Warum die meisten Verfilmungen nicht gut sind und wie es besser geht

Special Matthias Hable Annika Menzel
Warum die meisten Verfilmungen nicht gut sind und wie es besser geht
Quelle: CD Projekt Red / Studio Trigger

Der Hype um Videospielverfilmungen hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Warum sind trotzdem nur so wenige davon richtig gut? Wir haben das Phänomen Videospielverfilmung unter die Lupe genommen.

Warum die meisten Videospielverfilmungen seltsam sind

Prince of Persia - Der Sand der Zeit (2010) war schon einer der Filme, denen man ein höheres Budget und die besseren technischen Möglichkeiten anmerkte. Der Film war mit Jake Gyllenhhaal und Ben Kingsley auch relativ teuer besetzt. Doch auch dieser Film ist irgendwie seltsam. Es ist ein netter Abenteuerfilm. Aber funktioniert er als Prince-of-Persia-Film?

Die Adaption orientiert sich stark an der Story vom gleichnamigen Spiel aus dem Jahr 2003. Prince of Persia ist ein Plattformer. Das heißt, es geht abwechselnd darum, zu springen, zu kämpfen und zu klettern. Das wird im Film auch bereits früh angedeutet, als der Protagonist versucht, vor einem Mann, den er bestohlen hat, zu fliehen.

Für Fans des Spiels ist das ein Moment, den sie wiedererkennen und sich kurz freuen können. Im Spiel wie im Film spielt der Dolch der Zeit eine wichtige Rolle. Das ist ein Gegenstand, mit dem man für einen kurzen Moment die Zeit zurückdrehen kann. In Sands of Time ist das eine zentrale Spielmechanik. Im Film spielt das nur noch eine untergeordnete Rolle.

Im Plattformer Prince of Persia: The Sands of Time werden wir vor schwierige Rätsel gestellt. In der Verfilmung schauen wir nur zu. Quelle: Ubisoft Im Plattformer Prince of Persia: The Sands of Time werden wir vor schwierige Rätsel gestellt. In der Verfilmung schauen wir nur zu.

Jetzt kommen wir aber auch schon zum eigentlichen Problem. Im Spiel Prince of Perisa: The Sands of Time schauen wir dem Prinzen nicht nur zu, sondern wir sind der Prinz. Es liegt an uns, Rätsel zu lösen und uns von einem Level ins nächste vorzuarbeiten.

Das wird zum Schluss mit einem Gefühl des Erfolgs belohnt, denn wir selbst haben am Ende die Welt gerettet. Und nebenbei ist die Story auch besser als die des Films.

Dieses interaktive Element fehlt in einem Film jedenfalls komplett. Bei den meisten Videospielverfilmungen bleibt es also bei einer Aneinanderreihung von Fan-Service- Momenten, wie auch der neue Minecraft-Film zeigt. Dieser Film sah ohnehin schon in den ersten Trailern gruselig aus. Auch die Mischung aus animierten Sets und echten Schauspielern ist ziemlich wild.

Erfolgreich war der Film trotzdem, wie die Einspielergebnisse zeigen. Aber sollte es das Ziel eines Films sein, nur einigermaßen unterhaltsam zu sein?

Heutzutage freuen wir uns, wenn wir nach einem Kinobesuch einer Videospielverfilmung keinen grässlichen Film gesehen haben. Im besten Fall haben wir einen netten Abend gehabt und waren ganz gut unterhalten. Schuld ist also auch unsere niedrige Erwartungshaltung.

Die besten Videospielverfilmungen sind keine (zumindest keine richtigen)

Kommen wir noch einmal auf Arcane und Edgerunners zurück. Hier wird es schon ein bisschen komplizierter, denn einerseits haben wir es mit Serien zu tun, was schon mal eine andere Erzählstruktur zulässt als ein Film.

Andererseits sind die Serien aber auch sehr losgelöst vom Original. Auch hier gibt es Anspielungen und Verweise auf die Spiele. Aber anders als bei den vorher genannten Umsetzungen hat man nicht den Eindruck, einfach viele Clips aneinandergereiht zu bekommen.

Was es auf jeden Fall leichter macht: Es handelt sich dabei um Animationsserien. Das ergibt viel Sinn, wenn man Videospielgrafik in Film- oder Serienform umsetzen will. Denn der Sprung von einem Medium ins andere wirkt auf einmal nicht mehr ganz so groß. Und man vermeidet außerdem Situationen, in denen echte Schauspieler unbeholfen vor Greenscreens stehen.

Die besten Videospielverfilmungen: Arcane

Schauen wir uns zunächst mal Arcane an. Als Riot Games ankündigte, das MOBA League of Legends als Serie umzusetzen, haben sich zu Recht viele Fans des Spiels gefragt, wie das funktionieren soll.

Denn das Strategiespiel kommt größtenteils ohne Story aus und alles, was man davon bekommt, mussten sich Spielerinnen und Spieler selbst aus Charakter- und Itembeschreibungen zusammenreimen. Animiert wurde die Serie vom französischen Animationsstudio Fortiche - demselben Studio, das zuvor die Musikvideos zum Spiel produzierte.

Antagonist Silco aus Arcane stammt nicht aus dem Spiel, sondern wurde für die Serie geschrieben. Quelle: Netflix Antagonist Silco aus Arcane stammt nicht aus dem Spiel, sondern wurde für die Serie geschrieben. Manchmal kann eine niedrige Erwartungshaltung aber auch ein Vorteil sein. Denn die Serie war eine große Überraschung - sowohl für Fans des Spiels als auch für Leute, die mit League of Legends bisher gar keinen Kontakt hatten. Denn Arcane bietet einfach einen spannenden Ausgangspunkt an, um Geschichten zu erzählen.

  1. Seite 1 Was sind Videospielverfilmungen und seit wann gibt es sie?
  2. Seite 2 Warum die meisten Verfilmungen nicht gut sind und wie es besser geht
  3. Seite 3 Cyberpunk: Edgerunners als Vorbild & Fazit
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