Ruhig Blut und starke Nerven sollte man schon mitbringen, damit Ms. Splosion ihr ganzes Potenzial entfalten kann.
Nachdem ein besonderes Exemplar der vermeintlichen Krone der Schöpfung 2009 explosionsartig heimische Konsolen mit wahnsinnigem Erfolg erobert hat, ohne jeden Zweifel kann einem in diesem Fall nur Splosion Man einfallen, folgt nun das überaus passende weibliche Pendant. Herrlich kitschig, mit vielen Klischees spielend und absolut herausfordernd, hat nun Ms. Splosion Man auf Microsofts Xbox 360 Markplatz ihren ganz großen Auftritt.
Schubladen und Klischees
Ms. Splosion Man
Wie einst schon bei Ms. Splosion Mans männlichem Gegenstück kann auch jetzt die Story, die irgendwas mit Versuchslaboren, einem missglückten Experiment und - im Falle der explosiven Damen zusätzlich mit dem Verlust des Ehemanns einher geht, ignoriert werden. Und ganz ehrlich: Wen interessiert schon, dass Ms. Splosion Man, sozusagen ganz emanzipiert nicht die zu rettende Liebste ist, sondern selbst das Zepter in die Hand nimmt ihren Herzbuben wiederzufinden. Das ist, wenn wir ehrlich sind, einfach nur langweilig; Nicht zuletzt, da es so gut wie in jedem Kitsch-Roman vorkommt, außerdem auch schon in vielen Videospielen verwurstet wurde. Ergo schenken wir uns das alles und konzentrieren uns auf das Wesentliche: D.h. die gute Ms. Splosion Man ist - Achtung, jetzt werden wir absolut chauvinistisch - das Sinnbild einer typischen Frau. Der Kerl ist weg, zudem hat die gute Dame all ihre Schuhe irgendwo verloren und damit stellt sich die Frage, was nun tragischer ist: Der Verlust des Mannes oder doch die der Schuhe?! Egal, gesucht und gefunden werden muss schlicht beides. Wie Frauen nun mal sind und natürlich ihrem Göttergatten angepasst, geht auch Ms. Splosion Man schnell und auf Knopfdruck in die Luft. Was im realen Leben nicht unbedingt immer der wahre Jakob ist, erweist sich im Spiel als probates Mittel sämtliche verqueren Wege zu beschreiten, entlegene Plattformen zu erreichen und somit essenziell wichtige Paar Schuhe, aber natürlich auch den verlorenen Liebsten aufzuspüren.
Nicht so hitzig, Baby
Ms. Splosion Man
Stellt euch drauf ein, dass ihr gescheit zu tun haben werdet, wollt ihr der explosiven Dame helfen Pumps und Lover wiederzufinden. 50 verschiedene Single-Player- sowie 50 unterschiedliche Mehrspieler-Level wollen erledigt werden. Und glaubt uns: Diese Level haben es verdammt nochmal in sich. So sei an dieser Stelle angemerkt: Wer dem Prinzip "trial & error" nicht wenigstens ein bisschen was abgewinnen kann, sollte der rosa Pixelschönheit die kalte Schulter zeigen. Oder anders: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Glaubt nicht, dass ihr es schafft einen Abschnitt in einem Rutsch spielen zu können. Das eine oder andere Mal werdet ihr mit Situationen konfrontiert, da ihr gar nicht anders könnt, als den virtuellen Tod des pinken Püppchens in Kauf zu nehmen. Unabhängig der nicht zu vermeidenden Ablebe-Vorgänge ist im Besonderen auch euer Timing gefragt, wobei selbiges schlicht den Schlüssel zum Erfolg darstellt. Zu wissen, wie die Dame wann in die Luft geht, hilft euch dabei, euren Weg nicht nur gekonnt zu gehen, sondern die Explosionskraft dient auch dazu höher gelegene Ecken und Winkel zu erreichen. Sollte die eigens frei gesetzte Energie einmal nicht ausreichen, finden sich Sprengstofffässer, mit deren Hilfe ihr zusätzliche Höhe gewinnen könnt. Gern genommen ist auch der Zickzack-Sprung, mit dem ihr extrem hohe Hindernisse auf eurem Weg bezwingen könnt. Klingt einfach? Na na, wer wird denn da gleich so voreilig sein? Einfach mögen die Einstiegslevels sein, in denen ihr euch mit den grundlegenden Elementen der Steuerung bzw. der Handhabung der explosiven Damen vertraut macht. Spätestens dann wenn Seilbahnen hinzu kommen, Gegner den Weg versperren, Plattformen verschoben werden und Selbstschussanlagen an der Nase herum geführt werden müssen, offenbart Ms. Splosion Man, wie tricky die "Lady in Pink" wirklich ist.
