Packen wir mal lieber eine Filmlizenz 'rein, oder machen wir doch ein vernünftiges Game? Dabei lassen wir im Raum stehen, ob sich das die Entwickler von "Reign of Fire" wirklich gedacht haben, oder ob der Eindruck täuscht. Auf alle Fälle basiert das Game auf dem Kinofilm "2084 - Die Herrschaft des Feuers", welcher vor Kurzem über die Kinoleinwände flimmerte. Dabei geht es um den großen Irrtum der Menschen, die doch glatt dem Mythos aufgesessen sind, dass es keine Drachen gibt. Stimmt nämlich nicht, in Wirklichkeit sind sie für das Aussterben der Dinosaurier verantwortlich, und um der Sache die Krone aufzusetzen, schicken sie sich nun an auch die Menschheit auszurotten.
Damit ist der Storyplot in groben Zügen umrissen und lässt bereits vermuten um welche Art von Aktion es sich handelt. Das Gameplay besteht nämlich durchgehend aus bekannten Prinzipien bereits erhältlicher 3rd-Person-Shooter. Immer geht es darum Angreifer zurückzuschlagen, Orte zu verteidigen oder Konvois zu begleiten. Dazu stehen uns diverse Fahrzeuge zur Verfügung die mit verschiedenen Waffen ausgerüstet sind um den bösen Drachen den Garaus zu machen. Hat man so das Abenteuer der Menschen hinter sich gebracht, darf man als Belohnung die Seite der Drachen spielen.
Die Steuerung kommt auf den ersten Blick mit dem bekannten Prinzip der zwei Analogsticks daher, von denen der linke zum steuern des Fahrzeugs dient und der rechte um Ziel aufzunehmen. In der Praxis allerdings bemerkt man schnell, dass bei der Umsetzung dieser etwas schief gegangen ist, denn das Fahrzeug versucht sich ständig nach der Schussrichtung auszurichten, was totaler Blödsinn ist wenn man es doch manuell lenken kann. So nämlich beeinflussen sich die beiden Achsen (Fahrzeug und Ziel) ständig gegeneinander, womit man mehr mit der Steuerung zu kämpfen hat als das Missionsziel zu erreichen. Dazu gesellt sich bei der Xbox Version eine absolut unbedienbare Konfiguration, aus rechtem Analogstick und A-Taste zum abfeuern der Fernlenkraketen. Wie man mit dem rechten Daumen Ziel aufnehmen soll und dann auch noch die A-Taste drücken kann, muss mir der Entwickler erst zeigen.
Die Grafik gibt sich im Grunde recht detailliert, allerdings gehen viele der Details im allgemeinen Graubraun unter, in der die gesamten Maps erstellt wurden. So passt es zwar wunderbar zum Endzeitthema, dass es keine bunten Pflanzen oder schöne Gebäude gibt, etwas mehr Abwechslung hätte aber nicht geschadet. Dafür läuft die Engine angenehm rund und produziert keinerlei PopUps oder Slowdowns, ebenso wenig sind PAL-Balken vorhanden oder andere grafische Unschönheiten.
Die Soundkulisse gibt sich zwar alle Mühe für etwas Stimmung zu sorgen, schafft es aber nicht ganz, da sich schon bald die Sprüche von Van Zan zu wiederholen beginnen und neben den Waffengeräuschen nicht mehr viel zu hören ist. Dazu gesellen sich Qualitativ schlecht gesampelte Stimmen die noch dazu viel zu leise in den Sound einfließen, so dass man kaum ein gesprochenes Wort versteht. Warum man nur der PS2-Version einen eigenen Volumenregler für die Sprache spendierte, bleibt ebenfalls ein Geheimnis der Entwickler.
