Napoleon: Total War im Gamezone-Test

Test Sandro Odak

Auch der neueste Teil der Total War Saga hält wieder dutzende Stunden Spielspaß für Hobbystrategen bereit!

Nach knapp einem Jahr kam mit Napoleon: Total War kürzlich die neueste Episode der Total War-Reihe auf den Markt. Aber: Diesmal wurden kritische Stimmen laut. Sind die minimalen Änderungen an Gameplay und Grafik wirklich nochmals 30 bis 40 Euro wert? Und überhaupt, ist Napoeon nicht viel mehr als ein kleines Content-Addon? Wir sind in die Rolle des kleinen, machtgeilen Franzosen gestiegen und haben von Frankreich aus ganz Europa eingenommen.

Napoleon: Total War Napoleon: Total War Anders als Empire, ist Napoleon: Total War in der "Alten Welt" angesiedelt und erzählt - welch Wunder - die Geschichte des französischen Herrschers von seiner Laufbahn vom General zum Kaiser. Was man da erwarten darf, ist ob Creative Assemblys sehr akkurater Historie eigentlich schon denkbar. Dem Spieler bietet sich eine Art interaktive Geschichtsstunde, gespickt mit Anekdoten, Bildern und Schlachten aus der Epoche der napoleonischen Kriege und eine Vielzahl an Daten und Fakten. Wie sagt Mark O'Connell, PR-Mann beim englischen Entwickler so schön (und vor allem scherzhaft): "Unsere Spiele beruhen nicht auf Wikipedia-Artikeln. Wikipedia beruht viel eher auf uns!"

Kleinere Strategiekarte aber dennoch so viel zu tun!

Napoleon: Total War Napoleon: Total War Im Gegensatz zum Vorgänger muss man sich diesmal nicht in der ganzen Welt rumtreiben, sondern begnügt sich damit Europa komplett beherrschen zu wollen. Und ein bisschen Afrika. Und Russland... Ganz schön große Weltherrschafts-Pläne dafür, dass der Hut nur 1,65m über dem Boden sitzt! Fünf Kampagnen bietet Napoleon einem im Singleplayer, in denen man nicht nur die Geschicke der Franzosen, sondern auch die der Engländer und anderen Ländereien selbst in die Hand nimmt. Historisch am korrektesten ist aber selbstverständlich die eigene Napoleon-Kampagne, in der man Leben und Wirken des exzentrischen Herrschers nachspielt. In den Kampagnen bietet Napoleon: Total War, wie in allen anderen Teilen auch, ein zweiteiliges Gameplay: auf einer Übersichtskarte plant der Spieler die Expansion seines Reiches, in Schlachten schaltet man in den Echtzeit-Modus über. Die hübsch animierte 3D-Karte ist in unterschiedliche Territorien unterteilt, in dem je eine Hauptstadt steht. Jedes Gebiet weist eigene Ressourcen auf und soll so den Handel vorantreiben und zusätzlich die spielerische Vielfalt sichern. Neu sind diesmal vor allem Nachschublager, welche die Regenrationsfähigkeit der angeschlagenen Truppenverbände erhöhen sollen. Baut man auf seinem Eroberungsfeldzug direkt solche Lager dem Verlauf Frontlinie hinterher, sind die Truppenverbände entspannter und werden schneller wieder aufgefüllt.

Napoleon: Total War - Launch Trailer

Napoleon: Total War Quelle: Paradox North Napoleon: Total War Im Vorfeld der Veröffentlichung war vielfach zu hören, dass sich durch das vermutlich kleinere Spielgebiet auch die Spieldauer um einiges verkürzen wird. Dem ist nicht so, das können wir soweit bestätigen. Denn Europa und das bisschen drum herum ist im Prinzip zwar kleiner, als die Weltkarte des Vorgängers, durch die hohe Anzahl an Fraktionen und Gebieten, die sich auf der Karte aber wiederfinden, wird das Manko wieder ausgeglichen. Nachgezählt haben wir zwar nicht, wir sind uns dennoch sicher, dass von den Gebieten und der Spielzeit her Napoleon in etwa gleichauf liegen müsste, wie Empire - also auf jeden Fall mehr Zeit in Anspruch nehmen kann, als Mutti, Vati oder der Partner es gern hätte. Vom Gameplay als solches blieb man seinen Wurzeln treu, nach wie vor verschiebt man auf der Taktikkarte Heerführer, die für Armeen stehen, Gentlemen und Agenten umher und greift rundenbasiert umgebende Städte, Festungen oder Häfen an.

Napoleon: Total War Napoleon: Total War Diplomatie findet nach wie vor in einem recht übersichtlichen Menü mit den verschiedensten Arten von Korrespondenz und bilateraler Kommunikation statt. Ob jedoch Verbündete Gold und Truppen schicken, wenn man sie anfordert, ist eine kleine Wissenschaft für sich, so recht klug wurden wir aus den KI-Antworten nicht. Dennoch muss man aufpassen, die Co-Fürsten merken sich jeden Schritt unsererseits und werden Feigheit, ausgeschlagene Forderungen und schlecht ausgeführte Züge mit Ignoranz und Auflösung von Allianzen vergelten.

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