Zu gemütlich? Nachhaltiges Cozy-Survival zeigt sich im Test mit vielen Problemen

Test Vivien Ziermann
Zu gemütlich? Nachhaltiges Cozy-Survival zeigt sich im Test mit vielen Problemen
Quelle: Cyberwave

Kann Solarpunk das Cozy-Survival-Genre bereichern? Wir verraten, warum die charmante Welt mit dem ungewöhnlichen Survival-Erlebnis nicht voll überzeugen kann.

Die Drohne - der beste Freund des Menschen in den Lüften

Wem das ständige Gießen, Transportfliegen und das unnötige Verheizen von Brennmaterial irgendwann zu viel wird, kann sich auf den letzten großen Aspekt in Solarpunk konzentrieren: Automatisierung mithilfe von umweltfreundlicher Energie.

Sobald wir die Elektrowerkbank beim Händler freigeschaltet haben, können wir die ersten elektrischen Komponenten herstellen. Nach und nach können wir zusätzlich verschiedene ökologische Wege zur Stromerzeugung freischalten. Wie zum Beispiel Solarpanels und Windkraftanlagen.

Dadurch können wir Sprinkler betreiben, die uns das Gießen unserer Felder abnehmen, und Bohrer auf Erzvorkommen setzen. Über ein praktisches Übersichtspanel können wir von allen daran angeschlossenen Geräten ablesen, wie viel Strom erzeugt und verbraucht wird, sodass wir bei Bedarf eine weitere Stromquelle hinzufügen oder überschüssigen Strom in Batterien speichern können.

Eine orangefarbene Drohne, die neben einem hölzernen Dock steht. Im Hintergrund liegt ein Luftschiff am Dock. Quelle: PC Games Die Transportdrohnen nehmen uns lästige Flugzeit ab und holen Ressourcen von anderen Inseln. Außerdem können wir ihnen witzige Namen geben. Besonders praktisch sind jedoch die Drohnen, denn sie nehmen uns sehr viel Arbeit ab. Transportdrohnen fliegen bei gutem Wetter auch ferne Inseln an, um das Erz von dort aufgestellten Bohrern zu unserer Basis zu transportieren.

Das erspart uns nicht nur die ewig langen Flüge, nur um den Speicher der Bohrer zu lehren, sondern sichert auch einen stetigen Ressourcen-Nachschub in der Basis. Und auch bei der Feldarbeit können uns Drohnen hilfreich unter die Arme greifen und die Bewässerung oder Ernte übernehmen. So bleibt uns mehr Zeit für andere Dinge.

Ein elektrischer Bohrer, der auf einer Erzquelle errichtet wurde. Daneben stehen zwei Solarpanels, die ihn mit Strom versorgen. Quelle: PC Games Der elektrische Bohrer fördert kontinuierlich neues Erz, solange er mit genügend Strom versorgt und das Lager regelmäßig geleert wird.

Charmante Grafik, aber zu viele Probleme

Grafisch setzt Solarpunk auf einen comichaften Look mit viel Charme. Insbesondere die Farmtiere sind unglaublich niedlich und zaubern uns regelmäßig ein Lächeln ins Gesicht. Zudem läuft das Spiel auf allen getesteten Plattformen flüssig und ohne Ruckler.

Nur bei den Luftreisen zu anderen Inseln muss die Vegetation der Insel nachgeladen werden und ploppt nach und nach auf, je näher wir kommen. Das hat zwar keinen Einfluss auf das Spielgefühl, ist aber bei dem schlichten Grafikstil nicht ganz nachvollziehbar.

Dazu kommen zahlreiche Bugs. Wie bereits erwähnt, hängen sich Tiere oft an Kanten, Steinen oder Felsen fest und lassen sich nicht mehr lösen. Auch bei der Luftfahrt hatten wir Probleme und die anfänglich ausgewählte Kleidung, Haarfarbe und Frisur unserer Figur wurden auch nicht übernommen, was im Einzelspielermodus allerdings zu vernachlässigen ist. Zudem gibt es einen wirklich störenden Inventarfehler.

Ein orangefarbener Wohnwagen auf einer fliegenden Plattform. Drumherum stehen Bäume und Sonnenblumen. Quelle: PC Games Grafisch überzeugt Solarpunk mit einem schicken Comiclook. Wie zum Beispiel mit dem hübschen Zuhause des fliegenden Händlers. Sobald das Inventar nicht mehr in seinem Standardzustand (ursprüngliche Größe und nicht voll) ist, ist es fehlerhaft. Wenn unser Inventar voll war, wurden Items, die auf Stacks noch Platz hatten, nicht mehr eingesammelt. Erst nachdem wir zwei-, dreimal über das Item drüberliefen, landete es schließlich doch noch in unserer Tasche.

Schlimmer wurde es nach der ersten Erweiterung. Auf einer der Inseln haben wir einen Rucksack gefunden, durch den wir weitere Inventarplätze bekamen. Die Freude darüber hielt allerdings nicht lange an. Denn wieder an unserer Basis angekommen, stellten wir fest, dass wir beim Öffnen der Brennöfen nicht mit dem Inventar interagieren konnten. Das bedeutet, wir konnten weder Brennmaterial oder Erz in den Ofen legen und auch nichts mehr herausnehmen.

Glücklicherweise trat der Fehler nicht bei allen Objekten auf. Kisten und den elektrischen Ofen konnten wir wie gewohnt beladen. Außerdem kam mit der Inventarerweiterung auch ein Fehler beim Verschieben der Objekte vom Inventar in die Schnellzugriffsleiste. Hier mussten wir erst etwas vom Inventar in den Schnellzugriff verschieben, damit es andersrum funktioniert. Wollten wir direkt vom Schnellzugriff ins Inventar, war eine Interaktion nicht möglich.

Das Luftschiff liegt am Rand einer fliegenden Insel. Im Hintergrund ist strahlend blauer Himmel, wo sich weitere Inseln befinden. Quelle: PC Games Das entschleunigte Gameplay und die langen Luftfahrten sind ohne Zweifel entspannend - auf Dauer aber leider auch eintönig und langweilig.

Zu viel cozy

Letztendlich lässt uns Solarpunk mit einem gemischten Gefühl zurück. Der Aspekt der Nachhaltigkeit und das Leben im Einklang mit der Natur haben durchaus ihren Reiz und wurden von den Entwicklern gut umgesetzt. Cyberwave zeigt mit ihrem Titel, dass es auch möglich ist, sich eine große Basis, ganz nach eigenem Geschmack, zu errichten, ohne dafür seine Umwelt zu zerstören.

Auch das umfangreiche Bausystem hat uns gut gefallen. Damit lassen sich viele verschiedene Kreationen entwickeln. Wer also seinen Spaß daran hat, den ganzen Tag an ausgefeilten Dekorationen für sein imaginäres Traumhaus zu basteln und diese dann akkurat aufzustellen, wird mit Solarpunk stundenlang Freude haben.

Wertung zu Solarpunk (PC)

Wertung:

7.0 /10

Wertung zu Solarpunk (PS5)

Wertung:

7.0 /10

Wertung zu Solarpunk (NSW2)

Wertung:

7.0 /10

Wertung zu Solarpunk (XSX)

Wertung:

7.0 /10
Fazit

Solarpunk hat ein gutes Konzept und vielversprechende Ansätze, die von viel Leerlauf und technischen Problemen überschattet werden.

Neben den vielen Bugs, die uns teilweise befürchten ließen, dass wir unseren kompletten Spielstand verlieren und noch einmal von vorn starten müssen, hat Solarpunk besonders ein Problem: Es ist ZU cozy. Selbst bevor wir alles erforscht hatten und unsere kreative Ader langsam erschöpft war, machte sich immer wieder ein Gefühl der Langeweile breit.

Die ewig langen Luftfahrten und immer wieder derselbe Landwirtschaftstrott fühlten sich schnell repetitiv an. Das Fehlen jeglicher Interaktionen mit den Farmtieren oder dem Händler (dem einzigen NPC) trug zusätzlich dazu bei.

Meinung

Wer beim Pflanzenwässern entspannt die Seele baumeln lassen will oder stundenlang das perfekte Haus designen möchte, wird in Solarpunk auf jeden Fall fündig. Wer aber das Bedürfnis nach Abwechslung oder Interaktionen mit der Spielwelt oder NPCs hat, sollte eher die Finger von diesem Spiel lassen. Transparenzhinweis: Für die Erstellung dieses Artikels wurde die Release-Fassung von Solarpunk von Cyberwave zur Verfügung gestellt.

  1. Seite 1 Solarpunk im Test: Setting, Landwirtschaft
  2. Seite 2 Solarpunk im Test: Bausystem, Luftreisen & Erkundung
  3. Seite 3 Solarpunk im Test: Automatisierung, Technik, Fazit & Wertung
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