Prince of Persia: Die vergessene Zeit im Gamezone-Test

Test Peter Grubmair

Der Prinz auf der Wii überzeugt in erster Linie mit dem herrlichen Level- und Rätseldesign.

Der Prinz hat sich entschlossen seinem Vater endlich zu beweisen, dass er ein guter Herrscher ist. Darum machte er sich auf eine Prinzessin und ein Königreich zu suchen, welche seinen Ansprüchen genügen. Dumm nur, das er seinen Wunsch ausgerechnet gegenüber dem Dschinn Zahra äußerte, die ganz wie es ihrer Natur entspricht dem Prinzen seinen Wunsch erfüllt, nur nicht auf die Art und Weise wie sich dieser das vorstellte. So kommt es, dass er sich im untergegangenen Königreich Izdihar wiederfindet, welches von einem seltsamen Monster bewohnt wird, hinter dem er nun her ist. Doch scheint es eine Macht hinter dem Biest zu geben, eine Zauberin die alle Stricke in der Hand zu halten scheint, oder doch nicht?

Prince of Persia: Die vergessene Zeit Prince of Persia: Die vergessene Zeit Die Frage die zu dem Titel im Raum steht ist natürlich, was hat das Spiel mit dem gleichnamigen Film zu tun der eben in unseren Kinos anlief? Das ist leicht zu beantworten: nichts. Weder handelt es sich bei dem Film um den Film zum Spiel, noch umgekehrt. Für uns Spieler aber viel wichtiger zu wissen ist, dass es sich bei der Wii-Version nicht um dasselbe Game handelt wie für Xbox 360 und PS3, sondern komplett eigenständig ist, auch wenn der Titel gleich lautet. Während wir auf den NextGen-Konsolen an der Seite unseres Bruders Malik gegen eine Sandarmee kämpfen, dreht sich im Wii-Abenteuer alles um das untergegangene Königreich Izdihar und unsere kleine Begleiterin Zahra. Die ist eine Erwähnung wert, denn auch wenn wir sie im Spiel selbst immer nur als kleinen Lichtpunkt um uns herum schwirren sehen, besitzt sie doch das Ego eines Riesen. Permanent macht sie sich über den Prinzen lustig, beantwortet seine Fragen mit Gegenfragen und spricht generell gerne in Gleichnissen, welche den Prinzen mehr verwirren als ihm zu helfen. Dafür lernt er ziemlich schnell, lieber keine unbedachten Wünsche zu äußern, sie könnten in Erfüllung gehen. So wie sein Wunsch nach einem Königreich, welches er sich etwas anders vorgestellt hat, als ein Haufen zugewachsener Ruinen unter dem Wüstensand. Doch Zahra versprach ihm ein Königreich und der Prinz lässt es auf einen Versuch ankommen.

Prince of Persia: Die vergessene Zeit Prince of Persia: Die vergessene Zeit Ab sofort springen und schwingen wir mit unserem Prinzen durch wahrlich abwechslungsreich gestaltete Level. Schon nach kurzer Zeit müssen wir alle uns zur Verfügung stehenden Fähigkeiten nützen. Das beginnt mit dem bekannten Mauerlauf den der Königssohn noch immer perfekt beherrscht, geht über das Erschaffen von magischen Haken und Wirbelstürmen mit denen man unerreichbare Stellen erreichen kann, bis hin zu einer magischen Sphäre, welche der Prinz um sich aufbauen kann. Grundsätzlich offeriert uns das Gameplay meist längere Sprung- und Geschicklichkeitspassagen, ab und zu unterbrochen von diversen Kämpfen und gekrönt von den Auftritten der jeweiligen Levelbosse. Dabei ist der Schwierigkeitsgrad nie zu hoch, auch wenn so manche Stelle schon sehr gutes Timing vom Spieler verlangt und an anderer Stelle auch so manch knackiges Rätsel auf uns wartet.

Prince of Persia: Die vergessene Zeit Prince of Persia: Die vergessene Zeit Was am Leveldesign von Prince of Persia für Wii wirklich Laune macht, ist der Umstand, dass man nicht nur den richtigen Weg finden muss, man muss ihn sich mitunter erst selbst zusammenbauen. Da gibt es ganze Gebäude die wie Uhrwerke aufgebaut sind die erst einmal enträtselt werden wollen. Da können Säulen gedreht und Übergänge geschaffen werden, die feindlich gesinnte Fauna überlistet oder irgendwelche Insekten vertrieben werden, bis sich einem endlich der Ausgang offenbart. Bei der Lösung der Rätsel steht uns nicht nur Zahra zur Seite, es gibt auch ein Hilfesystem im Spiel welches uns nach ein paar misslungenen Anläufen einen Tipp gibt, wie wir weiterkommen. Meist aber ist das gar nicht nötig, denn schon die Kameraführung selbst ist recht hilfreich und lässt uns oft schon ahnen was zu tun ist.

Prince of Persia: Die vergessene Zeit Prince of Persia: Die vergessene Zeit Anders als noch zu Elikas Zeiten ist unser kleiner Dschinn Zahra nicht in der Lage uns vor Stürzen in den Abgrund zu retten. Machen wir einen Fehler hat der Prinz dafür zu zahlen. Dies wurde allerdings sehr frustfrei ins Spiel integriert, denn dank Zahra kann der Prinz dreimal sterben bevor ihn wirklich das Zeitliche segnet und wir zum letzten Speicherpunkt zurückversetzt werden. Aus diesem Grund sammeln wir die im Spiel verteilten Orbs, die quasi unsere Lebensversicherung darstellen. Egal ob wir Stürzen oder im Kampf fallen, Zahra stellt unser Leben wieder her.

Prince of Persia: Die vergessene Zeit Prince of Persia: Die vergessene Zeit Damit wir den üblen Bewohnern von Izdihar nicht einfach weglaufen können, finden die Kämpfe in abgesperrten Arenen statt. Meist läuft das so ab, dass der Bereich in dem wir ihnen begegnen abgesperrt wird bis der letzte Gegner niedergestreckt wurde. Die vereinzelt auftretenden Biester stellen dabei kaum eine Herausforderung dar, in der Gruppe aber können sie gefährlich werden, besonders wenn sie mit einem Anführer unterwegs sind. Das aber gibt uns die Chance sich auf ihn zu konzentrieren, denn haben wir ihn erledigt, flüchten seine Befehlsempfänger. Anders die Levelbosse, die verlangen allesamt ein bestimmtes Vorgehen um besiegt zu werden. Doch auch hier gilt, so mancher Levelbosskampf zieht sich zwar mal in die Länge, unbezwingbar aber ist keiner von ihnen. Gewürzt werden die Bosskämpfe mit eingestreuten Quicktime-Events, die mitunter ganz schön spektakulär inszeniert wurden.

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