Quarantine Zone: The Last Check im Test: Ist der TikTok-Hype auch ein gutes Spiel?
Test
Die Zombieseuchen-Simulation Quarantine Zone zieht auf Steam und TikTok gerade viele Blicke auf sich. Wir sind mit hunderten potenziellen Zombies auf Tuchfühlung gegangen, um die Frage zu klären: Steckt da auch ein gutes Spiel drin?
Wir kennen die Szenerie wohl alle aus diversen Zombie-Geschichten: Eine Seuche verwandelt Menschen in hungrige Monster, Gesellschaften brechen zusammen, Städte werden zu Ruinen, Militärs und Regierungen versuchen mit letzten Mitteln, die Gesunden herauszuholen.
Als letzte Verteidigungslinie der Zivilisation fungieren dann Quarantäne-Checkpoints, wo Soldaten in Schutzanzügen mit Scannern entscheiden, wer leben darf und für wen es bereits zu spät ist. Und wehe, es versteckt sich eine Bissspur unter der Kleidung!
In diesem Artikel
In Quarantine Zone: The Last Check schlüpfen wir genau in einen solchen Schutzanzug. Wir halten das Kommando über die Quarantänestation in einer verseuchten Großstadt, vor deren Toren sich zahlreiche Überlebende aufreihen. Alle paar Tage findet eine Evakuierung der Station statt, bei der wir unserem Vorgesetzten eine bestimmte Menge an gesunden Personen aushändigen müssen. Quasi als frisches Humankapital für die Militärregierung.
Um die Überlebenden bis dahin durchzubringen, stocken wir regelmäßig Essen, Medizin und Vorräte auf, erweitern die Basis und überwachen die Verdachtsfälle in der Quarantänezelle. Unsere Kernaufgabe ist aber natürlich die gründliche Untersuchung der Neuankömmlinge. Lassen wir nämlich jemanden ins Lager, der sich wenig später in einen Zombie verwandelt, wird er wahrscheinlich noch ein paar gesunde Bewohner mit ins Verderben reißen, bevor unsere Soldaten ihn ausschalten können.
Quelle: PC Games
In diesem Bildschirm entscheidet sich das Schicksal der untersuchten Personen. Leider hat die Frau einen Puls von über 180 und wird den Kontrollpunkt nicht lebend verlassen.
Der Nächste bitte!
Quarantine Zone ist also ein Mix aus medizinischer Simulation und Management-Spiel, wobei letzteres der deutlich simplere Part ist. Außer regelmäßig mit ein paar Klicks die Vorräte der unterschiedlichen Stationen aufzufüllen, gibt es nicht viel zu verwalten. Die Systeme im Hintergrund laufen nämlich größtenteils ohne unser Zutun vor sich hin und verlangen nur selten nach Aufmerksamkeit. Wir müssen sie lediglich am Laufen halten und hier und da Upgrades kaufen, um Kapazitäten zu steigern - mit Geld, das uns als Belohnung für richtige Entscheidungen und evakuierte Personen bereitgestellt wird.
Die meiste Zeit starren wir in Ego-Perspektive auf die lange Schlange vor den Toren der Station und holen per Knopfdruck einen Überlebenden nach dem anderen rein. Spielen wir im Kampagnen-Modus, wird das Ganze erst nach und nach komplexer, während der separate Endlos-Modus direkt mit allen Systemen startet.
So überprüfen wir die Leute in der Story anfangs nur oberflächlich auf Bissspuren, Kratzer auf der Haut oder Verfärbungen, um harmlose Zivilisten von fauligen Hirnfressern zu unterscheiden. Das wichtigste Arbeitsgerät ist dabei unser Tablet. Dort checken wir Symptome in einer immer größer werdenden Liste und sortieren die Menschen in drei Farben ein.
Zeigen sich gar keine oder nur grüne Symptome, geht's in den Wohnbereich und nach ein paar Tagen zur Evakuierung. Entdecken wir ein orangefarbenes Symptom, muss die Person in Quarantäne, wo sie eingesperrt und regelmäßig von uns durchgecheckt wird, bis entweder Genesung oder Verwesung einsetzen.
Bei einem roten Symptom, also etwa einer Bissspur, grünlicher Haut, blutroten Augen oder Nekrose, kommt aber jede Hilfe zu spät. Die Person muss liquidiert werden. Dafür schicken wir sie in eine verschlossene Kammer, aus der nach wenigen Sekunden nur noch ein Gewehrschuss zu hören ist. Verwandelt sich jemand in der Quarantänezelle, können wir ihn entweder direkt einäschern oder als Forschungsobjekt in einen Käfig sperren, wo wir ihn täglich mit einer der Leichen füttern müssen, die sich hinter der Liquidierungsstation stapeln.
Quelle: PC Games
Für einen dicken Geldbonus am Ende eines Abschnitts müssen wir einen Zombie einsperren und ihn bis zur Evakuierung regelmäßig füttern.
So nüchtern heruntergeschrieben und bei der realistischen Optik klingt das nun vielleicht nach ganz schön hartem Tobak, bierernst präsentiert sich das Spiel dabei aber nicht. So landet etwa schon früh in der Kampagne Deppie Dave aus Plants vs. Zombies in unserer Warteschlange, mit Untersuchungsgeräten wie dem Reflexhammer lässt sich ordentlich Unsinn anstellen, und was die Leute teilweise an der Kontrolle vorbeischmuggeln wollen, ist auch eher bizarr.
Da stecken schon mal ein Breitschwert oder eine Kettensäge im Rucksack, oder eine Handgranate an einer Stelle, die wir zum Glück nur per Röntgengerät untersuchen müssen. Das sorgt dann eher für Lacher als für Grusel, und Quarantine Zone wirkt, als wollte es genau das auch erreichen.
Unter die Haut
Während im Endlos-Modus alle dieser Gadgets und Möglichkeiten direkt freigeschaltet sind, bekommen wir sie in der Kampagne erst nach und nach präsentiert. Wir hantieren im Spielverlauf etwa noch mit dem Thermometer, einem Röntgengerät, dem Stethoskop oder einem Nacktscanner, der die Personen bis auf die Unterwäsche durchleuchtet.
Jedes Werkzeug bedient sich etwas anders und schaltet viele dazugehörige Symptome frei, bis wir am Schluss die ganze Bandbreite an Anzeichen untersuchen müssen. Dieser stetige Fortschritt täuscht während eines etwa zehnstündigen Durchgangs gelungen darüber hinweg, dass das Gameplay an sich weder sonderlich in die Tiefe geht noch wirklich herausfordert.
