Cyberpunk: Edgerunners als Vorbild & Fazit

Special Matthias Hable Annika Menzel
Cyberpunk: Edgerunners als Vorbild & Fazit
Quelle: CD Projekt Red / Studio Trigger

Der Hype um Videospielverfilmungen hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Warum sind trotzdem nur so wenige davon richtig gut? Wir haben das Phänomen Videospielverfilmung unter die Lupe genommen.

Die Serie spielt in einer Steampunk-Fantasywelt und erzählt den Konflikt in einer Stadt namens Piltover, wo sich eine Zweiklassengesellschaft gebildet hat. Der Bezirk Zhaun ist deutlich ärmer als die Oberstadt und wird von Unterweltbossen, den Chem-Baronen regiert. Zwei Kinder befinden sich inmitten des Chaos, als die Situation droht, zu eskalieren.

Die fantasievolle, bunte Welt von Runeterra in einem Realfilm darzustellen, hätte wahrscheinlich nicht gut funktioniert. Oft wirkt es zudem albern, wenn Schauspieler versuchen, wie Videospielcharaktere auszusehen. Das konnte man auch in der Borderlands-Verfilmung von 2024 erleben.

Dass Arcane hier einen anderen Weg gegangen ist, war also auch eine logische Konsequenz aus den gescheiterten Versuchen von früher, Videospiele zu verfilmen. Denn die Serie hat einen sehr individuellen Look erhalten, der perfekt zur Welt und ihren Charakteren passt.

Die besten Videospielverfilmungen: Cyberpunk: Edgerunners

Bei Cyberpunk Edgerunners war es ähnlich. Auch hier nahm man zwar die Welt und ein paar Charaktere aus dem Spiel, aber schrieb eigene Geschichten für die Serie. Bei Edgerunners sind wir zudem im Anime-Genre angekommen. Für die Serie war das japanische Studio Trigger verantwortlich.

In Cyberpunk Edgerunners erleben wir Davids Aufstieg in der Welt der Edgerunner. Quelle: Netflix In Cyberpunk Edgerunners erleben wir Davids Aufstieg in der Welt der Edgerunner.

Wer die Welt von Cyberpunk 2077 kennt, weiß: Sie ist oft brutal, dreckig und gemein. Und die Serie hält sich nicht zurück, das zu zeigen. Viele Verfilmungen fahren einen Gang zurück, wenn es um die Darstellung von Gewalt geht. So aber nicht Edgerunners.

Handlungsort ist, wie im Spiel, die Stadt Night City. Doch die Serie konzentriert sich vor allem auf David, der nach und nach zu einem Edgerunner wird. Das sind verschiedene, meist kybernetisch veränderte Söldner, die angeheuert werden, um Daten und wertvolle Ausrüstung zu stehlen.

Erst vor kurzem kündigte Cyberpunk-Entwickler CD Projekt Red eine zweite Staffel an. Wir können gespannt sein, ob sie an die Qualität der Ersten herankommt.

Wie ihr also seht, sind das zwei sehr unterschiedliche Serien. Was sie aber gemeinsam haben: Hier war man nicht gezwungen, die Story eines Spiels möglichst genau umzusetzen. Stattdessen waren die Autoren sehr frei mit dem Writing.

Grenzenloses Potenzial

Videospiele sind nach wie vor spannende Medien und verdienen es, in Filmen thematisiert zu werden. Die Frage ist nur, wie das auf interessante Weise gelingt. Denn bei den meisten Verfilmungen können wir einfach das als Vorlage verwendete Spiel spielen und erleben so einen interaktiven Film.

Dazu kommt, dass das Medium Computerspiel bereits sehr viel vom Film gelernt hat. Die meisten modernen Spiele fühlen sich durch ihre Inszenierung sehr filmisch an. Zum Beispiel wenn wir in Black Mesa als Gordon Freeman die Welt Xen erkunden oder uns in Death Stranding durch die postapokalyptische Landschaft auf der Erde bewegen.

So können wir uns natürlich die Serie zu The Last of Us anschauen und haben dabei bestimmt eine unterhaltsame Zeit. Oder aber wir spielen einfach das Spiel, was uns nochmal eine ganz andere Erfahrung bietet.

Videospiele sind heute in der Lage, Geschichten packend wie in Filmen zu erzählen, zum Beispiel im Story-Shooter Black Mesa. Quelle: PC Games Videospiele sind heute in der Lage, Geschichten packend wie in Filmen zu erzählen, zum Beispiel im Story-Shooter Black Mesa. Es ist sicherlich auch Geschmackssache, denn einige Menschen schauen lieber zu, als selbst zu spielen. So können diese Filme und Serien also durchaus eine Existenzberechtigung haben. Aber vor allem für Hardcore-Fans der Spiele sind das meistens Enttäuschungen.

Wie es besser geht, zeigen zum Beispiel Arcane und Cyberpunk Edgerunners. Denn hier konnten die Serienmacher etwas Neues erschaffen und die Spiele dabei trotzdem respektieren. Einen ähnlichen Ansatz würden sich einige von uns auch für die kommende Elden-Ring-Verfilmung von Alex Garland wünschen.

Und es gibt ja immer noch einiges an Potenzial, das ungenutzt bleibt. Vor allem im Indie-Bereich wären viele interessante Umsetzungen möglich. Wie wäre es beispielsweise mit einem Film in der Welt von Disco Elysium? Die ist faszinierend und würde genug Stoff für einen Film bieten. Natürlich ist das Risiko etwas größer, wenn man sich nicht im Mainstream bewegt. Aber gerade bei Videospielen sind es ja oft die Titel, die wir nicht auf dem Schirm haben, die uns letztendlich begeistern.

  1. Seite 1 Was sind Videospielverfilmungen und seit wann gibt es sie?
  2. Seite 2 Warum die meisten Verfilmungen nicht gut sind und wie es besser geht
  3. Seite 3 Cyberpunk: Edgerunners als Vorbild & Fazit
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