Portal 2 im Gamezone-Test

Test Sandro Odak
Portal 2 (1)
Quelle: Valve

Portal 2 ist ein gewaltfreies Meisterwerk und ein absoluter Pflichtkauf für alle, die Spiele mit Hirn mögen. Ihr kleinen Monster!

Was ist besser als eine Portal Gun? Zwei!

Portal 2 Quelle: Valve Portal 2 Mittlerweile fast obligatorisch ist ein Multiplayermodus - zuletzt beispielsweise an Dead Space 2 beobachtet, das einen sinnlosen MP bekommen hat, damit es halt als Zusatzfeature auf der Packung steht. Ganz anders aber bei Portal 2. Der verbaute Koop-Part ist komplett abgekoppelt von der Kampagne, Chell kommt darin nicht vor. Stattdessen zwei Roboter, Atlas und P-Body - der eine ein Geschützroboter, der andere ein Persönlichkeits-Kern (wie Wheatley) - die ihre Freundschaft zueinander gefunden haben und deshalb ein Dorn in GladOS Auge sind. Sie werden, ebenso wie menschliche Testobjekte bestraft, indem sie durch Cooperative Test Chambers - also kooperative Testkammern - müssen. Kooperativ deswegen, weil ein Gros der Rätsel darin nicht allein gelöst werden kann.

Portal 2 Quelle: Valve Portal 2 Mit einem zufälligen Kollegen via Xbox Live an der Seite haben wir während unserem Test den eher rundlichen Roboter übernommen - und irgendwie hat das gepasst. Falls man kein Headset hat, kann man seinen Mitspieler mit Gesten und einem Druck auf den rechten Joystick auf eine Punkt hinweisen. Etwa dort, wo er ein Portal anlegen soll. Doof: Hat das Gegenüber kein Headset oder ist schwer von Begriff, wird das Ganze kein großer Spaß. Es empfiehlt sich deshalb - und das sagt auch ausdrücklich das Spiel so - mit Freunden oder Bekannten zu rätseln. Eine KI gibt es im Koop nicht. Aber den Computer übernehmen zu lassen, würde Valve natürlich nie zulassen. KIs sind böse. Schaut euch GladOS an! Sehr schön: Valve hat auf den Konsolen sogar einen Splitscreen-Modus spendiert, sodass man an einer Konsole kooperativ spielen kann. Ziemlich praktisch, denn so kann man Kommandos und Hilfestellungen am einfachsten geben.

Sinnvolle Mehrspielererweiterung

Portal 2 Quelle: Valve Portal 2 Zugegeben, anfangs waren wir uns nicht sicher, was ein Coop-Portal taugen könnte. Die ersten Versuche aber lassen alle Befürchtungen verfliegen: Während der Einzelspielerpart die fantastische Geschichte von Chell weitererzählt, schleudert der Coop-Modus P-body und Atlas in ein cooles Abenteuer für zwei. Das ist komplett von der Geschichte abgekoppelt und stört daher nicht, wenn man doch mal alleine spielt.

Portal 2 Quelle: Valve Portal 2 Die Rätsel erfordern einiges Kombinationsgeschick, zwei helle Spieler und Teamplay, dass es sich gebacken hat. Einige der Testkammern erfordern wirklich Grips. Ein zu knackiger Schwierigkeitsgrad aber ist auch gefährlich. Deshalb kann man sich Tipps geben lassen, falls man mal wirklich nicht weiterkommt. Um ein Rätsel kurz zu umschreiben: Vor uns sind zwei übereinander liegende Portalflächen, das Ziel, ein Schalter, auf der anderen Seite eines unüberwindbar aussehenden Säurebades. Der Weg hinüber: Eine angewinkelte Plattform, an die man ein Portal schießen kann. Dazwischen aber ist ein Fallgitter, das sich für wenige Sekunden auf Knopfdruck öffnet. Problemlösung, und hieran müssen wirklich zwei arbeiten: Während ein Spieler in den übereinander liegenden Plattformen Portale anbringt, muss der andere reinspringen. Er fällt nun in eine Art unendliches Loch. Während er fällt, muss der andere wiederum schnell den Zaun deaktivieren und im richtigen Moment sein Portal an die angewinkelte Plattform feuern. Durch die Geschwindigkeit, die man im freien Fall aufgenommen hat, schafft man es bis rüber. Von dort dann muss der Spieler dasselbe Prozedere wiederholen, um den anderen Spieler auch zu holen. Solang nicht beide Spieler das Ziel erreichen, gilt die Mission nicht als geglückt.

"For science. You monster!" - Der Humor von Portal

Portal 2 Quelle: Valve Portal 2 Portal war bei seinem ersten Erscheinen auch so beliebt geworden, weil die unheimlich zweideutige, kalte und sterile Art, Humor zu vermitteln, so gefiel. GladOS als doppeldeutige Killer-CPU, deren Sätze auch wegen ihrer elektronischen Stimmlage immer unschuldig klingen, begeistert dieses Mal sogar in mehreren Rollen und auch der aufgedrehte Wheatley ist ein cooler Typ. Schubst man einen MG-Roboter um, hört man mit piepsiger Stimme "Ich hasse dich nicht." Man hat wieder nur mit leblosen Roboterstimmen zu tun und trotzdem: Man lacht sich schlapp.

Im Mehrspieler-Modus gesellen sich zu den leblosen NPCs auch Koop-Gesten, die man mit seinem Mitspieler ausführen kann. War man gut, kann man einen High Five schlagen oder dem anderen Spieler zuwinken. Das ist zwar im Spiel relativ sinnlos und reines Eye-Candy. Aber einfach soooo süß!

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