Starcraft 2: Wings of Liberty im Gamezone-Test

Test Michael Sosinka

Fast bis zur Perfektion geschliffen, offeriert uns Blizzard mit diesem Titel den neuen Genre-König in Sachen RTS.

Die Protoss dürfen auch kurz ran

Starcraft 2: Wings of Liberty Starcraft 2: Wings of Liberty Blizzard hat sich entschieden in den 26 bzw. 29 Missionen der Kampagne, die übrigens rund 20 Stunden dauert, hauptsächlich auf die Terraner einzugehen. Das führt dazu, dass die einzelnen Charaktere der Menschen detailliert beleuchtet werden und auf diese Weise eine angenehme Tiefe erhalten. Kleiner Einschub am Rande: Man begegnet sogar Nova aus dem vor Jahren eingestellten StarCraft: Ghost. Der Nachteil ist natürlich, dass etwas Abwechslung flöten geht, da man nicht aus der Sicht der Zerg und Protoss ins Geschehen eingreifen kann. Naja, nicht ganz, die Protoss haben eine kleine Mini-Kampagne spendiert bekommen. Der gute, alte Zeratul überreicht uns irgendwann einen Erinnerungskristall, mit dem Jim Raynor vergangenen Missionen von Zeratul Revue passieren lässt. Unter anderem kämpfen wir uns dabei mit Zeratul sowie einer handvoll Einheiten durch dunkle Höhlen und können auf keine Basis zurückgreifen. Später werden jedoch auch Stützpunkte gebaut, die eine dezent andere Spielweise erfordern. Wer die Protoss kennt, weiß, dass sie Pylonen zur Stromversogung errichten, Einheiten über zusätzliche Schilde verfügen und Gebäude herangewarpt werden. Ansonsten wird hier klassische Kost geboten.

Starcraft 2: Wings of Liberty Starcraft 2: Wings of Liberty So darf man in nur wenigen Stunden sehr schnell riesige Spinnenroboter bauen, die an Krieg der Welten erinnern oder mit den mächtigen Trägerschiffen die Zerg vernichten. In diesem Fall darf ich ebenfalls neue und alte Einheiten vermelden, die das gewohnte Spielgefühl vermitteln. Die Mini-Kampagne macht Spaß, ist ein netter Zeitvertreib und stimmt auf die beiden weiteren Episoden ein, die noch erscheinen werden. Hier bekommen dann auch die Zerg und die Protoss eine richtige Kampagne. Eine weitere, kleine Motivation die einzelnen Sub-Quests während der Missionen zu erfüllen, ist das neue Erfolgssystem, welches sich an den Achievements der Xbox 360 orientiert. Diese werden übrigens nur verteilt, wenn man dauerhaft mit dem Battle.net verbunden ist, auch im Singleplayer. Spielt man offline, steht dieses Feature nicht zur Verfügung. Um den vollständigen Zugang zu StarCraft 2 zu erlangen, muss man einen bestehenden Battle.net Account besitzen und das Spiel mit dem mitgelieferten Code freischalten. Danach loggt man sich beim Spielstart mit seiner Email-Adresse ein und benötigt keine Disk im Laufwerk.

Auf in den Wettkampf

Starcraft 2: Wings of Liberty Starcraft 2: Wings of Liberty Ist die umfangreiche und gelungene Singleplayer-Kampagne beendet, warten noch jede Menge weitere Aufgaben auf den Spieler. So kann man sich zum Beispiel in neun Herausforderungs-Szenarion auf den Multiplayer vorbereiten. Ähnliches gilt für den Skirmish-Modus, in dem man unter Multiplayer-Bedingungen gegen die KI in den vier wählbaren Stufen antritt. Das neue Battle.net wurde hingegen fließend in das Spiel integriert. Ohne große Umwege kann man sofort in eine Partie einsteigen. Neben Coop-Matches gegen den Computer darf man sich an 1vs1, 2vs2, 3vs3, 4vs4 und Jeder-gegen-Jeden Modi versuchen, die bequem über das Hauptmenü anwählbar sind. Da StarCraft der eSport-Titel schlechthin ist und seit Jahren von Profis gezockt wird, ist die Sorge berechtigt, dass man gleich zu Beginn an richtige Cracks gerät und kein Land sieht. Dieses Horrorszenario ist jedoch weitestgehend nicht eingetreten. Als Noob wird man durch das gelungene Matchmaking meist mit gleichberechtigten Spielern verbunden.

Starcraft 2: Wings of Liberty Starcraft 2: Wings of Liberty Natürlich werden abgeschlossene Matches mit Punkten belohnt, die je nach Ausgang variieren. Nach den ersten fünf Partien wird man zunächst in eine von fünf Ligen verfrachtet und muss fortan um Positionen kämpfen. Eine weitere, sehr gelungene Komfortfunktion ist die Freundesliste. Diese ermöglicht es, mit seinen Kollegen gemeinsam nach offenen Spielen zu suchen, Xbox Live lässt grüßen, denn augenscheinlich hat sich Blizzard hier sehr viel abgeschaut. Die Freundesliste funktioniert nämlich spielübergreifend, weswegen man mit dem Kollegen quatschen kann, auch wenn er gerade World of Warcraft spielt. Die Matches selbst finden auf übersichtlichen und taktisch durchdachten Karten statt. Viele Spiele verlaufen aber nach der Rush-Taktik, was bedeutet, dass sehr schnell angegriffen wird. Es kann also vorkommen, dass man recht fix verliert oder gewinnt. Dennoch sollte man viel scouten, auf einen guten Einheitenmix achten und nicht zu hastig vorgehen. Nur wer seine Ressourcen und Armeen wie im Schlaf managen kann, hat Chancen einer der besseren Spieler zu werden.

Starcraft 2: Wings of Liberty Starcraft 2: Wings of Liberty Das Rankingsystem ist ungemein motivierend, während das Balancing der Einheiten und Rassen ebenfalls zu passen scheint, auch wenn man das nach der kurzen Zeit noch nicht zu 100 Prozent genau sagen kann. Übrigens lassen sich im Multiplayer auch die Zerg spielen, die völlig anders als Protoss und Terraner zu behandeln sind, weil fröhlich geschlüpft und mutiert wird, richtig ekelig die Dinger. Da Singleplayer- und Multipalyer strikt voneinander getrennt sind und Verbesserungen aus der Kampagne nicht übernommen werden können, fehlen auch einige Einheiten aus der Story. Darüber hinaus darf man sich beim übersichtlichen Interface des neuen Battle.net auf viele Statistiken, eine Facebook-Anbindung und mehr freuen. Clans werden jedoch noch nicht direkt unterstützt. Ansonsten wird StarCraft 2 wahrscheinlich eine sehr lange Multiplayer-Laufzeit vorweisen können. Etwas unschön ist allerdings der fehlende LAN-Modus oder die nicht vorhandene Möglichkeit mit Spielern aus anderen Regionen wie Asien oder Nordamerika zu spielen. Letzteres will Blizzard allerdings noch nachholen. Nichtsdestotrotz kann man sich mit dem umfangreichen Karteneditor austoben und sich Replays von gewonnen oder verlorenen Spielen anschauen, zwecks Fehleranalyse.

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