Koop oder Singleplayer? Reanimal überzeugt mit verschiedenen Spielmodi

Test Vivien Ziermann
Koop oder Singleplayer? Reanimal überzeugt mit verschiedenen Spielmodi
Quelle: PC Games

Allein mit KI oder gemeinsam im Koop durch die Hölle: Reanimal punktet mit gnadenloser Spannung, intensiven Stealth-Momenten und riskanten Kämpfen.

Die Qual der Wahl: Kämpfen, Schleichen oder Flüchten?

Auch wenn wir zu Beginn nur die Wahl zwischen Schleichen oder Flüchten haben, finden wir schnell Waffen in der Spielwelt, die uns auch die Möglichkeit zum Kämpfen geben. Dabei ist der Junge mit einer Brechstange ausgerüstet, während sich das Mädchen mit einem Messer bewaffnet.

Wo einige Spielabschnitte noch geskriptet sind und uns vorgeben, wie wir die Konflikte zu lösen haben, müssen wir in anderen Abschnitten selbst entscheiden, welche die beste Herangehensweise wäre, und ggf. mit den Konsequenzen leben. Denn nicht immer sind wir in der Lage, der zahlenmäßigen Übermacht der Gegner entgegenzutreten, und müssen dem unweigerlichen Tod ins Auge sehen, sollten wir uns für einen Kampf entschieden haben.

Doch egal, ob Kämpfen, Schleichen oder Flucht: Jedes Element ist ansprechend gestaltet und motiviert. Das Schleichen ist anspruchsvoll, aber fair. Hier gilt es, den richtigen Zeitpunkt zu finden, um hinter das nächste Versteck zu huschen. Begeben wir uns zu früh oder zu spät aus unserer Deckung, werden wir entdeckt. Oft können wir dann noch versuchen, dem Gegner zu entkommen, doch das klappt in den seltensten Fällen.

Ein riesiges Spinnenwesen sucht nach den zwei Kindern, die sich hinter einer Kiste verstecken. Quelle: PC Games Um an diesem riesigen Spinnenmonster vorbeizukommen, ist perfektes Timing gefragt. In den Fluchtpassagen verhält es sich ähnlich. Auch hier ist korrektes Timing gefragt. Bleiben wir in einer Kurve hängen, stolpern über ein Hindernis oder laufen in die falsche Richtung, ist es schnell um uns geschehen. Hier können wir unsere Fehler allerdings nicht mit Schleichen oder Kämpfen wieder geradebiegen.

Die Kämpfe selbst sind zwar auf das Draufhauen im Nahkampf beschränkt, mit wenigen Ausnahmen, während derer wir kurzfristig eine Fernkampfwaffe zur Hand haben, machen dafür aber nicht weniger Spaß. Eklige Spinnen tot zu klatschen oder Gegner mit einigen Schlägen in Staub aufzulösen, hat etwas seltsam Befriedigendes.

Allein oder Hand in Hand im Koop durch die Hölle?

Als Spieler können wir Reanimal auf viele verschiedene Arten erleben: entweder allein mit einer unterstützenden KI an der Seite, gemeinsam mit Freunden im Online-Koop oder zusammen vor dem Bildschirm im Couch-Koop. Welche Spielweise ihr bevorzugt, liegt ganz bei euch.

Im Singleplayer-Modus übernehmen wir als Spieler stets die Rolle des Jungen, während wir im Koop zwischen Junge und Mädchen wählen können. Die KI ist in den meisten Fällen sehr nützlich. Müssen zum Beispiel zwei Hebel gleichzeitig bedient werden, agiert die KI automatisch und benötigt keine extra Anweisung, um sich zum Hebel zu begeben. In Kämpfen steht sie uns zudem unterstützend zur Seite und kann uns sogar vor einigen Gegnern retten.

Zwei Kinder stehen in einem dunklen Tunnel. Das Mädchen (links) hält eine leuchtende Laterne. Quelle: PC Games Egal, ob allein oder im Koop - Reanimal bietet einen einzigartigen Horror-Trip. Ab und zu ist es vorgekommen, dass die KI bereits verraten hat, ob wir in der aktuellen Situation fliehen oder uns verstecken sollen, indem sie selbst bereits in die Position gewechselt ist. Doch diese Momente waren auf die gesamte Spielzeit gerechnet relativ selten und haben die Spielerfahrung nicht negativ beeinflusst. Tatsächlich war es in kniffligen Passagen manchmal sogar sehr hilfreich, einen kleinen Stups in die richtige Richtung zu bekommen.

Auch die Koop-Modi funktionieren ohne Probleme. Im Online-Koop lief unsere Session durchgehend flüssig, ohne Verbindungsausfälle oder Ähnliches. Bei Interaktionen, die beide Charaktere gemeinsam ausführen, wie zum Beispiel das Erklimmen hoher Hindernisse, reicht es aus, wenn einer der Spieler interagiert. Der Zweite muss sich anschließend lediglich nähern und das Klettern wird automatisch ausgeführt. Das erleichtert diese Interaktionen ungemein und vermeidet unnötiges Button-Mashing.

Im Couch-Koop hingegen müssen weiterhin beide Spieler die Interaktionen ausführen. Warum hier ein Unterschied gemacht wurde, ist uns nicht ganz klar. Doch auch hier sind uns während unserer Spielzeit keine Probleme aufgefallen.

Die beiden Kinder ziehen mit einem Pömpel eine Leiche aus einer öffentlichen Toilette. Quelle: PC Games Mit Teamwork erreichen wir stets das Ziel - auch wenn das Ziel selbst reichlich verstörend ist (wie eine Leiche aus einem Klo zu ziehen). Besonders für Passagen, in denen Multitasking erforderlich ist, wie beim Steuern des Bootes und dem gleichzeitigen Abschießen von Gegnern oder Seeminen, gehen die Koop-Modi leichter von der Hand, da einer das Fahren und einer das Kämpfen übernimmt. Im Singleplayer-Modus übernehmen wir beide Aufgaben, was manchmal etwas hektisch werden kann. Doch sind diese Passagen dennoch ohne Probleme zu bewältigen und lassen sich demnach auch im Singleplayer-Modus gut spielen - zur Not hilft ein bisschen Übung.

Einziger kleiner Wermutstropfen: Solltet ihr an Motion Sickness leiden, können euch die Bootsfahrten im Koop-Modus vor eine Herausforderung stellen, da ein Spieler die Kamera steuert, während der andere die Bootsfahrt übernimmt. Solltet ihr also unterschiedliche Sensibilitäten bei Kamerafahrten haben, stellt euch auf Schwindelgefühle ein. Doch ob der Titel auch technisch eine gute Figur macht und welche Wertung wir schlussendlich vergeben, erfahrt ihr auf der nächsten Seite.

  1. Seite 1 Reanimal im Test: Story & Weltdesign
  2. Seite 2 Reanimal im Test: Mechaniken & Spielmodi
  3. Seite 3 Reanimal im Test: Technik & Fazit
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