Saboteur Sean Devlin ist bei uns, trotz einiger Mängel, eingeschlagen wie eine seiner gefürchteten Bomben.
Da ist es nun; Das Spiel Saboteur. Sozusagen das "Abschiedsgeschenk" der Pandemic Studios, welche im vergangenen November ihre Pforten geschlossen haben. Bereits seit einigen Jahren in der Entwicklung gelang es den Machern dennoch das Open World Action-Adventure wie geplant fertig zu stellen. Doch handelt es sich hierbei um einen würdigen "Good Bye"-Titel oder nur ein auf die Schnelle zusammen geschustertes Actionspiel? Dieser Frage sind wir natürlich nachgegangen und haben den Mischmasch aus Grand Theft Auto, Sin City und Assassin's Creed auf Herz und Nieren getestet.
Vive la Restistance
Saboteur
Wir befinden uns in den 40er Jahren und die Klauen des Nationalsozialismus schlingen sich immer bedrohlicher um die Länder Europas. Das kümmert Sean Devlin, den Hauptcharakter des Spiels, jedoch herzlich wenig, da den Iren in erster Linie nur der eigene Rennsport interessiert und er die drohende Gefahr weitestgehend ignoriert. Als er bei einem Rennen jedoch auf den Nazi Dierker trifft und dieser ihn mit unliebsamen Methoden um den Sieg bringt, trifft Devlin und sein Freund Jules eine folgenschwere Entscheidung. Weil sie um den Sieg gebracht wurden, sabotieren sie aus Rache den Wagen des Deutschen und werden daraufhin gefangen genommen. Obwohl es Devlin daraufhin gelingt aus der Gefangenschaft zu entfliehen, hat sein bester Freund nicht so viel Glück und wird in den düsteren Verließen der Deutschen hingerichtet. Von der Realität eingeholt schwört Sean den Tod seines Freundes zu rächen und schließt sich dem französischen Widerstand an. Und so wird Devil in einen Sumpf aus Rache, Mord und Verschwörungen hineingezogen.
Saboteur
Als der Charakter des Sean Devlin erschaffen wurde, orientierte man sich dabei an der Geschichte des Rennfahrers William Charles Frederick Grover-Williams, welcher als Grand Prix Fahrer während des 2. Weltkrieges bekannt wurde. Neben seiner Tätigkeit als Rennfahrer operierte Grover-Williams allerdings auch als Spezialagent für die Alliierten in Frankreich, wurde jedoch von den Nazis gefangen genommen und 1945 exekutiert. Das Spiel ist also nicht bloße Unterhaltung, sondern auch eine unterschwellige Hommage an einen der vielen Widerstandskämpfer, die in den Wirren des 2. Weltkrieges ihr Leben für die Freiheit opferten. Dabei ist die Story gut durchdacht und bietet erstklassige Unterhaltung, auch wenn die Geschichte nur langsam Fahrt aufnimmt. Wer sich dem virtuellen Widerstand anschließt und hierbei etwas Geduld aufbringt wird jedoch bald mit einer sehr ausgeklügelten Storyline belohnt, welche Sean in die ein oder andere actionreiche Schlacht auf Luftschiffen, Zügen oder am MG auf der Ladefläche eines Trucks führt.
GTA meets SinCity meets Assassin's Creed
Saboteur
Ja, wie die Überschrift dieses Abschnitts schon besagt, erwartet uns im Falle von Saboteur ein Potpourrie verschiedener Spiele; doch ist es den Machern gelungen, dem Genremix einen ganz eigenen Stempel aufzudrücken. Sicherlich bedient man sich an altbekannten GTA-Spielmechanismen und paart diese mit den Klettereinlagen eines Altairs oder Ezios, doch geschieht dies alles in einem äußerst passenden Rahmen, ohne dass der Eindruck einer bloßen Kopie entsteht. Ziel hierbei ist es natürlich in erster Linie Rache an Dierker zu nehmen, doch trifft man im Verlauf des Spiels auf eine Menge verschiedener Leute, die unsere Fähigkeiten als Schläger, Fahrer und Mechaniker in Anspruch nehmen möchten, um den Widerstand gegen die Deutschen zu stärken.
Saboteur
Im Prolog des Spiels, welcher sich schon rund ein bis zwei Stunden hinzieht und uns mit der Hintergrundgeschichte Seans vertraut macht, wird der Spieler mit den Fähigkeiten des schlagkräftigen Iren vertraut gemacht. Sei es nun, dass er sich in einer Kneipenschlägerei beweisen muss, hinter feindlichen Linien umherschleicht oder hinter dem Steuer eines Wagens ordentlich Gas gibt. Wie auch bei GTA ist es in Saboteur jederzeit möglich umherstehende Wagen zu knacken oder vorbeifahrende Vehikel in Beschlag zu nehmen, wenn grad mal kein adäquater fahrbarer Untersatz an der nächsten Straßenecke steht. Die Wagen bieten natürlich die Möglichkeit im Paris der 40er Jahre umherzustreifen und schnell zum entsprechenden Einsatzort zu gelangen. Dabei sabotiert Mr. Devlin die Stellungen der Deutschen auf verschiedene Art und Weise, muss sie unterm Strich jedoch meist in die Luft jagen. Entweder hält man sich hierbei an die großen Ziele und folgt dem eigentlichen Storyverlauf oder man streift in Paris und der umliegenden Umgebung umher und nimmt sich die vielen Nebenmissionen, bzw. Dutzende von deutschen Stellungen, Aussichtstürmen, Panzerstellungen, Checkpoints oder Treibstofflagern vor. Dadurch gelangt Devlin in den Besitz von Schmuggelgut, welches sich auf dem Schwarzmarkt schnell in Waffen, Ausrüstung und verschiedene Fähigkeiten umtauschen lässt und einem so weitere Sabotageakte ermöglicht.
