In unserer Reportage gehen wir auf den japanischen Videospiel-Hersteller Nintendo ein und beleuchten den Aufbau und die aktuelle Struktur des Unternehmens.
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Rückblick: Nintendo EAD
EAD entstand 1972 aus dem Creative Department, das ursprünglich auf klassische Spielzeuge ausgerichtet war. Unter dem Namen Research & Development (R&D) wurden die Entwickler unter einem Dach zusammengebracht. Schnell folgte eine Spaltung in drei verschiedene interne Studios, R&D1, R&D2 und R&D3.
Quelle: Nintendo
Lange Zeit war R&D1 das wichtigste Studio und zeichnete sich für zahlreiche frühe Arcade-Hits sowie die Game&Watch-Geräte von Nintendo verantwortlich wie beispielsweise die Donkey Kong-Automaten, das Zelda-Game&Watch, aber auch NES-Hits wie Mario Bros., Kid Icarus oder Metroid. Gerade die Abenteuer rund um Weltraum-Ikone Samus Aran blieben noch lange unter der Ägide von R&D1, auch Metroid 2: Return of Samus, Super Metroid, Metroid Fusion und Metroid: Zero Mission entstanden dort. Der letzte veröffentlichte Titel vor der nächsten Abteilungs-Umstrukturierung war WarioWare, Inc.: Mega Party Game$ für den Gamecube. R&D2 hingegen war von Anfang als eine eine Art "B-Team" im Einsatz.
Quelle: Nintendo
Auf dem NES machte sich R&D2 vor allem mit Sportspielen wie Mach Rider, NES Open Tournament Golf oder Ice Hockey einen Namen, bevor es auf dem Game Boy Color und dem Game Boy Advance primär für Umsetzungen älterer Titel verantwortlich war; Super Mario Bros. Deluxe, die Super Mario Advance-Reihe und The Legend of Zelda: A Link to the Past & Four Swords gehen alle auf die Kappe von R&D2. Auch R&D3 startete als Software-Studio und entwickelte unter anderem Punch-Out!! und den Nachfolger sowie Pilotwings 64. Beginnend mit dem N64 veränderte das Studio seinen Fokus und konzentrierte sich ab sofort ausschließlich auf Hardware-Entwicklungen. Gleichzeitig wurden die Teams in das Integrated Research & Development Department (IRD) und das Research & Engineering Development Department (RED) aufgeteilt. IRD entwickelte seitdem sämtliche Nintendo-Heimkonsolen samt Controllern sowie zahlreiche Peripherie-Geräte, während RED hinter den Nintendo-Handhelds sowie diverser Zusatz-Hardware steckt.
Quelle: Nintendo
Als Shigeru Miyamoto zu Nintendo stieß und das Unternehmen sein enormes Potenzial bemerkte, wurde unter seiner Leitung R&D4 gegründet, das sich schnell als wichtigstes Studio hervortat und den Fokus voll auf Entwicklungen für die Konsolen legte – ein Novum für den bisher auf den Arcade-Markt spezialisierten Konzern. Der Rest ist Geschichte: fast alle der wichtigsten Marken und Spiele Nintendos entstanden fortan bei R&D4. Die Umgestaltung des Studios in EAD ging demzufolge auch von R&D4 aus, ab Anfang der 2000er-Jahre liefen fast alle Entwicklungen von R&D1 und R&D2 ebenfalls unter der Leitung von EAD.
Fünf relevante Entwicklungen (EAD):
- Super Mario Bros.
- Super Metroid
- Super Mario 64
- The Legend of Zelda: Ocarina of Time
- Wii Sports
Rückblick: Nintendo SPD
Quelle: Nintendo
Die Nintendo-Abteilung Software Planning & Development (kurz SPD) wurde 2003 im Rahmen der Umstrukturierung gegründet, die zur beherrschenden Position EADs in der Software-Entwicklung geführt hatte. Die zwei Teilunternehmen der Abteilung waren einerseits für die Zusammenarbeit mit externen Entwicklern, andererseits für etwas gewagtere Produktionen zuständig, die so nicht in das Portfolio von EAD gepasst hätten. So gehen etwa mehrere WarioWare-Spiele, Tomodachi Life, Rhythm Heaven oder Face Training auf das Konto des Studios.
Fünf relevante Entwicklungen (SPD):
- WarioWare: Touched!
- Face Training
- Rhythm Heaven
- Tomodachi Life
- Game & Wario
