Monster Hunter Stories Remaster: Leider nicht so gut wie die Hauptreihe

Test Christopher Holler Michael Grünwald
Monster Hunter Stories Remaster: Leider nicht so gut wie die Hauptreihe
Quelle: Capcom

Monster Hunter Stories ist nach seinem Release auf Nintendo 3DS nun auf PC, PS4 und Switch erhältlich. Begeistern konnte uns der Port von Capcom jedoch nicht.

Die Monster-Hunter-Reihe von Capcom ist seit Jahren erfolgreich. Auch die Ankündigung von Monster Hunter Wilds, das 2025 erscheinen soll, versetzte Fans in Vorfreude. Weniger Freude bereitet hingegen das Spin-Off der Reihe namens Monster Hunter Stories. Das erschien ursprünglich für den 3DS, jetzt feiert es auch auf den anderen Plattformen sein Debüt. Wir haben uns vor allem die Switch-Version in diesem Test etwas genauer angeschaut.

Die dunkle Bedrohung

In der kindlich gehaltenen Geschichte geht es um Reiter statt Jäger. Anstatt Monster zu jagen und zu erlegen, erinnert der Ansatz mehr an Pokémon.

Unser stummer Protagonist, dessen Aussehen wir selbst bestimmen dürfen, ist in einem Dorf aus Reitern aufgewachsen. Die dort lebenden Monster heißen Monsties, was eine Kombination der Wörter Monster und Bestie ist - klingt kitschig, ist es auch.

Als ein schwarzer Fluch beginnt, das Land zu befallen, beginnt unsere Reise in die weite Welt, um die Bedrohung aufzuhalten. Die führt uns durch Graslandschaften, Eiswüste, Dschungel und weitere Biome. Dennoch wirken die Gebiete alle sehr lieblos gestaltet. Zumindest gibt es hin und wieder schöne, vorgerenderte Sequenzen zu sehen.

In der Welt gibt es aber dennoch auch Monsterjäger. Die Reiter leben abgeschieden von den Jägern. Wenn wir mit unseren Monsties echte Gilden treffen, ist die Überraschung zuerst groß, doch die legt sich auch wieder genauso schnell. Aus diesem Aufeinanderprallen der Kulturen hätte das Spiel definitiv mehr machen können.

Unser Protagonist steht vor ein paar Bäumen mit Kirschblüten. Quelle: PC Games

Neue Konsole, fast gleiches Spiel

Ursprünglich erschien Monster Hunter Stories im Jahr 2016 für den 3DS. Ab dem 14. Juni begann die monsterhafte Reise nun auch auf der Nintendo Switch.

Durch den Port auf Switch und andere Konsolen hat sich das Spiel minimal verändert. So erleben wir Monster Hunter Stories mit höherer Auflösung als noch auf dem 3DS. Wirklich hübsch sieht es allerdings nicht aus. Die Grafik befindet sich auf dem Niveau eines Mobile Games, was daran liegt, dass es genau das ist: Seit 2018 kann das Spiel schließlich auf Android und IOS heruntergeladen werden.

Für den Port auf Switch wurden weder die Texturen überarbeitet noch die Grafik erheblich nach oben skaliert. Die Weltkarte in Miniaturansicht finden wir in der oberen rechten Ecke des Bildschirms statt auf dem Touchscreen. Das User Interface für Kämpfe ordnet sich dagegen am linken Bildschirmrand an, um das Geschehen nicht zu sehr zu stören.

Zu den Waffen!

Das Kampfsystem ist ebenso nichts Besonderes: In rundenbasierten Schlachten orientieren wir uns an einem Prinzip, das stark an Schere-Stein-Papier erinnert. Gegen herkömmliche Gegner funktioniert eine einseitige Spielweise gut, doch bei fortgeschrittenen Widersachern läuft es oft auf primitives Raten hinaus.

Ein Blick auf die ebene Graslandschaft Quelle: PC Games Neben kritischen Treffern und Doppelangriffen kommt es gelegentlich auch zu Kopf-an-Kopf-Gefechten, die wir mit ausreichend Button-Mashing für uns entscheiden. Nach einem Kampf erhalten unsere Monsties Erfahrungspunkte. Mit genug Level-Ups lernen sie im Anschluss sogar neue Angriffe.

Wirklich Spaß hatten wir mit dem austauschbaren Kampfsystem nicht, doch wenigstens sorgte die anpassbare Kampfgeschwindigkeit für einen schnelleren Verlauf der Kollisionen mit Gegnern. Das Aufleveln geht mit der richtigen Strategie recht zügig, sodass wir nicht mehr grinden müssen als nötig.

Ein Spiel aus Treibsand

Insgesamt fällt in Monster Hunter Stories die niedrige Geschwindigkeit in vielen Bereichen auf. So kommen wir zwar nicht lange, aber erstaunlich oft in Ladezonen. Dadurch wird das ohnehin langsame Spielgeschehen noch weiter ausgebremst:

Neben dem niedrigen Tempo unseres Protagonisten bietet auch das Reiten auf Monsties keinen ausreichenden Geschwindigkeitsschub in der generischen Spielwelt.

Die Umgebung ist zwar gespickt mit Items, doch um die aufzusammeln, müssen wir beim normalen Laufen kurz innehalten. Das passiert beim Reiten zwar nicht, doch dafür bleibt das verzögerte Einsammeln nach Tastendruck wie bei der ersten Methode erhalten.

Dass wir während dieser kurzen Zeit die Kontrolle über unseren Reiter verlieren, finden wir mehr als lästig. Ebenfalls störend ist es, wenn die Hitboxen weiterer Gegner nach einem Kampf nicht geladen werden. Ob dieser Cooldown beabsichtigt ist, wagen wir zu bezweifeln.

Bestialische Boni

Um unsere Reise zu vereinfachen, können wir auch die bekannten Amiibos einsetzen. Die sind pro Figur einmalig nutzbar und versorgen uns mit netten Extras. Es gibt aber einen Unterschied zwischen den normalen Helfern und den eigens für Monster Hunter Stories erschienenen Plastikskulpturen.

So schalten die Amiibos mit Charakteren von Monster Hunter Stories deren Monsties für unser Spiel frei. Ein paar davon können auch hilfreich sein, doch andere sind eher unnötig.

Bildergalerie

Die restlichen Figuren, darunter auch die aus Monster Hunter Stories 2, versorgen uns mit Heil- und Unterstützungs-Items. Die lassen sich entweder in Kämpfen benutzen oder verkaufen. Warum wir jedes Mal nach Einsetzen eines Amiibo speichern müssen, erschließt sich uns nicht. In anderen Spielen mit Amiibo-Feature geht das schließlich auch ohne nerviges Zwischenspeichern.

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk