Gameplay & Gegner-KI hätten aber besser ausfallen können

Test Peter Grubmair

Ein von Sandstürmen zerstörtes Dubai, ein auf sich alleine gestelltes Squad und eine Situation die mehr als unklar ist sind die Voraussetzungen für Yagers Spec Ops: The Line. Wir haben uns in den Sand geschlagen und getestet, was der Military-Shooter aus Berlin zu bieten hat.

Spec Ops: The Line (5) Quelle: 2K Games Spec Ops: The Line (5) Was man hingegen wirklich bemängeln kann, ist die Gameplay-technische Innovationslosigkeit, denn diesbezüglich bietet uns Spec Ops: The Line wirklich nur bekannte Kost. Man ballert sich von einer Deckung zur nächsten, schaltet Geschütze mit Granaten aus und ab und zu gibt man seinen Kameraden den Befehl ihr Feuer auf einen Gegner zu konzentrieren. Dazwischen gibt es noch einige Szenen wo wir das Scharfschützengewehr nutzen müssen, eben lauter Dinge wie wir sie aus vielen anderen Shottern schon kennen. All das ist zwar nicht schlecht gemacht und Yager erlaubt sich auch keine technischen Patzer, richtige Highlights bezüglich des Gameplays aber sucht man vergebens. Dafür wird uns im Gegenzug eine tolle Inszenierung geboten und manch krasse Szene, was den Gewaltgrad betrifft. Wir erleben nicht nur wie Zivilisten sterben, das Spiel zwingt uns an manchen Stellen sogar selbst zum Mörder zu werden. Auf diese Art und Weise können wir die Entwicklung des Squad zwar sehr gut nachvollziehen, wie es langsam an der Situation zu zerbrechen beginnt, für sanfte Gemüter aber ist das nichts mehr.

Ebenfalls nicht die schlaueste ist die verwendete KI, an vielen Stellen hat man das Gefühl, als würden die Gegner einem strickten Script folgen, statt wirklich auf den Spieler und sein Squad zu reagieren. Besonders wenn einem dann der x-te Soldat direkt vor die Flinte läuft und auf den Haufen der vor ihm Gefallenen kippt, fragt man sich schon, ob da nicht etwas mehr drin gewesen wäre. Trotzdem entstehen durchaus gefährliche Situationen, meist dann, wenn die Gegner in wahren Massen auftreten und einem selbst vor lauter Dauergeballer die Munition knapp zu werden beginnt. Meist kann man sich dann aber dadurch retten, dass man seine Kameraden anweist eine Blendgranate zu werfen, was einem die Chance gibt kurz aus der Deckung zu gehen um Munition zu sammeln.

Spec Ops: The Line Quelle: 2K Games Spec Ops: The Line (8) Letztendlich muss man auch die Sache mit dem Sand etwas relativieren. Denn eigentlich wurde im Vorfeld von den Entwicklern ja angedeutet, dass uns durch die Sandmechanik diverse taktische Möglichkeiten geboten werden. Dem ist in der Praxis aber nicht so, es gibt eigentlich nur vorbestimmte Stellen an denen wir durch das Zerschießen einer Fensterfront oder das Sprengen einer Wand den Sand ins Level fließen lassen können. Das geschieht exakt auf dem Weg wie es die Level-Designer vorgesehen haben, mitunter auch erst zum gewollten Zeitpunkt, was mit Taktik natürlich nicht mehr viel gemein hat. Doch auch hierbei gilt, dass diese Szenen zumindest immer herrlich inszeniert und toll anzusehen sind. An mancher Stelle im Spiel wird der Spieler gezwungen eine Entscheidung zu fällen, ich vermute aber stark, dass sich erst die Geschehnisse ganz am Ende darauf auswirken, welches der drei möglichen Enden wir zu sehen bekommen. Die Szenen davor werden eher benutzt um die Entwicklung des Squads und besonders des eigenen Alter-Egos zu erklären.

Meinung

Wertung zu Spec Ops: The Line (X360)

Wertung:

83 /10
Pro & Contra
Toll inszeniertes Wüsten-SettingSchicke GrafikStimmungsvolle SoundkulisseDiverse Entscheidungen die sich auf das Ende auswirken
Innovationsloses GameplayVersprochene taktische Möglichkeiten der Sandmechanik nicht vorhandenHöchstens durchschnittliche Gegner-KIMit ca. 7 Stunden nicht das längste Vergnügen
  1. Seite 1 Das Wüsten-Setting und die Story sind gelungen
  2. Seite 2 Gameplay & Gegner-KI hätten aber besser ausfallen können
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