht dabei erwischen, dass man die Unterhaltungen einfach ohne zu lesen weiter klickert, denn immerhin verbergen sich in den emotionalen Ausbrüchen der Figuren für einen jeweils anderen Charakter durchaus brauchbare Informationen für den weiteren Storyverlauf. Dieser ist, das sei bereits verraten, durchaus interessant und hat ein paar nicht unbedingt vorhersehbare Wendungen in Petto. Dem gegenüber steht wiederum die Tatsache, dass einige Geschichten bzw. Knotenpunkte der selbigen derart vorhersehbar sind, dass sie fast schon nicht mehr relevant sind. Hier die gekonnte Mischung zu finden ist das Rezept gegen das Übel und da muss man "Softmax" zu Gute halten, dass sie sich hier selbst nochmals gerettet haben und nach der anfänglich sich einschleichenden Ödnis kräftig Zunder geben, so dass der Spieler freiwillig bei der Stange bzw. der Story gehalten wird.
Magna Carta 2
Es liegt wohl auch mit daran, dass sich die ersten Aktionen und z.T. sehr lahmen Quests an nur einem Ort abspielen und ständig durch irgendwelche sinnlosen Dialoge unterbrochen werden. Dazu kommt, dass der erste Abschnitt in Sachen Optik wenig zu begeistern weiß, einem ständig eine Kaufhaus ähnliche Musik um die Ohren schallt und die Kämpfe einfach nur witzlos sind. Hier heißt es durchhalten, durchhalten, durchhalten. Ist dieser erste Abschnitt, da ihr auch das erste Mal mit Jutos Vergangenheit in einem Bosskampf konfrontiert werdet, überstanden, offenbart "Magna Carta 2" auf einmal was es heißt ein Rollenspiel zu sein. Spätestens dann wird man doch infiziert und will wissen, wie es weiter geht, welche Charaktere noch auf einen warten, welche Fähigkeiten in den Figuren schlummern und was man noch so alles entdecken kann. Vom Aufbau, der Wandlung und dem Fertigkeiten-Erwerb der Jungs und Mädels ganz zu schweigen.
