Ori and the Blind Forest in der Vorschau: Wunderschön und ziemlich fordernd

Special Sandro Odak
Ori and the Blind Forest angespielt: Hart aber schön! (2)
Quelle: Microsoft

Microsoft ließ uns auf der Gamescom zusammen mit den Studioleitern von Moon Studios Hand an Ori and the Blind Forest anlegen. In unserer Vorschau erklären wir, warum Ori einerseits so wunderschön ist, andererseits aber auch richtig, richtig schwer.

Termine auf der Gamescom sind meist gehetzt. Man hat exakt 30 Minuten Zeit, manchmal weniger, weil man zum nächsten Termin muss, versucht auf Englisch schnell die wichtigsten Fragen abzuarbeiten und dazwischen kriegt man gar nicht so viel vom Spiel mit. Unser Termin mit den Ori-Machern sollte ganz anders werden. Es war der letzte Termin des Tages und Lead Designer Thomas Mahler spricht zur Abwechslung mal Deutsch. Er stammt aus Österreich und nach ein paar entsprechenden Witzen ist die Stimmung so aufgelockert, dass wir über eine Stunde bleiben und mit dem Designer und dem Art Director das Platform-Adventure länger anspielen können, als irgendein anderes Magazin.

Ori and the Blind Forest angespielt: Hart aber schön! (6) Quelle: Moon Studios Ori and the Blind Forest angespielt: Hart aber schön! (6) Zuerst zum Offensichtlichen: Ori and the Blind Forest ist wunderschön. Der gezeichnete Stil kam schon in Ubisofts UbiArt-Engine Titeln gut an. Wenn euch das noch nicht zusagt, dann aber die Geschichte. Ori selbst ist ein Geist, der ungewollt im Blind Forest landet. Eine bärenartige Kreatur nimmt Ori auf, kümmert sich um den Geist. Eine Freundschaft entsteht, vermutlich sogar fast so etwas wie eine Mutter-Kind-Beziehung. Doch das Glück der zwei wird getrübt von einer Eule, die sich das nicht länger ansehen will. Sie entführt die "Mutter" und lässt Ori einsam zurück. Zu Beginn des Spiels ist der Geist deshalb schwach. Er kann nur einmal springen, nimmt schnell Schaden. Doch im Verlauf der Geschichte wird Ori immer stärker. In der Mission, die Microsoft in der Pressekonferenz gezeigt hat, kann Ori schon den Doppelsprung, hechtet an Wänden hoch und kann sich von Projektilen abstoßen. Gerade letzteres ist wichtig: Manche Plattformen sind so hoch, dass Ori sie nur erreicht, wenn er schnurstracks in Richtung der Monster hüpft, die auf ihn schießen. Das erfordert auch beim Spieler Mut – und ein bisschen Geschick. Denn manchmal muss man damit auch Rätsel lösen. Wenn sich Ori von einem Projektil abstößt, fliegt es in die entgegengesetzte Richtung weg. So kann man auch Schalterrätsel lösen oder Gegenstände zerstören.

Ori and the Blind Forest angespielt: Hart aber schön! (4) Quelle: Microsoft Ori and the Blind Forest angespielt: Hart aber schön! (4) Unheimlich schwer ist Ori im schnellen "Bosskampf". Der Level erinnert an die Musiklevel von Rayman – doch das will Thomas Mahler nicht gerne hören. Vielleicht auch, weil es eine Erwartungshaltung weckt. Denn anders als Ubisoft komponierte Moon die Musik erst nachträglich rein. Schlag auf Schlag im Rhythmus der Musik hüpft man also nicht. Doch die von unten aufbrausende Wasserfront ist trotzdem tödlich. Und sie verzeiht keine Fehler. Verpasst Ori einmal den Absprung oder katapultiert sich an den falschen Punkt, ist die Mission verloren.

Wie gut, dass Ori relativ frei abspeichern kann. In jeder ruhigen Ecke kann Ori durch den Einsatz von Seelen selbst entscheiden, ob er ein Savegame kreieren möchte. Autosave gibt es nur an ganz wenigen Punkten, meist nur, wenn irgendein wichtiges Event getriggert wurde – zum Beispiel die große Levelboss-Hüpforgie aus der Pressekonferenz. Doch jeder Speicherpunkt kostet auch Seelen – die Ori auch anders verwenden kann. Ein Speichersystem, das einerseits zuvorkommend, andererseits perfide ist. Es zwingt den Spieler darüber nachzudenken, ob er im Zweifelsfall den gerade bewältigten Spielteil nicht lieber nochmal spielt oder hier abspeichert.

Ori and the Blind Forest wird übrigens schon von Anfang an von Microsoft finanziert. Eine plattformübergreifende Veröffentlichung, zumindest auf PS4 und Wii U, scheint deshalb ausgeschlossen, obwohl Moon Studios ein unabhängiges "Indie-Studio" ist.

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 08/2026 PCGH Magazin 08/2026 play5 08/2026 N-Zone 08/2026 Linux Magazin 08/2026 LinuxUser 08/2026 Raspberry Pi Geek 09/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk