Die Gamingbranche boomt: Wer passt auf die Jugend auf und wer geht gegen Cheater vor?
SpecialDass die Gamingbranche seit Jahren boomt, ist für niemanden etwas Neues. Doch nicht immer wird sich ausreichend Gedanken darüber gemacht, welche Gefahren bei solchen Entwicklungen auftauchen können. Ein Gastbeitrag von Frank S. Jorga.
Klar, Twitch und Co. ziehen die Massen an und bringen immer mehr Menschen dazu, selbst den Controller oder Maus und Tastatur zu nehmen und zu spielen. Doch wer passt darauf auf, dass nur diejenigen an alle Inhalte kommen, die auch alt genug dafür sind? Und was kann man eigentlich gegen Cheater oder Hacker machen? Mehr Geld, aber auch mehr Sicherheit?
Nicht zuletzt auch durch die andauernde Pandemie verbringen wir immer mehr Zeit vor unseren Bildschirmen. Egal, ob Handy, Konsole oder PC, die freie Zeit in den eigenen vier Wänden wird genutzt, um sich mit Freunden online zu treffen und zu spielen. Umfragen, wie die von Bitkom von August 2020, zeigen gar, dass sich die Spielzeit der Befragten annähernd verdoppelt hat. (Quelle)
Besonders Entwickler, Publisher und Plattformen profitieren von diesen Trends und konnten ihre Verkäufe in den letzten 18 Monaten deutlich steigern. Hier ist es keine Überraschung, dass immer mehr Spiele nicht mehr über physische Datenträger wie DVDs, sondern online gekauft, heruntergeladen und logischerweise auch gespielt werden. Laut Verband der deutschen Games-Branche wuchs der Umsatz mit Online-Gaming-Diensten im Jahr 2020 um 50 Prozent auf 692 Millionen Euro (Quelle).
Genau hier entstehen die Risiken im Hinblick auf den Jugendschutz. Der immer digitalere Markt hat oft noch zu wenig Kontrolle darüber, wer schlussendlich von welchem Endgerät Käufe tätigt oder nichtjugendfreie Spiele spielt oder Inhalte ansieht.
Können Anbieter über diese Gefährdung des Jugendschutzes hinwegsehen? Wohl kaum. Es sollte ihr Interesse sein, eine belastbare Altersprüfung durchzuführen, um Sicherheit für ihre Nutzer und deren Eltern zu schaffen.
Jugendschutz kann einfach & sicher sein
Warum sind Anbieter nicht immer so aktiv hinter einer Online-Altersprüfung bei Käufen oder dem Zugang zu nichtjugendfreien Inhalten her? Oftmals sind solche Abläufe in der Vergangenheit nicht benutzerfreundlich gewesen. Kunden werden auf neue Websites weitergeleitet, müssen unzählige Daten eingeben und aufwendige Schritte durchführen. Potenzielle Käufer brechen bei zu komplexen Vorgängen die Käufe oder Prozesse ab. Mittlerweile gibt es jedoch dank neuester Technologien und Lösungen die Möglichkeit, einfach sicherzustellen, dass eine Person das notwendige Mindestalter erreicht hat.
Hier muss das Verfahren der Altersprüfung sicher, schnell und komfortabel sein. Besonders wichtig ist hierbei, dass der Anmeldeprozess beziehungsweise der Spielbeginn nicht unnötig verzögert wird. Doch wie kann dies konkret aussehen?
Ein Beispiel: Das Hochladen eines Fotos des Personalausweises beim Anlegen eines Accounts dauert nur wenige Sekunden. Allerdings hat der Anbieter in diesem Fall keine Sicherheit, dass hier nicht ein 10-Jähriger das Ausweisdokument seines erwachsenen Bruders hochgeladen hat. Basierend auf modernen Technologien sind stattdessen schon längst Verfahren entstanden, die dank künstlicher Intelligenz und Biometrie schnelle Abläufe sichern. So dauert es nur ein paar Sekunden länger als das Hochladen eines Ausweisfotos.
Anbieter können sich allerdings rechtswirksam absichern, ob die Person, die gerade einen Account eröffnet oder ein Spiel kauft, mit der auf dem Ausweis identisch ist. Auf der anderen Seite bekommen Spieler eine effiziente Möglichkeit, ihr Mindestalter zu verifizieren und schnellstmöglich Zugriff auf Spiel oder Content zu bekommen.
Bye Bye Smurfs & Cheater?
Damit sich neue Lösungen wie digitale Alterskontrollen im Gaming-Bereich durchsetzen, ist es also wichtig, die Akzeptanz von Gamern und Endkunden zu gewinnen. Je einfacher die Überprüfung des Mindestalters und je sicherer sie für beide Seiten erfolgt, desto eher gelingt das. Hierbei wird eine wichtige Rolle spielen, dass die technischen Lösungen für die heute schon enorm effiziente Online-Identifikation Einzug in die Branche halten.
Wenn Nutzerinnen und Nutzer erkennen, was solche Online-Abläufe nicht nur zum Jugendschutz, sondern auch zum Gaming an sich beitragen, wird die Akzeptanz solcher neuen Prozesse schnell steigen. Besonders im kompetitiven Gaming, egal ob auf höchstem e-Sports-Niveau oder für ambitionierte Hobbygamer in Ranked Matches, kann dank neuester Technologien der Kampf gegen Smurfs und Hacker gewonnen werden. Wer würde sich denn nicht über eine bessere Lösung als durchlässige Systeme wie beispielsweise Valves Anticheatsystem VAC freuen?
Wenn man sich für den Account mit einem schnellen, sicheren und digitalen Identifikationsverfahren registrieren muss, wird es schier unmöglich, einfach einen Zweit- oder Drittaccount anzulegen, um als Smurf in unteren Rängen das Spielerlebnis anderer zu zerstören. Auch ein potenzieller Cheater überlegt sich zweimal, ob er wirklich auf illegale Weise Vorteile ercheaten will, wenn er seinen Account mit seinem Gesicht und seiner Identität verifizieren muss. Die Zeit ist reif, dass sich die Gamingbranche nicht nur ihrer Verantwortung beim Jugendschutz bewusster und in ihren Games immer innovativer wird, sondern technologischen Fortschritt zur Altersprüfung und Online-Identifikation für sich nutzt.
Dies gilt in Zeiten von Ausgangsbeschränkungen, die junge Menschen besonders belasten, umso mehr. Wenn eine gezielte Aufklärung von Publishern, Verbänden und Organisationen angegangen wird, kann die Branche noch stärker profitieren. An der technologischen Realisierung scheitert die Umsetzung nicht, denn Sicherheit und einfaches Handling lassen sich vereinbaren. Jugendschutz lässt sich effektiv umsetzen, ohne die Branche einzuschränken oder den Spielern den Spaß zu nehmen. Blicken wir auf die Identifikationsmöglichkeiten könnte es sogar bald heißen: Bye Bye Cheater. Die Möglichkeiten
Quelle: Frank S. Jorga
Die Gamingbranche boomt: Wer passt auf die Jugend auf und wer geht gegen Cheater vor? (1)
sind da, nun gilt es, sie zu nutzen.
Über den Autor:
Frank S. Jorga ist Gründer und CEO der auf digitale Identifizierungsverfahren und Online-Signaturen spezialisierten WebID Solutions GmbH. Er verantwortet die strategische Ausrichtung sowie die weltweite Expansion des 2012 gegründeten Unternehmens. WebID ist mit seiner Erfindung der Pionier im Segment der GwG-konformen Video-Identifikation (GwG = Geldwäschegesetz).