Nvidia Project G-Assist: Die künstliche Intelligenz, die euch beim Zocken helfen soll

Special Achim Fehrenbach Lukas Schmid
Nvidia Project G-Assist: Die künstliche Intelligenz, die euch beim Zocken helfen soll
Quelle: Nvidia

KI-Tools wie ChatGPT werden immer leistungsfähiger - und immer häufiger auch zu Helfern im Alltag. Nvidia arbeitet an einem KI-Projekt, das euch bei kniffligen Games und bei der Spielkonfiguration unterstützen soll.

Wichtig findet Thompson auch das Thema Datenschutz. "Project G-Assist" überwache den Voice-Chat, den Bildschirm, den Spielverlauf - und vielleicht auch andere Anwendungen auf dem heimischen PC. Thompson bezweifelt, dass alle Spieler diese Form der Dauerbeobachtung ohne Weiteres akzeptieren werden.

Außerdem müsse "Nvidia über Schutzmaßnahmen nachdenken, damit diese Infos nicht von unerwünschten Dritten eingesehen werden können". Ohne das nötige Vertrauen wird ein solches Projekt wohl kaum genügend Nutzer finden.

Bye-bye Tutorials?

Wie werden KI-Assistenten die Art und Weise verändern, wie wir Spiele spielen und wahrnehmen? Das ist eine der spannendsten Fragen, die "Project G-Assist" aufwirft. Werden herkömmliche Tutorials durch KI-Helferlein überflüssig? Und werden die Spiele insgesamt komplexer, weil Hintergrundwissen direkt verfügbar ist und weil sich die Entwickler deshalb mehr trauen?

"Ich glaube nicht, dass KI-Assistenten großen Einfluss auf das gesamte Design eines Spiels haben werden", sagt Thompson. Schließlich werde man auch durch den KI-Chat noch ein Stück weit aus der unmittelbaren Spielerfahrung herausgerissen. Thompson prophezeit, dass gut gemachte Tutorials auch weiterhin eine Rolle spielen werden.

"Die besten Tutorials sind oft in die Spielwelt integriert - und das Level-Design selbst hilft den Spielern oft, die wichtigsten Lektionen des Spiels zu erlernen", so der Experte. "Super Mario Bros. World 1-1" sei beispielsweise immer noch "eine Masterclass des stillen Tutorials: Ein Level, der einem innerhalb der ersten 20 Sekunden alles beibringt, was man über das Mario-Spiel wissen muss".

Derweil lerne man im "Undead Asylum" von Dark Souls sehr schnell und oft recht brutal die verschiedenen Gameplay-Mechaniken kennen - inklusive Texteinblendungen, um das Wissen bei Bedarf vertiefen zu können. "Aus Sicht der Game-Designer würde ich weiterhin darüber nachdenken, wie ich Spielern so viel wie möglich in der Welt selbst beibringen kann", rät Thompson.

Allerdings sieht auch Thompson bei KI-Assistenten einiges an Potenzial - zum Beispiel für die Einstiegslevel. "Man könnte einen konkreteren Leitfaden für die zentrale Spielmechanik schreiben und ihn so in das Spiel einbauen, dass die Spieler ihn bei Bedarf aufrufen können", sagt er.

"Die Frage 'Was mache ich hier falsch?' könnte ein interessantes Feature sein, denn nun kann man eine differenziertere Antwort vom Spiel selbst erhalten. Es schaut sich an, was man gemacht hat - und sagt einem dann, wie und ob das Verhalten zur Erfüllung der Mission beiträgt." Womöglich kann man als User dann auch noch bestimmen, wie diplomatisch dieses konstruktive Feedback formuliert wird ...

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Nützliche Auffrischung

Als Gamer findet Thompson "Project G-Assist" vor allem aus zwei Gründen interessant. "Der erste ist, dass ich mich selten auf ein einziges Spiel konzentriere. Oft lasse ich es zwischenzeitlich ruhen und spiele dann erst Wochen später weiter. Aber zu diesem Zeitpunkt ist das Tutorial ja längst vorbei. Daher finde ich es spannend, wenn man das Spiel fragen kann: 'Wie verwende ich Mechanismus X?' oder sogar 'Was soll ich eigentlich tun?'"

Thompson hält solche Zusammenfassungen und Info-Updates für sehr nützlich - besonders dann, wenn man jobtechnisch nur punktuell Zeit fürs Spielen hat. Interessant findet Thompson das Nvidia-Projekt auch deshalb, weil es die Informationsvermittlung geschmeidiger macht. Es ärgert ihn, wenn auf der Benutzeroberfläche unnötig viel Text eingeblendet wird, oder wenn ein Tutorial ständig "hilfreiche" Informationen nachschiebt, die man eigentlich nicht braucht. KI könnte da beim Abspecken helfen und die Nerven der Spieler schonen.

Fazit: Man darf gespannt sein, wie es mit "Project G-Assist" weitergeht. Die Möglichkeit, sich direkt im Spiel Hilfe zu holen, klingt schon sehr verlockend. Allerdings braucht es dafür eine umfangreiche und sehr genau eingegrenzte Wissensbasis - für die Spielestudios definitiv eine Herausforderung! Wie gut Nvidias KI-Projekt zu einzelnen Spielegenres passt, werden künftige Demos zeigen. Bei welchem Game hättet ihr gerne einen KI-Assistenten dabei?

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